Kaliningrad-Domizil

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Wissenstest März 2016

16 Mär 2016 - 31 Mär 2016 Umfrage wird auf Bestellung durchgeführt: Kaliningrad-Domizil

Vielen Dank für Ihre Teilnahme an unserem Wissenstest.

Jeden Monat startet unsere Informationsagentur 

  • vom 01. bis 15. des Monats eine Umfrage und
  • vom 16. bis 30./31. des Monats einen Wissenstest.

Unsere Frage nach Ihrem Wissen für März 2016 lautete:

Was waren in der Sowjetunion Berioska-Läden?

Natürlich stammt das Wort „Berioska“ nicht von „Beria“, dem Familiennamen des berüchtigten KGB-Chefs, welcher zu Stalins Zeiten für die Sicherheit des Landes zuständig war. „Berioska“ heißt übersetzt „Birke“. Daraus könnte man ableiten, dass es sich um einen Öko-Laden handelte, aber zu damaligen sowjetischen Zeiten hatte man, genau wie in Deutschland, keinerlei Gedanken an irgendwelche Öko-Ernährung.

Somit verbleibt als richtige Antwort nur „Valutaladen“, um es mal einfach zu sagen. Diese Läden, die in allen größeren Städten existierten, waren Einzelhandelsläden, die sich mit dem Verkauf von Importwaren gegen Valuta beschäftigten – hierzu gehörten sowohl Lebensmittel wie auch Industriewaren. Der Besitz von Valuta war in der Sowjetunion bis 1991 verboten, es sei denn man hatte eine Arbeit im Ausland, war als Militär im Ausland oder Diplomat. Dann hatte man das Recht, in diesen Läden einzukaufen. Dies war ein kleiner qualitativer Unterschied zu den „Intershops“ in der DDR, wo (fast) jeder einkaufen konnte.

Diese Handelskette begann eigentlich bereits in den 30er Jahren zu existieren, hatte aber völlig andere Aufgaben. Im Jahre 1964 wurde das System „Berioska“ gegründet, wo man gegen Valuta oder gegen Valutazertifikate (ähnlich wie Forum-Schecks in der DDR) einkaufen konnte.

Die Bezeichnung „Berioska“ war aber nicht für alle ehemaligen Sowjetrepubliken einheitlich. In der Ukraine hießen diese Läden „Kaschtan“ (Kastanie). Andere Sowjetrepubliken wählten andere, landestypische Baumart-Bezeichnungen.

Im Jahre 1988 wurde, im Rahmen des „Kampfes gegen Privilegien“, die Auflösung des Handelsnetzes beschlossen. Dies führte zu einem Ansturm auf diese Läden, kurz vor deren Liquidierung, denn bei den „Privilegierten“ gab es noch jede Menge „Valuta-Zertifikate“, die sie noch schnell realisiert haben wollten.

Die Handelskette existierte jedoch auch nach der Schließung weiter und verkaufte Waren gegen Valuta – dann aber schon als Privatfirma. Wer Valuta besaß, konnte diese hier umsetzen. Mitte der 90er Jahre wurde die Firma wegen Unrentabilität geschlossen.

Historiker haben versucht, die Arbeit dieser Handelseinrichtung zu analysieren. Dies ist nicht möglich, da bis zum heutigen Tag alle Archive dieser Handelseinrichtung der Geheimhaltung unterliegen – sogar die Buchhaltungsdokumente. Die Geheimhaltungspflicht endet nach 30 Jahren, ausgehend vom Datum 12.03.2014. Dies geht aus einem Erlass über die Wahrung von Staatsgeheimnissen, unterschrieben vom russischen Präsidenten hervor.

Uwe Niemeier

… ach, ehe ich es vergesse: Wissen Sie eigentlich, dass dieser Wissenstest sich in der Nacht zum 1. des neuen Monats abschaltet? Ja, solche phantastischen technischen IT-Wunder gibt es auf unserem Portal. Und das nächste Wunder passiert dann schon eine Sekunde später, denn dann schaltet sich eine neue Umfrage-Frage wieder zu. Wenn Sie also nichts Besseres zu tun haben bleiben Sie doch einfach wach und beobachten diesen technischen Vorgang. Vielleicht sind Sie ja der oder die Erste mit dem „Klick“. Sie können zwar nichts gewinnen, aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl Erste(r) gewesen zu sein.

  • Was waren in der Sowjetunion Berioska-Läden?

    Läden für Öko-Lebensmittel - 3

    Läden, die vom KGB-Chef Beria beobachtet wurden - 15

    Valuta-Läden - 100