Russischer Außenminister sieht besorgte deutsche Wirtschaft in Russland

Russischer Außenminister sieht besorgte deutsche Wirtschaft in Russland

Deutsche Firmen die in Russland tätig sind, sind besorgt über die antirussischen Sanktionen der Europäischen Union. Dies führte der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview mit „Russia beyond the headlines“ aus.

„Die Chefs von führenden deutschen Firmen, welche in Russlands tätig sind, zeigen offen ihre Beunruhigung im Zusammenhang mit der Zuspitzung der Sanktionsspirale durch die Europäische Union. Gleichzeitig betonen sie, dass ihre Firmen bereit sind, die Zusammenarbeit mit den russischen Partnern fortzusetzen“, - so der Minister.

Im letzten halben Jahr hat sich der russische Außenminister zweimal mit den „Kapitänen des deutschen Business“ in Moskau und München getroffen. Er informierte, dass von russischer Seite der ständige Dialog mit der deutschen Geschäftswelt gesucht wird und gemeinsam Perspektiven der Zusammenarbeit und konkrete Projekte  besprochen werden.

Der Chef des russischen Außenministeriums bekannte aber auch, dass die Intensität des politischen Dialogs zwischen Russland und Deutschland spürbar rückläufig ist. In solchen Fällen ist es dann normal, dass die Rolle geschäftlicher Kreise wächst um weitere positive Signale zu senden und das Vertrauen zwischen beiden Ländern zu erhalten.

Lawrow empfahl, dass Europa von der bisherigen Praxis, jedes Problem alleine für sich gesehen, Abstand nimmt. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht – so der Minister. Die Welt durchlebt gegenwärtig eine schwierige und wilde Phase. Und unter den Bedingungen, dass eine strategische globale Sichtweise fehlt, kann es dazu kommen, dass man die Fähigkeit verliert adäquat auf Ereignisse zu reagieren – so Lawrow weiter im Interview.

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Kommentare ( 1 )

  • Regul

    Veröffentlicht: 7. Mai 2015 11:03 pm

    @pazi
    Es mag schon stimmen 'Der Westen ist nicht die ganze Welt', allerdings blicken alle Augen in diese Richtung. Das Kapital, man mag durchaus diskutieren wie dieses Geld angehäuft wurde, zentriert sich durchaus mittels Beteiligungen, Aktien und Anlagevermögen in 'westlichen' Ländern. Allerdings ist auch fest zu stellen, dass immer mehr versucht wird einen wirklich freien Kapitalfluss zu unterbinden und das Geld auch im Westen fest zu setzen. Der Versuch Swift für Russland außer Kraft zu setzen etc. Noch sind wir nicht ganz so weit, aber auf Grund der hohen Überwachung, scheint dieses Ziel nicht mehr weit entfernt. Ich amüsiere mich derzeit köstlich über den Rubel-Aufstieg und die Stabilisierung der russischen Wirtschaft, während hierzulande, außerhalb der schönen Worte in den Qualitätsmedien, eher mit Stagnation und Rücklauf zu rechnen ist.

    Bei der 'deutschen Wirtschaft' sollte man eventuell einmal tiefer blicken. Die system-immanenten Firmen sind natürlich mit unserer Politk im höchsten Maße verstrickt. Die Qualitätsmedien stellen deren Aussagen zu Sanktionen immer gerne nach vorne. Auch wenn Betriebe in Russland geschlossen werden, wird das gerne groß veröffentlicht, das passt einfach zu sehr in deren Propaganda-Popanz.

    Worauf im Artikel angesprochen wird, sind aus meiner Sicht wohl eher die Mittelständler, die im Geschäft mit Russland eine lukrative Entwicklungsmöglichkeit für beide Seiten sehen. Ich denke Russland versteht durchaus, dass es hier deutliche Unterschiede in den Sichtweisen gibt. Natürlich wird die aktuelle Lage sehr empfindlich mit verfolgt, man möchte ja nicht die eigene Arbeit und den jahrelangen Einsatz mitsamt den Investitionen riskieren. Jedes deutliche Wort aus Russland, wird sicherlich gerne angenommen, da man natürlich gerne die Zusammenarbeit fortsetzt.

    Sollte sich Russlands Schwerpunkt auf die BRICS-Staaten verstärken und festigen, wird die EU vermutlich einen rasanten Abstieg hinlegen. Der lachende Dritte wird dann eher die US-Regierung sein, welche dieses ganze 'Spiel' angezettelt hat.

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