Russische Auslandsstudenten werden nach Russland zurückgerufen

Russische Auslandsstudenten werden nach Russland zurückgerufen

Russische Studenten, die in Ländern studieren, die sich eindeutig antirussisch positionieren, werden nach Russland zurückgerufen.

Ein entsprechendes Projekt unter der Bezeichnung "Highly Likely Welcome Back“ oder „Zeit nach Hause zu kommen“, wird durch die zuständige staatliche Behörde „RosZusammenarbeit“ gestartet. In erster Linie will man sich an Studenten wenden, die sich in Großbritannien befinden.

In der Behörde zeigt man sich überzeugt, dass ein Großteil der russischen Studenten bereit ist, nach Russland zurückzukehren – und zwar aus politischen Gründen. Die Aufgabe Russlands besteht darin, diesen Studenten bei der Rückkehr zu helfen. Und man muss sich parallel um die Fragen der Sicherheit der russischen Studenten kümmern.

Russland befürchtet, dass die Studenten in Provokationen hingezogen werden könnten – dies nicht nur in Großbritannien, sondern auch in anderen Ländern mit einer antirussischen Einstellung.

Den russischen Studenten, die aus dem Ausland zurückkehren wollen, wird vorgeschlagen, ihr Studium an der renommierten Bildungseinrichtung für Internationale Beziehungen des russischen Außenministeriums fortzusetzen. Entsprechende freie Kapazitäten werden geschaffen.

Geklärt wurde auch das Problem der Unterbringung der Studenten und von Arbeitsplätzen nach Abschluss des Studiums.

Eine Befragung von Studenten und Experten in Großbritannien hat ergeben, dass man gegenwärtig keinerlei Druck von irgendeiner Seite im Zusammenhang mit der politischen Situation spüre.

Offizielle Angaben besagen, dass im Jahre 2017 rund 60.000 russische Studenten im Ausland einen Studienplatz belegt hatten.

Kommentiert wurde weiterhin, dass häufig die ausländischen Bildungseinrichtungen überbewertet werden und man die Studienmöglichkeiten russischer Einrichtungen unterbewerte, ja teilweise sogar gar nicht kenne.

Uwe Niemeier

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Kommentare ( 5 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 17. April 2018 21:06 pm

    Ist das schlimm. Eigentlich unfassbar. Die Wissenschaft lebt vom Austausch. Es ist wesentlich, auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs, internationale Erfahrungen zu sammeln. China hat das schon sehr, sehr lange erkannt. Und man sieht, wo China jetzt steht - in der Wirtschaft, in der Wissenschaft ... eher ist damit zu rechnen, dass einige sich jetzt frühzeitig entscheiden ihre zukünftige Existenz im pösen Westen aufzubauen, um eine echte Perspektive zu haben. Es stellt sich nämlich die Frage, wann die Grenzen ganz dicht gemacht werden. Immerhin darf schon eine erhebliche Anzahl russischer Bürger nicht mehr frei reisen - und das nicht, weil sie Schulden etc. haben ...

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 17. April 2018 21:56

      ... ich glaube, Sie haben da etwas falsch verstanden. Es wird niemand gezwungen zurückzukehren. Es wird den Studenten ein Angebot gemacht, ihr Studium in Russland zu beenden. Und jeder Student kann entscheiden, ob er das will oder auch nicht.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 17. April 2018 23:29 pm

    @UEN
    Ich sehe das als unguten Anfang. Es gibt Bitten, die kann man irgendwann nicht ablehnen, ohne Probleme zu bekommen. Vor mehreren Wochen wurde in einer liberalen (?) Zeitung Wissenschaftler aufgefordert, nicht mehr im Ausland zu publizieren, damit das Wissen nicht "abfließt".

