Bürgermeister: Kaliningrad ist keine Touristenstadt

Bürgermeister: Kaliningrad ist keine Touristenstadt

Der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk ist der Ansicht, dass es nicht möglich ist den Akzent darauf zu setzen, dass Kaliningrad eine Touristenstadt ist.

Nach Meinung von Alexander Jaroschuk sollte jeder Tourist mindestens 16 Fotos von Sehenswürdigkeiten der Stadt machen, die er besucht. Aber in Kaliningrad gibt es praktisch keine Motive die man fotografieren könnte.

Diese Aussage traf der Stadtchef als Antwort auf die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu Fragen der Stadtbaupolitik, der Punktbebauung in der Stadt und überhaupt dem äußeren Anblick der Neubauten in Kaliningrad.

„Ich habe auch jede Menge Anmerkungen. Der Anblick unserer Neubauten ruft bei mir auch keine positiven Emotionen hervor. In St. Petersburg z.B. gibt es keine Gebäude, dort werden Kunstwerke errichtet. Da gehst du spazieren, schaust und die Seele erfreut sich an dem Anblick. Leider wurden bei der Überarbeitung des Städtebaukodex einige Bestimmungen entfernt, die heute zu unserem Nachteil gereichen und die Städte leiden in ihrem Aussehen darunter“, so Alexander Jaroschuk.

Dass das Kaliningrader Zentrum völlig unbebaut ist, ist ein großes Plus – nach Meinung des Bürgermeisters. Im Rahmen des Projektes „Herz der Stadt“ haben wir alle Möglichkeiten.

„Wir sollten Kaliningrad nicht als Touristenstadt bezeichnen. Wir haben zu wenig Anziehungspunkte. Ein Tourist sollte in der Stadt 16 Fotoaufnahmen von historischen Objekten oder anderen interessanten Neubauten machen können. Wir haben aber solche Anzahl nicht“, beklagte sich der Bürgermeister.

Vermutlich kann das Meeresmuseum zukünftig einer der Anziehungspunkte werden, wenn die Rekonstruktion und die Neubauten beendet sind. Dann wird dieses Museum vermutlich eines der interessantesten Museen in Europa werden.

Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/29442-yaroshuk-nelzya-delat-akcent-na-tom-chto-kaliningrad-%E2%80%94-turisticheskij-gorod

 

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Kommentare ( 1 )

  • Jenenser

    Veröffentlicht: 13. August 2013 09:35 pm

    ...ich habe gerade den Originalartikel noch einmal überflogen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich Deinen Übersetzungskünsten nicht traue. Mich interessierten vor allem die Reaktionen in den Kommentaren der russischsprachigen Leser. Und so kann ich mich gleich dem ersten Kommentar anschließen, dass der Bürgermeister wohl seine eigene Stadt nicht kennt. Auf der einen Seite ist es möglich, dass er resigniert. Viele historische Gebäude, die meisten aus deutscher Zeit, sind im traurigen Zustand und warten auf dringende Sanierung. Sie geben tatsächlich keine gute Grundlage für eine Fotoaufnahme. Am Beispiel Sanierung “Kreuzapotheke”, in Deiner Galerie befinden sich ja einige Fotos, lässt sich eine unendliche Geschichte konstruieren. Vielleicht und da bin ich mir sogar ziemlich sicher soll die Äußerung von A.G.Jaroschuk jedoch genau das Gegenteil bewirken, nämlich alle Kräfte zu motivieren, sich mehr in und mit der Stadt zu engagieren. Und relativ schnell findet man dann mehr als 16 Fotomotive alter Gebäude und auch interessanterer Neubauten. Beim letzteren erinnere ich mich vor allem an das Fischdorf. In dem Zusammenhang stellt sich übrigens noch abschließend die Frage, wer diese Zahl 16 eigentlich zum Maßstab für eine Touristenstadt erhoben hat...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 13. August 2013 10:21

      ... Alexander Georgiewitsch kennt seine Stadt, da bin ich mir ziemlich sicher. Kommentare unter den Originalartikeln lassen in ihrer Qualität und Aussagefähigkeit häufig sehr zu wünschen übrig. Wir haben in der virtuellen Welt der Kommunikation in Kaliningrad/Russland noch viel Entwicklungspotential - insbesondere was den kulturvollen Umgang miteinander anbelangt. Ich bin auch mit vielen Entscheidungen von Führungspersönlichkeiten nicht einverstanden - bemühe mich trotzdem in meinen Stellungnahmen niemanden zu beleidigen - aber leider ist dies bei den einheimischen Kommentatoren/Usern häufig der Fall - konkrete Vorschläg, wie man es besser machen könnte, haben diese häufig auch nicht. Deshalb lese ich Kommentare nur in Ausnahmefällen.
      Natürlich ist die Zahl 16 nur eine symbolische Zahl. Der Bürgermeister wollte damit nur aufmerksam machen, das Kaliningrad kein Touristenzentrum ist und auch kein Touristen-Mekka wird. Er ist mehr Realpolitiker. Der Gouverneur wollte bis 2020 sieben Millionen Touristen nach Kaliningrad holen (in 2013 haben wir mit ein wenig Glück vielleicht 500.000). Zwischenzeitlich hat er seine Vorstellungen auf vier Millionen korrigiert. Wenn wir in 2020 zwei Millionen Touristen durch unsere plätschernden Ostseewellen und unsere wiedererrichtete Altstadt überzeugen können zu uns zu kommen - dann sollten wir froh sein. Kaliningrad hat einfach kein Konzept, wir schwatzen zu viel (wie mir scheint) und "verkonzeppeln" uns.

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