Deutsch-Russischer Wirtschaftssenat geschaffen

Deutsch-Russischer Wirtschaftssenat geschaffen

Unzufriedenheit mit der offiziellen Russlandpolitik äußern in diesen Wochen viele deutsche Wirtschaftsvertreter. Wer mit Russland zu tun hat, weiß, wie sehr das Geschäft in den vergangenen Monaten weggebrochen ist. Nicht wenige Firmen verzeichnen zweistellige Rückgänge – und das beim Gesamtumsatz. Auch für Exporte, die überhaupt nicht von den Sanktionen betroffen sind, stapeln sich die Anträge bei den Behörden. Betroffene berichten, abgefertigt werde auf politische Weisung hin nur noch nach Vorschrift.

Schwer zu überprüfen, inwieweit das der Wahrheit entspricht. Die Emotionen jedenfalls kochen hoch. Und der Eindruck bleibt, dass die Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen, vor allem des deutsch-russischen Handels, derzeit kein sonderliches Ziel der Berliner Politik ist.

Selbst Vertreter der Großindustrie, die noch am ehesten in der Lage ist, Einbußen wegzustecken, sprechen mit ironischem Unterton vom Primat der Politik. Das Vertrauen ist beschädigt; nicht wenige Manager mussten sich von Journalisten vorwerfen lassen, nur auf den Profit scharf zu sein. Wer denn das Geld für die Steuern und die Werbung in den Zeitungen verdiene, hört man dann.

Eine Gruppe deutscher Mittelständler wagt jetzt einen Neuanfang und hat den Deutsch-Russischen Wirtschaftssenat gegründet. Sein Präsident ist Hans-Dieter Philipowski, Unternehmer aus dem schleswig-holsteinischen Ahrensburg, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der frühere Geschäftsführer des Ost- und Mitteleuropavereins (heute Osteuropaverein), Hanno Stöcker.

Philipowski zur Lage: “2014 war für die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ein Albtraum. Viele Familienunternehmer, die bisher in Russland erfolgreich waren, verzeichnen Ausfälle teilweise im hohen zweistelligen Prozentbereich. Und weder Politik, Verbände noch Medien interessieren sich dafür.”

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