Immobilien – Steuern – Offshore

Immobilien – Steuern – Offshore

Steuern auf Immobilien, deren Besitzer Offshore-Firmen sind, können bereits zu Beginn des Jahres erheblich wachsen. So sieht es ein Gesetzprojekt vor, welches von der Staatsduma zum jetzigen Zeitpunkt bearbeitet wird. Insgesamt birgt der Gesetzentwurf jedoch genug Spannung für soziale Auswirkungen.

Diese Meinung vertritt Oleg Skvorzow, geschäftsführender Direktor der Consultingfirma «Kontakt» und Geschäftspartner der Informationsagentur «Kaliningrad-Domizil» in einem Interview mit unserem Medienpartner «rugrad.eu»

Zum jetzigen Zeitpunkt bildet sich die Steuer für Immobilien auf der Grundlage des Bilanzwertes unter Berücksichtigung der erreichten Amortisation. Das führt dazu, dass die Steuerbasis für Objekte in bevorzugter Lage so gering ist, das entweder keine oder nur eine sehr geringe Steuer zu bezahlen ist.

Entsprechend dem vorliegenden Entwurf zur Steuergesetzänderung, ist ab dem Jahre 2020 geplant die Basis für die Steuerberechnung zu verändern. Dann soll anstelle des Bilanzwertes der Immobilie der Grundbuchwert (Katasterwert) angewandt werden. Der Grundbuchwert wiederum unterscheidet sich zum wirklichen Marktwert des Objektes um ca. 10 – 15 Prozent. Somit ist auch klar, dass der Wertunterschied zur Bilanzwert des Gebäudes noch höher ist.

Ein Teil der geplanten Gesetzesänderungen soll nun schon am 01. Januar 2014 in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt soll die Steuerberechnung nach dem Grundbuchwert bereits für die Firmen berechnet werden, dessen Besitzer Offshore-Firmen sind. Diese Firmen verstecken ihre Einnahmen in Offshore-Zonen, aber Immobilien kann man nicht verstecken. 70 – 80 Prozent des Marktes für kommerzielle Immobilien in Moskau sind Offshore-Aktiva.

Die Steuern auf Immobilien von juristischen Personen (Firmen) sind Regionalsteuern. Residenten der Sonderwirtschaftszone Kaliningrad erhalten hier Steuervergünstigungen, d.h. werden defacto in den ersten sechs Jahren von der Zahlung befreit und zahlen im weiteren diese Steuer nur anteilig.

Nach Meinuing des geschäftsführenden Direktors der Consultingfirma «Kontakt», Oleg Skvorzow, kann die geplante Gesetzesänderung auch zu einer Reihe von negativen sozial-ökonomischen Folgen führen.

«Wenn wir über große Einkaufszentren sprechen, so trifft die neue Steuerlast nicht nur die Besitzer, sondern auch die Pächter – also das Klein- und mittelständische Unternehmen, denn die Steuerlast legt der Besitzer natürlich auf seine Pächter um. Diese wiederum, insbesondere die Einzelhandelsunternehmen werden diese Mehrbelastungen auch wiederum über eine Preisanpassung für die verkauften Waren an den Käufer weiterleiten.

Industrieunternehmen, welche sich in der Stadt befinden, sind am stärksten von den Gesetzesänderungen betroffen, da der Grundbuchwert in großen Orten (Kaliningrad, Sowjetsk, Tschernjachowsk, Gussew usw.) wesentlich höher ist als in den kleineren Orten. Tourismusobjekte (Hotels, Gästehäuser, Restaurants, Caffee´s), welche in der Uferzone gelegen sind, werden auch den zusätzlichen Steuerdruck spüren. Unter Berücksichtigung der Saisonalität für den Hotelbereich kann man schon voraussehen, dass es zu einem Anwachsen der Übernachtungspreise kommen wird», so Oleg Skvorzow.

Diese  Veränderungen können auch die Residenten der Sonderwirtschaftszone im Kaliningrader Gebiet treffen, wenn sie sich bereits unter den Bedingungen der Sondergesetzgebung aus dem Jahre 2006 registriert haben.

«Wenn dieses  Gesetz im Jahre 2020 in Kraft tritt, so verlieren einen Teil der Residenten ihre Vergünstigungen zur Zahlung von Steuern auf Immobilien. Solche Residenten wie «Sodrushestwo Soja», die Konservenfabrik «Roskon» in Pionersk, «Firma Projektfinanzierung» mit seinem Projekt «Firschdorf», das Werk Mineraldünger «Arwi» in Tschernjachowsk, das Werk «Jugi», «Knauf-Plast», «Tuta Stroi», «Baltnafta», «Baltkeramika», «Rossbahn», «Europazenter» und eine Reihe weiterer Unternehmen werden dann Immobiliensteuern auf der Grundlage des Grundbuchwertes  zahlen. Unter Berücksichtigung der Problematik des Jahres 2016 kann sich diese Novellierung der Steuergesetzgebung noch negativer auf die Entwicklung des  Investitionsklims in der Region auswirken», so Oleg Skworzow.

Quelle: http://www.rugrad.eu/news/610505/

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