Arme Russen – Iwan-Normalsparer auf´s Bankkonto geschaut

Arme Russen – Iwan-Normalsparer auf´s Bankkonto geschaut
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Nachdem wir vor einigen Tagen über die armen Milliardäre in Russland informiert hatten, nutzen wir Veröffentlichungen russischer Medien, um über den einfachen, bescheidenen russischen Sparer Iwan Iwanowitsch Iwanow zu berichten.

Westliche Medien berichten immer wieder über die schlimmen Lebensumstände der Russen, über Hilfsbedürftigkeit, wirtschaftliche Stagnation und soziale Bedürftigkeiten.

Nun veröffentlicht RosStat, die russische Statistikbehörde – die man natürlich der staatlich organisierten Propaganda beschuldigen kann – Zahlen zu den Spareinlagen des ganz normalen russischen Bürgers.

Man teilt mit, dass es den Russen im Jahre 2018 gelungen ist, sich drei Billionen Rubel, also rund 40,5 Milliarden Euro, vom Leibe zu hungern, um dieses Geld teilweise russischen Banken in Form einer Spareinlage anzuvertrauen. Damit wuchsen die Geldreserven der Russen auf insgesamt 33,6 Billionen Rubel, also rund 454 Milliarden Euro, oder um 9,4 Prozent im Jahre 2018, im Vergleich zu 2017.

Kommentiert wird, dass nicht die Gesamtsumme dieser Gelder in Form von Festgeldern oder Spareinlagen existiert. 22,3 Billionen Rubel vertrauten die Russen den Banken in traditioneller Form an, der Rest existiert als Bargeld bzw. in Form von Wertpapieren.

Wir überlassen es der freien Phantasie unserer Leser und Zuschauer zu vermuten, dass die Wirtschafts- und Versorgungslage der Russen so katastrophal ist, dass es nichts in den Supermärkten Russlands zu kaufen gibt und eben deshalb die Spareinlagen gewachsen sind.

Analytiker schätzen ein, dass im aktuellen Jahr die Rücklagen der Russen noch weiter erheblich wachsen werden. Grundlage für diese Vermutungen sind die hohen Zinsen, die für Geldanlagen geboten werden und die Inflation, die die Russen davon abhält, Großeinkäufe zu tätigen.

Empfohlen wird, dass die Russen Geldanlagen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr tätigen und nach Möglichkeit in Valuta, da durch das Kursentwicklung die Rubel-Wertsteigerung der Anlage wesentlich größer ist, als die beste Verzinsung einer Rubel-Geldanlage.

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Kommentare ( 6 )

  • Georg

    Veröffentlicht: 8. März 2019 12:34 pm

    Herr Niemeyer, ich lese mit großen Interesse ihre Ausführungen, zweifle auch nicht an guten Recherchen ihrerseits. Was ich aber nicht verstehe, warum ich im Bekanntenkreis meiner Frau keine positiven Rückmeldungen über das Leben in Russland bekomme. Ich arbeite als Ruheständler aushilfsweise bei der Fa. GLS Paketdienst und dort sind im Be- und Entladebereich fast ausschließlich nur russische Zeitarbeiter. Es ist Maloche vom Feinsten, ein wahrhafter Knochenjob und GLS findet für diese Tätigkeit deshalb auch keine Einheimischen. Ich vollziehe diese Tätigkeit 2 - 3 mal die Woche für 4 Std, sehe es als sportliche Herausforderung und bin erstaunt, dass die fleissigen Leute es jeden Tag bei 8 - 10 Stunden körperlich durchhalten. Die Bezahlung liegt bei 9.30 Euro die Stunde, aber die Arbeiter werden von ihrer russ. Vermittlungsfirma brutalst abgezockt, dass am Monatsende ca. 500 - 600 Euro bleiben. Warum tun sich die Leute diesen Job an, wenn in Russland doch angeblich alles gut ist.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. März 2019 12:47

      ... niemand sagt, das in Russland alles gut ist. Russland ist ein ganz normales Land mit Stärken und Schwächen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Und genau so, wie viele Deutsche Deutschland verlassen, weil sie es nicht mehr "aushalten", tun dies auch Russen. In Russland glaubt man (auch sehr viele aus meinem Bekanntenkreis), dass Deutschland das Paradies auf Erden ist. Man lebt von Stereotypen der Vergangenheit (Deutschland ist diszipliniert, ehrlich, pünktlich, arbeitet hochqualitativ usw. usw.). Was russische Arbeitskräfte in Deutschland anbelangt, wie sie dorthin gelangt sind und wie sie zu einer deutschen Arbeitsgenehmigung gekommen sind, kann ich nicht sagen ... Wenn ihnen am Monatsende die genannten 600 Euro bleiben, erhalten das gleiche wie in Russland. Warum sie in Deutschland bleiben? Keine Ahnung.

      Ihre Frau hat einen Bekanntenkreis, der sich sicherlich aus Personen bildet, die ihrer Frau gedanklich nahestehen. Und Ihre Frau scheint gegenüber Russland eine kritische Einstellung zu haben. Deshalb werden Sie auch von ihrer Frau und vom Bekanntenkreis ihrer Frau immer nur Kritisches hören ... ganz logisch.

