Kann man von einem Euro leben? Man kann!

Kann man von einem Euro leben? Man kann!
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Man kann sogar von weniger als einem Euro leben – nämlich genau mit 72 Rubel am Tag.

Das beweisen jeden Tag zehntausende Menschen, die sich in staatlichen Gebäuden aufhalten, die man gewöhnlich als Strafvollzugsanstalt, Gefängnis, Strafkolonie bezeichnet.

Der stellvertretende Chef der Strafvollzugsbehörde Russlands informierte, dass ein Strafgefangener dem russischen Haushalt im Monat durchschnittlich 2.160 Rubel kostet und somit das tägliche Speisenangebot rund 72 Rubel koste. Es handelt sich hierbei um einen Durchschnittswert, denn die Speisen sind natürlich unterschiedlich zusammengestellt, in Abhängigkeit ob es sich um Männer, Frauen, Jugendliche, Kranke Insassen handelt.

Und er kommentierte, dass sich das Speisenangebot natürlich nicht auf dem Niveau eines Restaurants bewege.

Um die Speisen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzen richtig kalkulieren zu können, verfüge der Strafvollzug über Spezialisten verschiedenster Hochschulen und Akademien, die derartige Berechnungen vornehmen.

Im Jahre 2018 wird die Behörde 15 Mrd. Rubel für die Speiseversorgung der Straftäter ausgeben. Noch vor sechs Jahren waren es 24 Mrd. Rubel. Der Rückgang ist wohl damit zu begründen, dass Maßnahmen eingeleitet worden sind, die die Korruption mit Lebensmitteln in den Strafvollzugsanstalten durch das dortige Aufsichtspersonal verhindern oder zumindest erschweren.

Neben der staatlichen Versorgung, die für die Strafgefangenen kostenlos ist, können diese gegen Zuzahlung weitere Lebensmittel erwerben.

Wie gut man in russischen Gefängnissen leben kann, zeigte ein kürzlicher Skandal, wo ein bekannter Verbrecher eine Strafe wegen Massenmord in der Strafkolonie Nr. 3 im Amursker Gebiet verbüßte und dort vor Kameras mit dem großen Löffel Kaviar aß sowie Krabben und Schaschlik vorgesetzt bekam.

Es sei noch an eine weitere Meldung erinnert, wo eine regionale Ministerin für Arbeit und Soziales öffentlich die Meinung vertreten hatte, dass man, bei kluger Nutzung der Angebote der Supermärkte, durchaus mit 3.500 Rubel im Monat leben kann. Für diese Bemerkung wurde sie entlassen.

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