Altdeutsche Brücken müssen weichen

Altdeutsche Brücken müssen weichen

Die Kaliningrader Stadtverwaltung hat mit Magendrücken entschieden, das zwei altdeutsche Brücken die auf die „Insel“, dem Baugebiet für das Stadion zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 führen, leider abgerissen werden müssen.

Anfänglich war geplant gewesen, diese beiden Brücken zu rekonstruieren. Jetzt ist klar, dass eine Rekonstruktion nicht ausreicht, um die Verkehrsströme richtig zu lenken und auch die Belastung auszuhalten.

 

 

Wie der für die Stadtentwicklung verantwortliche Architekt Artur Krupin mitteilte, wird zuerst die sogenannte „Hohe Brücke“ demontiert. Sie verbindet die „Insel“ mit den Straßen „Bagrationa“ und „Dscherschinski“. Die Metallkonstruktion wird noch ein wenig Geld bringen, da sie dem Schrotthandel übergeben wird. Der von der Pfeilerdemontage gewonnene Bauschutt wird für die Grundverfestigung genutzt.

Die neue Brücke wird um drei Meter breiter. Auch wird die neue Brücke keinerlei hässliche Rohr- oder sonstige Kommunikationsleitungen mehr aufnehmen. Die Bauarbeiten an dieser Brücke sollen im Mai 2017 abgeschlossen sein.

Danach beginnen dieselben Arbeiten an der „Holzbrücke“. Hier müssen die Arbeiten im ersten Halbjahr 2018 beendet werden.

An sich stellen beide Brücken eine bauhistorische Attraktion dar. Allerdings ist nirgendwo geschrieben, welche Elemente dieser Brücken besonders schutzwürdig sind. Die Brücken verfügen über einen Mechanismus zum Hochklappen der Brücken. Diese werden sorgfältig demontiert und einem Museum übergeben.

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Kommentare ( 2 )

  • boromeus

    Veröffentlicht: 20. Februar 2016 00:46 pm

    Was für ein Glück, dass es die Weltmeisterschaft gibt.Da kann man endlich schöne neue Betonbrücken bauen .Beton kann man besonders gut in Kaliningrad.Wenn man 70 Jahre nichts an Bauwerken tut, dann muss man sich nicht wundern ,wenn Tragkräfte schwinden.Eigentlich historisches Bauwerk,Stahlteile verschrotten ,Klappmechanismus ins Museum. Welch nobler Gedanke...
    Am besten ihr tilgt den Dom auch noch und baut n schönes Betonhotel dahin,wegen der grossen Massen, die in die die Stadt stroemen..Und wenn dann der letzte rote Backstein Königsberg verschwunden ist, dann könnt ihr der Welt eure maroden kulturhistorischen Betonburgen am Pregel präsentieren .Die man bis heute ja mangels Masse nicht vor dem Verfall retten konnte.Abreissen statt bewahren ,welch wunderbare Kultur....

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 20. Februar 2016 08:35

      ... na, na, na ... man muss ja nicht gleich so übertreiben. Es soll auch in anderen Ländern die Notwendigkeit bestanden haben, Brücken abzureißen und neue zu bauen, die den modernen Anforderungen des Verkehrs besser entsprechen.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 20. Februar 2016 09:25 pm

    Vielleicht sollte man damit erst anfangen, wenn der Stadionbau deutlich weiter fortgeschritten ist. Eventuell erledigt sich ja der Abriss.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 20. Februar 2016 10:33

      ... beide Brücken hätten sowieso instand gesetzt werden müssen. Über eine der Brücken führt eine Straßenbahn und die neue Straßenbahn (polnische) hat ein Gewicht, das für diese Brücke zu schwer ist ... also wenn man mal auf diesen Brücken steht wird klar: Fußball-WM2018 hin oder her, man muss was mit den Brücken tun.

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