Kaliningrader Bürgermeister zu Scheiß-Themen

Kaliningrader Bürgermeister zu Scheiß-Themen

Der Kaliningrader Bürgermeister sah sich genötigt, sich zu einem, für Kaliningrad beschissenen Thema zu äußern – den öffentlichen Toiletten.

Er gab gegenüber Journalisten zu, dass dieses Thema wenig erbauend und es eben deshalb nötig ist, öffentliche Toiletten in Kaliningrad zu errichten. In erster Linie sollen diese Toiletten dort errichtet werden, wo die Ströme von Touristenbussen Parkplätze erhalten. Gegenwärtig denkt die Stadt darüber nach, wo man diese Parkplätze einrichten kann. Als Empfehlung könnte man der Stadt vielleicht den Tipp geben, diese in der Nähe von Sehenswürdigkeiten einzurichten.

Der Bürgermeister erklärte den Journalisten, die sich zu einem kostenlosen Pressefrühstück bei ihm versammelt hatten, wie das denn so ist, mit den Touristen. Da kommen die Busse, halten an und mit vollen Blasen und Därmen steigen die Touristen aus und interessieren sich in erster Linie wo die Toiletten sind. Und wenn da eben keine Toiletten sind, dann ist eben die K… am dampfen … Deshalb muss man die Parkplätze und parallel auch gleich die nötigen Toiletten bauen.

Während ein Teil der anwesenden Journalisten die im Bürgermeisteramt eingerichteten Toiletten nutzten, hörte der andere Teil der Journalisten, dass der Bürgermeister „russische Toiletten“ in Kaliningrad aufstellen will – also Toiletten, die in Russland hergestellt werden – im Rahmen der Importablösungen.

Jaroschuk informierte, dass er an einer Sitzung der Kaliningrader Gebietsregierung teilgenommen habe und dort wurden solche Toiletten vorgestellt. Einzelheiten über die praktische Demonstration der Funktionalität der russischen Toiletten in der Gebietsregierung teilte er nicht mit. Ihm wurde noch mitgeteilt, dass so eine Einrichtung, je nach Ausstattung, zwischen 700-800tausend Rubel kostet. Es gibt auch Toilettenhäuschen für Mobilitätseingeschränkte – ließ sich der Bürgermeister begeistert aus. Sogar heißes und kaltes Wasser gibt es. Und Jaroschuk war so begeistert, dass er sich entschlossen hat, die ersten Toiletten schon in diesem Jahr aufzustellen. Das schon seit vielen Jahren zwei hochmoderne Toiletten am Oberteich stehen und diese anscheinend „Beratungsmuster“ sind (also nur zum anschauen und nicht zum ka…)  – das war ihm vermutlich entfallen.

Und ihm war wohl auch entfallen, dass er noch vor wenigen Monaten erklärt hatte, dass es überhaupt keinen Sinn mache in der Stadt öffentliche Toiletten aufzustellen. Es gibt in der Stadt jede Menge Cafés und Restaurants und da könnten die Leute rein und ihre Angelegenheiten erledigen. Und sein Stellvertreter Melnikow hatte daraufhin die „Bedürftigen“ aufgefordert sich nicht zu genieren und diese Gelegenheiten zu nutzen. Und wenn man ihnen Schwierigkeiten macht, so sollten sie sich beim russischen Verbraucherschutz beschweren (… aber wer will schon mit nassen oder vollen Hosen zum Verbraucherschutz). Und natürlich hatte sich damals auch gleich der Verbraucherschutz zur Wehr gesetzt und mitgeteilt, dass man solche Beschwerden nicht entgegen nehmen werde (… aus verständlichen Gründen, denn die vielen vollen und nassen …). Aber man soll die Angelegenheit nicht dramatisieren, denn ein Großteil der Besitzer der Restaurants zeigte sich solidarisch mit den Bedürftigen und wollte diese gewähren lassen. Steht dann abschließend doch die Frage, wozu man denn öffentliche Toiletten braucht?