  • Georg

    Veröffentlicht: 8. März 2019 13:03 pm

    Diese Leute werden angeheuert über einer russischen Firma mit Sitz in Lettland und einer Zweigstelle in Augsburg. Die Leute bekommen Zeitarbeitsverträge für ein halbes Jahr und müssen dann wieder zurück, die meisten hören aufgrund der schweren Arbeitsbedingungen jedoch vorzeitig auf, der Nachschub ist aber anscheinend grenzenlos. Am meisten ärgert mich wirklich, dass man diese fleißigen Menschen brutal abzockt. Sie müssen eine Vermittlungsgebühr von 387 Euro, 250 Euro für Übernachtung in einem Vierbettzimmer, 50 Euro für den Shuttleservice usw. bezahlen. Das finde ich einfach unglaublich, aber man kann rechtlich wenig unternehmen. Ich habe mich gestern unterhalten mit einem Alexander, er stammt aus Kharkov und arbeitete vorher mehrere Jahre bei einer Baufirma in Moskau. 10 Stunden täglich, 6-Tage-Woche, monatl. Salär 500 Dollar, nicht gerade berauschend. Ein anderer, ein Sergej aus dem Ural, hat mir wörtlich gesagt: "ihr Deutschen lebt im Paradies!"

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. März 2019 13:31

      ... Charkow liegt in der Ukraine. Ich habe ehrlich gesagt meine Zweifel, dass es sich um Russen handelt, die in der Firma arbeiten. Die Einreisebestimmungen für Russen (sprich Visaregelungen) der Europäischen Union sind regide für russische Staatsbürger ... also, ich habe meine Zweifel. Und das was Sie schildern ist einfach nur unmoralisch, vielleicht sogar kriminell. Es gibt überall Leute in der Welt, die so etwas organisieren und die sich so ausbeuten lassen. Das man irgendwelchen Betrügern aufgesessen ist, merkt der "einfache Mensch" erst dann, wenn es zu spät ist. So ist das Leben.

  • Georg

    Veröffentlicht: 8. März 2019 13:52 pm

    Auszug aus dem Arbeitnehmerrecht

    "Grundsätzlich gilt Anwerbestopp, der Ausländern den Zugang zum Arbeitsmarkt erheblich erschwert. Zuerst werden geeignete Deutsche oder Bürger mit Arbeitnehmerfreizügigkeit eingestellt. Erst wenn niemand geeigneter gefunden wurde, wird auf Angehörige aus Drittstaaten zurückgegegriffen. Die Arbeitserlaubnis wird maximal für 3 Jahre ausgestellt."

    Russland ist ein Drittstaat und GLS hat ja wirklich große Probleme, Arbeitnehmer aus Deutschland oder EU (Arbeitnehmerfreizügigkeit) zu finden. Es sind dort auch viele Rumänen und Bulgaren, aber diese Leute sind ausschließlich im Fahr- und Zustelldienst beschäftigt.

    Ich bezeichne die Handlungsweise auch als kriminell, aber der Fa. GLS kann nichts angelastet werden, sie bezahlen ja die Löhne, als andere ist eine interne Sache der russischen Firma. Um dieser Firma ans Leder zu gehen, bedarf es Zeugenaussagung und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand dazu bereit ist.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 8. März 2019 14:00

      Letztendlich geht es doch darum, dass alle Personen (egal welcher Nationalität) die dort (oder in anderen Firmen) arbeiten, erwachsen sind und für sich entscheiden, ob sie diese Arbeit tun wollen oder nicht. Und wer eine falsche Entscheidung trifft, muss damit und mit den Konsequenzen leben. Wir wissen doch, das sogenannte "Gastarbeiter" nirgendwo wie im Schlaraffenland leben und die Arbeitskraft deshalb genutzt wird, weil sie sich besonders billig verkauft und weil sie, bedingt durch das Fehlen einer Familie (vor Ort) und anderer Sozialkontakte, besser 23 Stunden am Tag einsetzen lässt.

  • Georg

    Veröffentlicht: 8. März 2019 14:10 pm

    Übrigens gilt für Russen, die schon länger im Baltikum leben und im Besitz der sog. grauen Pässe sind, eine Sonderregelung und ich vermute, dass beim Anwerben keine Rede von den zusätzlichen finanziellen Lasten ist. Aber wie gesagt, diese Leute tun mir echt leid, denn es sind anständige und fleissige Menschen, die Besseres verdient haben.

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 8. März 2019 14:27 pm

    Hallo Georg,
    Diese "Geschäftsgebaren" der lettischen Firma, die als Großauftragnehmer oder wie man in etwa im Deutschen sagen würde - Zeitarbeitsfirma - und auch der GLS sind doch gar nicht neu. Den Menschen wird in ihren Heimatländern das sprichwörtliche Blaue vom Himmel versprochen. Es ist doch auch nicht von ungefähr, daß diese Leute erst einmal für irgendetwas bezahlen müssen. Können sie es nicht bezahlen, wie das so oft ist, sind sie Schuldner der lettischen Firma mit einem ordentlichen zinssatz. Das Zimmer können sie anfangs auch nicht bezahlen, also wiederum Schulden mit Zinsen. Die müssen erst einmal beglichen werden. Derweiteren erwarten die zu Hause gebliebenen Angehörigen, daß nun bald der große Euro-Regen einsetzt. Versetzen Sie sich mal in die Situation eines solchen von den Letten geprellten ausländischen Arbeiters, der vor Scham kaum noch aus den Augen blicken kann.
    Es wäre Aufgabe des Zoll, diesem Treiben in D ein Ende zu setzen bei den Letten und GLS.

  • Georg

    Veröffentlicht: 8. März 2019 15:57 pm

    Herr Radeberger,

    ich stimme ihren Ausführung inhaltlich voll zu und soviel ich weiß, will ja Arbeitsminister Hubertus Heil mit einem Gesetz gegen diese Mißstände bei den Paketdiensten vorgehen. Mal schauen, was sich tut, Fakt ist, dass vor ca. 2 Wochen bei der Fa. GLS, wo ich arbeite, eine großangelegte Razzia frühmorgens stattgefunden hat. Über das Ergebnis kann ich nichts sagen, es hat sich aber bislang nichts geändert.

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