Putin – Lawrow – Kerry, die Freundlichkeiten sind fast grenzenlos

Putin – Lawrow – Kerry, die Freundlichkeiten sind fast grenzenlos

Der russische Präsident Putin hat sich erstmals seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise mit einem hochgestellten Vertreter der amerikanischen Regierung getroffen. In seiner Residenz in Sotchi empfing er den amerikanischen Außenminister Kerry.

Noch liegen keine Detailinformationen über die inhaltliche Seite des Treffens vor, zum Zeitpunkt der Erarbeitung dieses Artikels hielten die Gespräche noch an. Aber es lagen Informationen vor, über die diplomatischen Freundlichkeiten und Artigkeiten beider Seiten im Vorfeld zu diesem Treffen.

Bevor sich der russische Präsident Wladimir Putin mit dem amerikanischen Außenminister traf, besprach dieser mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow detailliert die heißen Themen der Tagesordnung.

Der Vorsitzende des Komitees für außenpolitische Angelegenheiten in der russischen Staatsduma Alexej Puschkow kommentierte noch im Vorfeld des Treffens: „Augenscheinlich ist es so, dass wenn der Außenminister zu einem Treffen mit dem Präsidenten Russlands zu uns reist, dann hat uns die amerikanische Seite irgendetwas zu sagen.“ Er kam zu der Schlussfolgerung, dass es anscheinend nicht möglich ist, über das Thema „Ukraine“ alles andere zu vergessen.

Der amerikanische Außenminister betonte die Notwendigkeit, immer eine direkte Nachrichtenlinie zwischen den Hauptverantwortlichen zu halten. Es gibt viele Dinge, die man gemeinsam machen muss, einfach aus gemeinsamen Interessen.

Während des Treffens der beiden Außenminister in Sotchi wurden die Fragen der Ukraine und Probleme in der arabischen Welt besprochen. Selbst während des gemeinsamen Mittagessens wurden die Gespräche fortgesetzt. Einzelheiten der Gespräche zwischen beiden Ministern wurden nicht veröffentlicht, Lawrow jedoch charakterisierte die Gespräche mit dem Wort: Wunderbar.

Beide Minister nahmen sich aber Zeit, um den anwesenden Pressevertretern über die gegenseitigen Geschenke zu erzählen.

Im Januar 2014 hatte der amerikanische Außenminister seinem russischen Kollegen Lawrow in Paris eine Kartoffel aus dem Staat Idaho geschenkt. Nun wurde bekannt, dass die amerikanische Kartoffel für russische Erde nicht geeignet ist. Auf Bitten eines russischen Bauern im Kuban, wurde die Kartoffel dorthin gesandt. Sie hat nicht überlebt. Dies wurde nun offiziell durch einen Vertreter des russischen Außenministeriums erzählt, aber auch Lawrow informierte bereits vorher in einem Telefongespräch John Kerry über den Tod der amerikanischen Kartoffel in russischer Erde.

Jetzt hat Sergej Lawrow John Kerry eine Tomate und eine Kartoffel aus dem Anbaugebiet Krasnodar geschenkt. Die Kartoffel, so eine Vertreterin im russischen Außenministerium, ist sehr entfernt verwandt mit der Kartoffel, die John Kerry 2014 geschenkt hatte.

Weiterhin erhielt der amerikanische Gast ein T-Shirt mit der russischen „Sieges-Symbolik“.

Im Gegenzug schenkte der amerikanische Außenminister seinem russischen Kollegen eine Liste von Zitaten aus russischen Massenmedien, welche nicht wirklich das reale Potential der möglichen gemeinsamen Beziehungen widerspiegeln und die aber jetzt einer Verbesserung bedürfen.

Dann gab es noch einige Irritationen, ob dies wirklich ein Geschenk war oder ob es noch weitere Aufmerksamkeiten gab. Dann wurde nachgereicht, dass der russische Außenminister noch eine Dokumentenmappe erhalten hatte.

Nachtrag, Dienstag 20.15 Uhr: Wie soeben gemeldet wurde, ist das Treffen des russischen Präsidenten Putin mit dem amerikanischen Außenminister beendet worden. Es wurden keinerlei Erklärungen zu Inhalten des Gespräches abgegeben. Auf Nachfrage von Journalisten nach dem Inhalt der Gespräche wurde wiederholt: "Wunderbar".

Reklame

Kommentare ( 1 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 13. Mai 2015 21:39 pm

    Ja, wirklich "wunderbar"!
    Und was hat es gebracht? Kerry tritt vor die Außenminister der EU, die eigentlich ganz andere Themen auf dem Schirm hatten und verkündet, daß es nun darauf ankäme, Rußland und die Separatisten zu zwingen, das Minsker Abkommen umzusetzen.

    Also war das Sotschi-Treffen von US-Seite aus nur eine Show-Veranstaltung, um sich wieder ins Licht zu bringen? Irgendwie scheinen die "Sanktionen" die Russen nicht in die Knie zu zwingen. Offensichtlich passiert das Gegenteil. Nichts von Isolation. Die Welt ist eben größer als Westeuropa und die Insel zwischen Atlantik und Pazifik. Daß die Nato-Länderchefs nicht nach Moskau kamen, wissen wir ja, wie man so etwas macht. Damit wird sich ja auch öffentlich gebrüstet. Genauso wie das Mitmachen bei den Sanktionen. Ungeheurer Druck aus Washington und - Berlin - . Sollte man nicht vergessen. Da muß es irgendwo einen Bericht darüber geben, mit welchen Mitteln die brasilianische Präsidentin erpreßt wurde. Sie wollte auch kommen. Aber dann wären ja alle BRICS-Länder zusammen gewesen.
    Wer weiß, was diese dann wieder ausgeheckt hätten, was diesem Nicht- Friedenspreisträger die Suppe noch mehr versalzen hätte. Diese Parade und vor allem die anschließenden Demonstrationen Hunderttausender russischer Bürger mit der Ehrung der Kriegsteilnehmer hat weltweit starken Eindruck hinterlassen, außer der deutschen Systempresse. Warum wohl?
    Und dem Herrn in Washington muß doch nun nicht nur ein Licht sondern endlich der Kronleuchter aufgegangen sein, daß er dieses Volk nicht auseinander dividiert.

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung