Umfrage November 2022

 
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Heute wollte ich von Ihnen wissen:
 
Welche Räume in der Staatsduma dürfen durch Fremde nicht betreten werden?
 
  • Plenarsaal
  • Abgeordneten-Toiletten
  • Abgeordneten-Kantine
  • Duma-Museum
  • Antwortvariante für meinen Umfrage-Troll: Kerker-Räume für undisziplinierte Abgeordnete
 
Ende September erhielt ich eine Einladung nach Moskau in die Staatsduma. Ein mir bekannter Duma-Abgeordneter meinte, ich sollte mal schauen, wie die Abgeordneten denn in Russland so arbeiten. Russland hat insgesamt 450 Abgeordnete in der sogenannten Unterkammer und weitere 170 Abgeordnete im Föderationsrat, der sogenannten Oberkammer. Jede russische Region entsendet zwei Senatoren in den Föderationsrat, so dass sich hieraus die Zahl 170 ergibt. Zukünftig wird sich diese Zahl ändern, wenn im Rahmen des Beitritts neuer Regionen zum Bestand der Russischen Föderation auch hier Rechte auf Plätze im Föderationsrat entstehen.
 
Beginnen wir mit der Betrachtung der Räume, die durch „Betriebsfremde“ nicht betreten werden dürfen.
 
Kerker-Räume gibt es natürlich nicht in der Duma. Ich habe mir diesen Punkt, wie schon in den letzten zwei Monaten, speziell für meinen Umfragetroll ausgedacht, der anscheinend Zeit hat, mit hundert- und tausendfacher Abstimmung die Umfrage zu trollen. Da die Umfrage auf meinem Portal an sich einen Unterhaltungscharakter, gepaart mit Informationscharakter trägt und auf nichts und niemanden Einfluss hat, ist mir die Motivation meines Trolls nicht ganz klar – nun gut, sei es drum.
 
Die Duma verfügt über ein Museum – es befindet sich gleich in der ersten Etage, ist eine offen gestaltete Fläche, die in einer Hälfte die Geschichte der Duma zeigt und in der zweiten Hälfte über die aktuelle Duma informiert. Jeder, der über einen Ausweis oder eine Zutrittsberechtigung verfügt, stößt als erstes, nachdem er die Sicherheitskontrolle passiert hat, auf dieses Museum. Somit haben sich diejenigen geirrt, die hier angeklickt haben.
 
Die Abgeordnetenkantine ist auch für jeden offen der neugierig ist oder Hunger hat. Die Gerüchte die es im Volke gab, dass hier der schwarze Kaviar mit großen Löffeln und für ein paar Kopeken geschaufelt wird, haben sich als verkehrt herausgestellt. Es ist eine ganz gewöhnliche Betriebskantine ohne SchnickSchnack und zu Preisen, wie sie auch in der Stadt in jeder Stolowaja gefordert werden.
 
Ähnlich verhält es sich auch in dem kleinen Supermarkt. Es gibt dort nichts Besonderes, sondern genau das Gleiche, wie auch in der Stadt. Die Preise sind vielleicht ein klein wenig höher. Dafür erhält man viele Waren in der Duma-Verpackung – also ein ideales Andenken: Salami oder geräucherter Käse mit Duma-Emblem.
Wie mir die Gehilfin des Duma-Abgeordneten Alexander Iltjakow erzählte, kann die Duma völlig autark leben. Es gibt in diesem Gebäudekomplex alles, was man zum Leben und Überleben braucht. Wenn die Duma einmal eine Woche lang ununterbrochen tagen muss und kein Abgeordneter nach Hause gehen darf, so wird es niemanden an nichts fehlen.
 
Abgeordneten-Toiletten gibt es nicht in der Duma. Es gibt einfach nur Toiletten für Frauen und Männer. Somit sind sie auch für alle zugänglich. Während ansonsten überall in der Duma TV-Geräte aufgestellt sind, auf denen man die Plenartagungen mitverfolgen kann, wenn man sich nicht im Plenarsaal befindet, findet man in den Toiletten keine TV-Geräte. Wladimir Schirinowski, der leider viel zu früh verstorbene charismatische Chef der russischen Liberalen, hatte dies einmal gefordert. Auch auf dem Klo sollten die Abgeordneten sich über den Verlauf der Plenartagungen informieren können – meinte er. Wjatscheslaw Wolodin, der Vorsitzende der russischen Staatsduma hatte angeregt, dass man hierfür eine Kommission schaffen solle, um diese Sache zu beraten. Es war insgesamt eine sehr lustige Plenarsitzung an diesem Tag vor ungefähr zwei Jahren.
 
Tja, und somit bleibt also als verbotene Räumlichkeit nur noch der Plenarsaal. Wer diesen angeklickt hat, lag richtig – leider. Natürlich wollte ich auch in diesen Plenarsaal und sehen, wo die Geschicke des Landes beraten und beschlossen werden. Aber meine Begleiterin teilte mir mit, dass sie bereits seit über 20 Jahren in der Duma arbeite, aber noch nicht mal durch die offene Tür dorthin einen Blick werfen konnte. Der Plenarsaal ist Hochsicherheitstrakt und darf nur durch die Abgeordneten betreten werden oder durch die Gäste, die den Abgeordneten Rede und Antwort stehen sollen. Wer sich also einen Eindruck verschaffen will, muss den Duma-eigenen-TV-Kanal anschalten und die Plenarsitzungen verfolgen. Naja, es gibt natürlich auch Ausnahmen – die Reinemachefrauen, die Techniker … die dürfen natürlich rein …
 
Uwe Niemeier
 
… ach, ehe ich es vergesse: Wissen Sie eigentlich, dass dieser Wissenstest/Umfrage sich in der Nacht zum 1. des neuen Monats abschaltet? Ja, solche phantastischen technischen IT-Wunder gibt es auf unserem Portal. Und das nächste Wunder passiert dann schon eine Sekunde später, denn dann schaltet sich eine neue Umfrage/Wissensfrage wieder zu. Wenn Sie also nichts Besseres zu tun haben, bleiben Sie doch einfach wach und beobachten diesen technischen Vorgang. Vielleicht sind Sie ja der oder die Erste mit dem „Klick“. Sie können zwar nichts gewinnen, aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl Erste(r) gewesen zu sein.
 
 
  • Welche Räume in der Staatsduma dürfen durch Fremde nicht betreten werden?

    Abgeordneten-Kantine - 28

    4%

    Abgeordneten-Toiletten - 45

    7%

    Duma-Museum - 6

    1%

    Plenarsaal - 167

    27%

    Variante für Umfrage-Troll: Kerker-Räume für undisziplinierte Abgeordnete - 377

    61%

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