Kaliningrader Staatsanwalt gab erstes Interview

Kaliningrader Staatsanwalt gab erstes Interview

Der neue Kaliningrader Staatsanwalt, Sergej Tabelski gab sein erstes Interview. Journalisten stellten Unmengen Fragen und versuchten die „Loyalität“ des Staatsanwaltes zu testen.

Unter „Loyalität“ versteht man in Russland, wie nahe eine Funktionsperson (wie z.B. der Staatsanwalt) anderen staatlichen Verantwortlichen (z.B. dem Gouverneur) steht und „loyal“ über Gesetzesverletzungen dieser Personen hinwegsieht (oder auch nicht). Die Journalisten hatten den ersten Eindruck, dass Sergej Tabelski in erster Linie Staatsanwalt und Vertreter des Gesetzes ist.

Er kam etwas verspätet zu seiner ersten Pressekonferenz, da sich sein Gespräch mit Stanislaw Woskresenski, dem Vertreter des russischen Präsidenten im Kaliningrader Gebiet, etwas länger hinzog als geplant. Beide, Woskresenski und Tabelski kommen aus föderalen Strukturen und da müssen Prioritäten gesetzt werden.

Neben einer Reihe persönlicher Fragen (Familie, Wohnung, Dienstwagen) die Sergej Tabelski souverän und nachvollziehbar beantwortete gab es auch fachliche Fragen. Eine der Fragen betraf die Ermordung eines bekannten Kaliningrader Geschäftsmanns vor mehr als einem Jahr. Die Mörder wurden gefunden, strittig ist jetzt welche Anklage erhoben wird.

Ein weiterer Punkt betraf den Gouverneur Nikolai Nikolajewitsch Zukanov. In den Korridoren des Amtssitzes des Gouverneurs in der DD1 wurde unter den dortigen Aktenträgern getuschelt, dass der Gouverneur Einfluss genommen haben soll auf die Ablösung des bisherigen Gouverneurs und den darauf erfolgten Ämtertausch zwischen den beiden. Der ehemalige Staatsanwalt hatte dem Gouverneur sehr stark zugesetzt – so in der Sache des Vizepremier Marosow sowie zu dem Grundstück des Gouverneurs in Iwashkino.

Der neue Staatsanwalt verkündete auf eine entsprechende Frage von Journalisten, dass die Kaliningrader Staatsanwalt die Untersuchungen gegen den Kaliningrader Gouverneur fortsetzt. Er führte weiter aus, dass er sich in dieser Angelegenheit und zu den Arbeitsergebnissen seines Vorgängers genau kundig gemacht habe und der Ansicht ist, dass die Sache weiter verfolgt werden müsse. (Anm. UN: Es geht um ein Grundstück außerhalb Kaliningrads welches die Kategorie „Landwirtschaftliche Nutzfläche“ trägt und auf dem der Gouverneur für seine Familie ein Häuschen gebaut hatte. Lt. Gesetz darf er auf diesem Grundstück aber nur Gebäude bauen die notwendig sind für die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Grundstücks. Der ehemalige Staatsanwalt empfahl dort Viehzucht zu organisieren und Getreide anzupflanzen – dann sei alles gesetzlich in Ordnung. Der Gouverneur entschied sich dort ein paar Apfelbäumchen zu pflanzen und dies als landwirtschaftliche Nutzung zu deklarieren). Sollte diese Fläche nicht gesetzlich genutzt werden, wird der Staatsanwalt die Enteignung und Rückgabe des Grundstückes fordern.

Einen kleinen fotografischen Eindruck zu den vom Gouverneur des Kaliningrader Gebietes gebauten Schuppen und sonstigen Nutzgebäuden auf dem Grundstück für landwirtschaftliche Nutzung erhalten Sie unter folgendem Link:

Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/politics/2239784-tabelskiy-my-budem-otslezhivat-zanimaetsya-li-gubernator-v-ivashkino-fermerstvom.html

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