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 17. April 2018 23:34

      ... jeder wehrt sich so, wie er es für richtig hält. Und das über Veröffentlichungen Wissen abfließt ist nun mal so, das war schon immer so. In den "Spezialorganisationen" sitzen ganze Abteilungen, die sich mit der Auswertung der Medien beschäftigen. Rund 80 Prozent aller Erkenntnisse über ein Land, erhalten die Dienste aus den Medien und nicht durch Spionage.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 18. April 2018 02:32 pm

    Frank Werner
    Veröffentlicht: 17. April 2018 23:29:14

    Ich verstehe Ihre ganze Aufregung nicht. Außerdem scheinen Sie immer noch davon auszugehen, daß man sich eine echte Perspektive eben nur im Westen aufbauen kann. Aber das scheint wohl eine überholte Sicht zu sein. Wenn Rußland jetzt die Voraussetzungen schafft, daß die russischen Studenten, die sich im westlichen Ausland aufhalten, bei Bedarf ihr Studium ohne Beeinträchtigungen in der RF fortsetzen und abschließen können, so sehe ich das in Bezug der fast allumfassenden Angriffe verschiedener Natostaaten auf die RF als fürsorglich für diese Bürger an.
    Andererseits kann ich mich noch an die COMECON-Boykotte des Westens gegen RGW und Warschauer Vertrag sehr gut erinnern. Da ging es auch um das Abfließen und Umnutzen von Wissenschaft und Technik, was verhindert werden sollte. Es ist eben so, daß in gewissen Sparten der Westen sehr an Erkenntnissen des Ostens "interessiert" ist. Warum wohl?

  • Hanns Otto Timm

    Veröffentlicht: 18. April 2018 08:39 pm

    Was kann man denn im "Westen" besser studieren...Political Correctness, Gender, 60 verschiedene "Geschlechter", Analsex im Kindergartenalter, moderne Rechtschreibung, vielleicht gewürzt mit etwas Pädophilie...
    Ja, das alles brauchen die "modernen" Menschen natürlich. Und das gibt es nur im "Westen". Pfui deibel!
    Jeder junge Russe sollte sich verpflichtet fühlen, in seinem Land zu studieren. Und die allermeisten tun das ja auch!

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 18. April 2018 09:19

      ... die andere Seite ist aber auch die, dass es für den russischen Staat mal von Interesse sein müsste, welche Motive diese Studenten haben, um im Ausland zu studieren. Und wenn einige Motive durchaus nachvollziehbar sind, so sollte eben Russland daran arbeiten, dass diese Motive zukünftig wegfallen. Wir wissen ja, dass gegenwärtig das Bildungsministerium (ähnlich wie die Zentralbank), daran arbeitet, dass russische Bildungswesen von unseriösen Unis und Hochschulen zu säubern ... Und leider ist es nun mal so, dass einige wenige Unseriöse oftmals den Ruf einer ganzen Branche verderben ... Ein Studium im Ausland kann durchaus Sinn machen, wenn der Student dann anschließend mit diesem Wissen dafür sorgt, dass es in Russland vorwärts geht. Ist der Student generell "unpatriotisch" eingestellt ... tja, dann ist er eben für Russland "verloren".

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 18. April 2018 12:33 pm

    Ich bin der Ansicht, daß die "wilden" Jahre unter Jelzin, wo so vieles zu Bruch gegangen ist, auch das Bildungswesen und die Wissenschaften hart getroffen hat. Auf einmal sollte alles was war, falsch gewesen sein, auf einmal sollte alles, was aus dem Westen kam, goldener als Gold sein. Da haben viele kluge Menschen, die keine richtige Existenzgrundlage mehr in Rußland hatten, sich entschlossen im Ausland eine neue Existenz geschaffen. Und im Westen wurden die Wissenschaftler mut Kußhand genommen. Nicht nur, weil sie mit einem viel niedrigeren Lohn zufrieden waren. Es ist ja bekannt, daß die russischen Wissenschaftler in der Regel eine viel umfangreichere Grundlagenausbildung erhielten als in den Universitäten des Westens üblich. War ja auch in der DDR so. Andererseits wurden aber auch viele Abschlüsse nicht anerkannt.
    Und so haben sich auch noch viele Vorstellungen von den angeblichen aber auch realen Vorteilen eines Studiums im Ausland gehalten. Trifft auch auf deutsche Studenten zu.

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