Armeedienst in Russland wird weiter liberalisiert

Armeedienst in Russland wird weiter liberalisiert
Russland führt ab September 2015 eine weitere Liberalisierung des Armeedienstes ein. Nun können Studenten von Ziviluniversitäten und Hochschulen im Hörsaal ihren Wehrdienst ableisten.
 
Soldaten und Unteroffiziere im Grundwehrdienst können ihren Wehrdienst zukünftig als alternativen Dienst ableisten, wenn sie Studenten an einer Universität oder Hochschule sind.
Die jungen Wehrdienstpflichtigen können nun wählen, ob sie 12 Monate in der Armee ihren Grundwehrdienst ableisten wollen oder ob sie sich während des Studiums an der Universität in einer der für die Armee interessanten Spezialrichtungen, neben ihrem Studium, ausbilden lassen wollen und dann in der Kategorie „Mobilmachungsreserve“ geführt werden. Die Ausbildung an den zivilen Einrichtungen findet in Form von Vorlesungen statt und einigen praktischen Übungen in der studienfreien Zeit.
 
Insgesamt sind 450 Stunden Theorie in der Universität, im Ausbildungszentrum oder in einem Truppenteil zu bewältigen. Des Weiteren hat der Student drei praktische Monate in einem Militärlager abzuleisten. Nach Abschluss gilt der Wehrdienst als vollwertig abgeleistet.
 
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es in Russland 72 Universitäten/Hochschulen, die über spezielle Fakultäten für diese Art Ausbildung verfügen und in der Lage sind 155 Fachrichtungen für das Militär auszubilden. Die Mehrzahl der Studenten bevorzugt aber weiterhin den direkten Wehrdienst und dient dann anschließend als „Grundwehrdienstleistender mit Diplom“. Grund hierfür ist, dass viele Studierende die Doppelbelastung vermeiden wollen, insbesondere weil durch die Armeeausbildung sie auch eine Reihe von Vorlesungen, Seminare und ähnliches nicht wahrnehmen können und somit die Gefahr besteht, die Examen nicht zu bestehen und Kurse wiederholen zu müssen, was zu einer Verlängerung des Studiums führt.
 
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