Deutschland hat noch nicht für den Zweiten Weltkrieg bezahlt

Deutschland hat noch nicht für den Zweiten Weltkrieg bezahlt

In der russischen Staatsduma hat man sich daran erinnert, dass Deutschland für seinen Überfall auf die Sowjetunion noch nicht bezahlt habe. Nun beschäftigt sich eine Spezialgruppe mit dieser Problematik

In der russischen Staatsduma hat man vorgeschlagen, Deutschland eine Rechnung für den Überfall auf die Sowjetunion und die damit verbundenen Schäden und Verluste auszustellen.

Wie hoch genau die finanziellen Forderungen sind, soll eine Arbeitsgruppe festlegen, die Reparationsforderungen erarbeiten soll. Diese Informationen sind am 3. Februar Meldungen der Zeitung „Iswestija“ zu entnehmen.

„Faktisch hat Deutschland der UdSSR keinerlei Reparationen für die Zerstörungen und Opfer während des Großen Vaterländischen Krieges bezahlt. Mit der DDR wurde nach dem Krieg eine Vereinbarung über die Einstellung von Reparationszahlungen geschlossen. Mit der BRD oder mit dem wiedervereinten Deutschland gab es solche Vereinbarung nicht. Somit ist diese Frage offen“, - so der Abgeordnete der Liberalen in der Staatsduma Michael Degtjarew.

Er erinnerte daran, dass Deutschland sogar den Staaten Schäden erstattet hat, die nicht am Zweiten Weltkrieg teilgenommen haben, wie z.B. Israel im Rahmen der „Erstattung von nationalsozialistischen Ungerechtigkeiten“ mehr als 60 Mrd. Euro erhalten hat.

„Es sieht also so aus, das Deutschland sechs Millionen Opfern des Holocaust eine Kompensation bezahlt hat und gleichzeitig 27 Millionen ermordete sowjetische Menschen ignoriert. Ich denke mal, dass die Endsumme für Reparationen zum gegenwärtigen Preisniveau nicht weniger als drei-vier Milliarden Euro, welche Deutschland dem Rechtsnachfolger der UdSSR, also Russland, bezahlen muss“, - so der Abgeordnete.

Experten sind zu dieser Problematik unterschiedlicher Meinung. Forderungen an Deutschland, dazu noch 70 Jahre nach Beendigung des Krieges sind wenig real.

Ende Januar äußerte sich bereit der neue Premierminister Griechenlands zu Reparationsforderungen an Deutschland. Er vertrat die Ansicht, dass Griechenland Wiedergutmachungen durch Deutschland als „historische Schuld, internationale, europäische Schuld vor dem griechischen Volk …“ ansieht.

Im Januar 2013 hatte Griechenland in Berlin bereits eine Rechnung in Höhe von 160 Mrd. Euro für Handlungen der Nazis auf griechischem Territorium während des Zweiten Weltkrieges vorgelegt. Deutschland hatte daraufhin erklärt, dass man nichts schuldig ist, weil man im Jahre 1960 vertraglich Griechenland 115 Mio. DM (55,4 Mio. Euro) bezahlt habe.

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