Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Umfrage Juli 2015

01 Jul 2015 - 15 Jul 2015 Umfrage wird auf Bestellung durchgeführt: Kaliningrad-Domizil

Vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserer Umfrage.

Jeden Monat startet unsere Informationsagentur vom

  • vom 01. bis 15. des Monats eine Umfrage und
  • vom 16. bis 30./31. des Monats eine Wissensfrage.

Unsere Umfrage für Juli 2015 lautete:

Braucht Russland in der gegenwärtigen Situation ausländische Berater?

Keine Ahnung, wie Sie abgestimmt haben, aber als Ausländer bin ich der Meinung, dass die Zeiten vorbei sind, wo Russland zur Entwicklung seiner Gesellschaft ausländische Berater brauchte. Zumindest was den politischen und gesellschaftlichen Bereich anbelangt, denn die ausländischen Berater, die Russland in den 90er Jahren kluge Ratschläge gegeben hatten, waren hinterher selber erschrocken, was sie angerichtet hatten und waren dann froh, ungeschoren das Land verlassen zu können.

Russland hat in den letzten 20 Jahren eine Unmenge an Erfahrungen gesammelt, insbesondere, wie man die verschiedensten Krisen und Schwierigkeiten überwindet. Ich denke hierbei an die große, hausgemachte Finanzkrise im Jahre 1998, an die Krise im Jahre 2008, an die politische Krise in den Jahren 2010/2011. Und die gegenwärtige Krise zeigt eigentlich, dass Russland ein gutes Verhältnis zwischen agieren und reagieren gefunden hat. Mich persönlich beeindruckt das gesetzte, ruhige Auftreten der zentralen russischen Politiker bzw. Entscheidungsträger – ein wohltuender Unterschied zu Politikern aus sozialistischen Zeiten.

Die Frage, ob die russische Wirtschaft ausländische Berater braucht würde ich prinzipiell auch mit „Nein“ beantworten. Vielleicht gibt es hier oder da Bereiche, wo hochspezialisierte Mitarbeiter nicht ausreichen und wo es zeitweilig notwendig ist, auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu suchen. Aber mir persönlich scheint, dass Russland in der letzten Zeit viel getan hat, um sich selber mit qualifizierten Arbeitskräften zu versorgen.

Auch die eingeleiteten Reformen im Schul- und Ausbildungswesen scheinen erste Wirkungen zu zeigen, wo es den Schülern, Abiturienten und Studenten fast unmöglich gemacht wird, bei Prüfungen unerlaubte Hilfsmittel zu benutzen. Während der Prüfungen zeigen sie reales Wissen und mit dem Ergebnis gehen sie dann auf Arbeitssuche.

Sorgen macht der russischen Seite gegenwärtig die Abwerbung von Spezialisten und jugendlichen Hoffnungsträgern ins westliche Ausland – ein Beweis, dass Russland bei der Ausbildung auf einem guten Weg ist. Nichtkommerzielle, aus dem Ausland finanzierte Organisationen beobachten Schüler in den Grund- und Abiturklassen, aber auch in den Hörsälen der Universitäten, versehen ausgewählte junge Menschen mit Stipendien für ein Studium im westlichen Ausland und … eine Rückkehr ist nicht immer garantiert. Der russische Präsident Putin hat zugegeben, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen, insbesondere die Bezahlung der einheimischen Hochqualifizierten, sich in keiner Weise messen kann mit dem, was man im Westen bietet. Und deshalb muss an diesem Problem gearbeitet werden, denn wenn Russland keine eigenen Spezialisten halten kann, muss man ausländische, wenig loyale Berater für teures Geld wieder ins Land holen.

Uwe Niemeier

  • Braucht Russland in der gegenwärtigen Situation ausländische Berater?

    Ja, ohne diese keine Krisenlösung - 31

    Kann ich nicht einschätzen - 30

    Nein, Russland kommt alleine klar - 298

    Ob mit oder ohne – Russland wird sich nie entwickeln - 22