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Kommentare ( 3 )

  • boromeus

    Veröffentlicht: 5. März 2016 21:48 pm

    Ich bin immer wieder begeistert.Rin inne Kartoffeln,raus ausse Kartoffeln..und was schert mich mein Geschwätz von Gestern.Ich weiss nicht, was Herr Bürgermeister sagen würde ,wenn plötzlich eine Busladung Touristen sein Kaffee stürmt ,um seine Toilettenanlagen zu nutzen.Oder Horden von Wildpinklern die Stadt besudeln.Gibt es in Kaliningrad überhaupt noch Entscheidungsträger ,die zu ihrem Wort stehen,und die wissen ,was sie tun.Oder richtet die Herren sich bei ihren Entscheidungen nach der Windrichtung ,die gerade herrscht und dem Stand der Sonne?Oder orakeln im Kaffesatz?Kommt Zeit ,kommt Sch......haus.?Или нет?

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 6. März 2016 00:14 pm

    Frage: Was ist schlimmer als ein Rundgang durch Kaliningrad!
    Antwort: Mit Prostataleiden in Venedig.

    PS: Auf Autobahntankstellen kostet ein WC-Eintritt 2,50 EUR.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 6. März 2016 03:50 pm

    Ach Uwe, immer wieder schön, wenn Sie solche "Probleme", die einerseits situationsbedingt sehr (!) ernst sind, mit einem Schuß von anriechendem Humor darbieten.
    Da kann man sich doch als Mensch mit normalem Verstand nur noch an "de Birne" fassen und sich fragen, hat der Bürgermeister als Bürgermeister keine anderen Probleme? Residiert er allein im Rathaus? Wofür bekommen die anderen Ratsherren, die wird es wohl auch geben, auch für die Stadtentwicklung, für Touristik, für Straßenwesen, für Bauwesen.... , für Finanzen usw. ihr Geld, wenn sich der Bürgermeister persönlich um Parklplätze, Toiletten, vielleicht noch um die Betreibung derselben und das AWP (A...wischpapier) kümmern muß? Ich möchte wetten, daß er sich aber bei der Einweihung des ersten Klo-Bungalows von der örtlichen Presse beim Durchschneiden des (roten oder gar braunen) Startbandes auch noch mit der Schere in der Hand fotografieren läßt. Die erste Rolle mit persönlichen Autogrammen unterm Arm.
    Aber da ist er auch nicht der Erste und Einzige. Da gibt es eine sächsische Stadt mit eigentlich ganz gutem Bier, da hat sich der O-Bürgermeister für die örtliche Heimatpresse bei der Freigabe eines Stücks Radweg, der Errichtung einer Mittelinsel in der Straße, und ähnlichen örtlichen Großtaten ablichten und in der Ortspresse abdrucken lassen. Daß von dem einen Ortsteil zum anderen dann letztendlich gar kein Radweg existiert, auch zig. Jahre danach noch nicht, das hebt diesen Herrn nicht ab.
    Aber er hat eine Marotte, sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal, welches Jahr für Jahr wieder veröffentlicht wird. Zu einem bestimmten Termin im Jahr (das Datum ist mir entfallen) hißt diese deutsche Amtsperson nicht privat, sondern dienstlich unter Anwesenheit der geladenen örtlichen Presse natürlich, an einem extra dafür errichteten Mast aus Nirostastahl auf dem Marktplatz vor dem Rathaus die tibetische Flagge, um der chinesischen "Okkupation" von Tibet zu gedenken. Vielleicht hofft er immer noch auf einen Besuch im orangenem Wickeltuch? Ansonsten interessiert das in der Stadt offensichtlich kein Schw....
    Wollen wir und wahrscheinlich Sie auch hoffen, daß sich der Kaliningrader O(?)- Bürgermeister nicht auch noch solche Marotten einfallen läßt. Oder ist da mein Wissensstand lückenhaft?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 6. März 2016 09:11

      ... an sich ist der Bürgermeister ganz in Ordnung, wirklich ein Arbeitstier, aber manchmal werden eben die Arbeitsschwerpunkte nicht so richtig gesetzt.

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