Russland reagiert auf Flugzeug-Abschuss über Syrien

Russland reagiert auf Flugzeug-Abschuss über Syrien
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Seit heute ist der Welt klar, dass die Ergebnisse langwieriger Verhandlungen zwischen Russland und Israel im Jahre 2013 Geschichte sind.

Im Jahre 2013 hatte Israel Russland gebeten, keine Raketen S-300 an Syrien zu liefern. Ein entsprechender Vertrag war im Jahre 2010 zwischen Russland und Syrien abgeschlossen worden. Israel fürchtete, dass diese Raketen gegen israelische Flugzeuge, die syrisches Territorium angreifen, eingesetzt werden könnten.

Russland kam dieser Bitte nach und bis heute hat Syrien keine Raketen dieses Typs erhalten. Aber wie gesagt – bis heute. Denn heute hat Russland beschlossen und verkündet, dass die syrische Armee in den nächsten zwei Wochen diese Raketen erhalten wird.

Anlass für dieses Umdenken ist der Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges durch die syrische Armee. Russland ist jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass Israel diesen Abschuss provoziert hat, in dem die angreifenden israelischen Flugzeuge das russische Flugzeug als Schutzschild genutzt haben.

Israel sieht dies anders.

Für Russland ist zukünftig wichtig, dass die Sicherheit seiner Militärangehörigen in Syrien gewährleistet ist. Und mit dem Auftauchen der Raketen S-300 in den Händen der Syrer, werden sich die Israelis natürlich jeden Militäreinsatz ihrer Luftwaffe gründlich überlegen.

Es ist schade, dass durch eine einzige Provokation, die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Israel, erreicht in langjährigen Verhandlungen, beendet wurde. Vertrauen wurde in sekundenschnelle vernichtet.

Am Montag telefonierten der russische Präsident Putin und der syrische Präsident Assad miteinander. Nach den Beileidsbekundungen durch Assad, erfuhr dieser von Putin, dass er die seit Jahren ersehnten S-300 nun in den kommenden Tagen erhalten wird.

Und beide nutzten die Gelegenheit, um die Situation in Idlib zu besprechen. Was dies konkret zu bedeuten hat, wurde nicht kommentiert.

Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, kommentierte anschließend für die Medien, dass die an Syrien zu liefernden Raketen S-300 nicht gegen dritte Länder eingesetzt werden. Man könnte dies so verstehen, dass diese Raketen, wenn sie denn mal fliegen, die syrische Grenze in keiner Richtung überschreiten werden, sondern ihr Ziel nur im syrischen Luftraum suchen. Israel wird sicherlich dankbar für diese Erklärung Russlands sein. Und wenn keine israelischen Flugzeuge sich im syrischen Luftraum befinden, werden sicherlich auch keine S-300 gestartet werden.

Um dies auch zu gewährleisten, könnte es durchaus denkbar sein, dass russische Militärberater direkt in der Fahrerkabine dieser Raketenkomplexe als Begleiter mit sitzen und ein Wörtchen mitreden, wann und wo auf den Startknopf gedrückt wird.

Das wiederum gibt erhöhte Schwierigkeitsgrade für die Israelis, die sofort nach Bekanntwerden dieser Information erklärt haben, dass sie die Raketenkomplexe vernichten werden, wenn von dort eine Rakete gestartet wird. Mit anderen Worten, man ist bereit, russische Militärs zu töten. Das hört sich nicht gut an.

Aber, Russland ist an keinem Konflikt interessiert und hat auch hier schon Vorsorge getroffen, denn Sergej Schoigu, russischer Verteidigungsminister erklärte am Montag, dass die russischen Einheiten, die sich mit elektronischer Kampfführung beschäftigen, verstärkt werden und zukünftig mit radioelektronischen Kampfmitteln sämtliche Flugaktivitäten im küstennahen Bereich und über dem Luftraum von Syrien verhindern werden. Die russische Technik ist in der Lage, sämtliche Elektronik, die sich an Bord eines angreifenden Flugzeuges befindet, auszuschalten.

Schoigu kommentierte, dass diese Maßnahmen vielleicht dazu beitragen, dass sich bei einigen Hitzköpfen, eben diese Köpfe wieder ein wenig abkühlen.

Israel hatte, kurz nach dem Zwischenfall, Syrien die Schuld zugeschoben und kommentiert, dass es zu dem Abschuss nur kommen konnte, weil die syrischen Militärs ungenügend qualifiziert sind.

Das mag möglich sein und vielleicht sind auch die russischen Militärs zu dieser Überzeugung gelangt, denn Schoigu informierte, dass man weiterhin hochmoderne automatisierte Führungssysteme für die Luftabwehr an Syrien liefern werde, die es bisher nur in der russischen Armee gäbe. Eine interessante Information – steht auch hier die Frage, wer diese, vermutlich streng geheimen Systeme, bedienen wird: Syrer oder Russen?

Diese Systeme werden alle russischen Flugzeuge identifizieren und mit der syrischen Luftabwehr koordiniert – so der Verteidigungsminister.

Und, um nochmals auf die elektronische Kriegsführung zu sprechen zu kommen. Sergej Schoigu informierte, dass Militärflugzeuge anderer Staaten natürlich über Satellitensysteme gesteuert werden. Und eben um diese Satelliten geht es, wenn von elektronischer Einflussnahme gesprochen wird.

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