Kaliningrad-Domizil

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Umfrage November 2017

01 Nov 2017 - 15 Nov 2017 Umfrage wird auf Bestellung durchgeführt: Kaliningrad-Domizil

Umfrage November 2017

Vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserer Umfrage.

Jeden Monat startet unsere Informationsagentur 

  • vom 01. bis 15. des Monats eine Umfrage und
  • vom 16. bis 30./31. des Monats eine Wissensfrage.

Unsere Umfrage für November 2017 lautete:

Xenia Sobschak als Präsidentschaftskandidatin der Wahlen 2018 ist

Als Antwortvarianten hatten wir angeboten

  • einfach lächerlich
  • eine demokratische Konkurrenz für Putin
  • eine vom Kreml installierte technische Kandidatin
  • eine vom Ausland bezahlte Agentin

Eine Wahl kann nur eine Wahl sein, wenn man Auswahl hat. Somit ist klar, dass es zu den Wahlen im März 2018 nicht nur einen Kandidaten – vermutlich Wladimir Putin – geben kann, sondern mindestens zwei Kandidaten sich der Bevölkerung stellen müssen. Wenn Putin entscheiden sollte, sich im März wieder zur Wahl zu stellen (Anfang Dezember will er sich dazu äußern), wird es der zweite Kandidat (aber vielleicht gibt es bis dahin noch weitere Kandidaten) ziemlich schwer haben, denn die Beliebtheitsgrade des Präsidenten bei der Bevölkerung sind seit Monaten, ja man möchte fast sagen seit Jahren, auf einem Stand, der jeden anderen Politiker in der Welt vor Neid erblassen lässt. Und die erhobenen Werte stammen hierbei nicht von irgendwelchen Regierungsagenturen, sondern vom „Levada-Zentrum“, welches in Russland als „Ausländischer Agent“ registriert ist.

 

Die Messlatte liegt also hoch und jeder andere Kandidat sollte somit auch zusehen, wenn er/sie denn eine Chance haben will, dass man sich möglichst in Meinungen und Aussagen von denen Putins unterscheidet – je krasser umso besser, um vielleicht diejenigen als Wähler an sich zu ziehen, die vielleicht sonst nicht zur Wahl gehen würden, aber, wenn es gegen Putin geht, sich doch aus den sonntäglichen Federn bemühen und das Wahllokal aufsuchen.

Xenia Sobschak, die russische TV-Moderatorin scheint wohl so eine Kandidatin zu sein. Sie ist die Erste, die laut und deutlich angekündigt hat, sich als Kandidatin registrieren zu lassen. Und um sich möglichst schnell überall beliebt bzw. unbeliebt zu machen, hat sie auch schon die ersten Erklärungen abgegeben. Zum einen will sie sofort ihre Kandidatur zurückziehen, wenn Alexej Nawalny zu den Wahlen zugelassen wird (was wenig wahrscheinlich ist). Aber für den Fall der Fälle, stellt sie sich ihm als Mitarbeiterin in seinem Wahlteam zur Verfügung.

Und dann erklärte sie gleich am 24. Oktober den neugierig wartenden Journalisten auf einer ersten Pressekonferenz, dass die Krim zur Ukraine gehört und Russland sich diese Halbinsel unrechtmäßig angeeignet habe. Man solle mit der Ukraine nochmal über diese Angelegenheit sprechen. Und sie erwähnte die politisch inhaftierten Ukrainer in Russland, über deren Auslieferung an die Ukraine man auch nachdenken sollte – zumindest, so Sobschak, würde sie erstmal eine Liste anlegen. Zum Glück vergaß sie nicht zu erwähnen, dass es auch politische russische Gefangene in der Ukraine gäbe und auch über die müsse man sprechen.

Wenige Tage später beantwortete sie weitere Fragen von Journalisten. Diese wollten wissen, welche drei ersten Aufgaben Xenia Sobschak lösen würde, wenn die Wahlberechtigten sie zur neuen russischen Präsidentin wählen würden. Sie zählte sofort auf:

1.         Die Auflösung der Staatsduma,
2.         Die Entfernung der sterblichen Überreste von Wladimir Iljitsch Lenin aus dem Mausoleum,
3.         Die Öffnung des Kremls für alle Besucher und Neugierige.
 
Sie kommentierte, dass die Anwesenheit des Körpers von Lenin auf dem wichtigsten Platz in Moskau, am Rand von Gut und Böse ist. Sie meinte, dass Russland nicht mehr im Mittelalter lebe. Was die Frage der Öffnung des Kreml für alle Besucher und Neugierige anbelangt, meinte sie, dass jeder Interessierte wissen soll, wie und wo das Staatsoberhaupt arbeite. Sie will aus dem Kreml ein absolut gläsernes Gebäude machen. Auch aus dem Parlament will sie ein gläsernes Gebäude machen. Die Öffnung der beiden staatlichen Institutionen bezeichnete sie als wichtigen symbolischen Akt.
 
Grafik: Die Umfrage erfolgte vom 20.-24. Oktober durch das „Levada-Zentrum“, also nach den erste Äußerungen von Xenia Sobschak
 
Wenig später kommentierte die Leiterin der Zentralen Wahlkommission der Russischen Föderation, dass derartige Äußerungen kein Anlass sind, um Sobschak nicht als Kandidatin um das höchste Amt im Lande zu registrieren.
 
Und dann führte das „Levada-Zentrum“ noch eine weitere Umfrage durch – die sogenannte Sonntagsfrage: „… wenn am Sonntag Präsidentenwahlen wären …“. Die Ergebnisse sind erstaunlich, denn so krass hätte ich das Wahlverhalten nicht eingeschätzt. Nein, es geht mir weniger um das eine Prozent Stimmenanteil für Sobschak, als vielmehr den Anteil von nur zwei Prozent Stimmen, die Nawalny auf sich vereinigen würde, wenn er denn antreten dürfte.

Ich persönlich bin der Meinung, dass Xenia Sobschak natürlich keine ernsthafte Bewerberin um das höchste Amt im Lande ist. Aber sie wird mit weiteren Äußerungen und Stellungnahmen zumindest die Zeitungsspalten der in- und ausländischen Medien bis zu den Wahlen füllen und bei diesem und jenem für Heiterkeit sorgen. Den Unterhaltungswert würde ich somit recht hoch einschätzen.

Uwe Niemeier

… ach, ehe ich es vergesse: Vergessen Sie nicht, in der Nacht vom 15. zum 16. wach zu bleiben. Da schaltet sich nämlich unsere Umfrage genau um 0.00 Uhr ab und eine Sekunde später schaltet sich eine neue Frage zu, wo wir sehen wollen, wie gut Sie sich in Russland oder Kaliningrad auskennen. Sollten Sie aber diesen aufregenden Moment verpassen, so haben Sie bis zum Monatsende auch noch Zeit, Ihr Wissen über das kleine oder große Russland zu testen.

  • Xenia Sobschak als Präsidentschaftskandidatin der Wahlen 2018 ist ...

    eine demokratische Konkurrenz für Putin - 16

    eine vom Ausland bezahlte Agentin - 15

    eine vom Kreml installierte technische Kandidatin - 18

    einfach lächerlich - 47