Kaliningrader Städtebauer wollen Medizin-Cluster in Kaliningrad aufbauen

Kaliningrader Städtebauer wollen Medizin-Cluster in Kaliningrad aufbauen

Das Wort „Cluster“ hat in Kaliningrad in den letzten zwei Jahren inflationären Charakter angenommen. Egal in welche Richtung man schaut – es wird nur noch geclustert.

Angefangen hat alles mit dem Fahrzeugcluster, gefolgt vom Schiffbaucluster, einem Tourismuscluster, IT-Cluster. Noch nennt sich die Glückspielzone „Zone“, wird aber vermutlich auch bald geclustert. Als Kaliningrader Unternehmensberatung warten wir nun auf deutsche Investoren, die in Kaliningrad einen „Deutschen Bockwurst-Cluster“, oder doch zumindest einen „Bismarck-Hering-Cluster“ errichten wollen. Sollten sich deutsche Investoren auf diesen beiden Gebieten zusammenschließen, so hätten wir den ersten Super-Cluster in Kaliningrad.

Vorerst jedoch denkt man über die Schaffung eines medizinischen Clusters nach.

Während einer Strategiesitzung (in Kaliningrad muss alles immer irgendwie gewaltig klingen) zur Ausarbeitung eines neuen Generalplanes (… nicht Genialplanes) zur Entwicklung der Stadt, wurde der Gedanke hierzu geäußert. Man will für diesen Cluster sowohl Spezialisten wie auch Kunden (Patienten) aus Russland und Europa interessieren.

Die Erarbeiter des neuen Generalplanes wollen für die Einrichtung von komplexen medizinischen Behandlungszentrum sich auf die Außenbezirke oder die vorgelagerten Territorien der Stadt konzentrieren.

Anmerkung UN: Der prinzipielle Gedanke, Kaliningrad zu einem medizinischen Service-Zentrum auszubauen, ist sicherlich sehr gut, stellt er doch eine sehr gute Alternative für die Probleme dar, die im Zusammenhang mit der geopolitischen Lage Kaliningrads, insbesondere als Produktionsstandort, existieren. Jedoch auf ausländische Patienten zu rechnen ist gegenwärtig völlig sinnlos, denn solange ein Visaregime für Kaliningrad existiert und sich die menschlichen Krankheiten und Gebrechen nicht im System eines 5-Jahres-Planes planen lassen, sondern i.d.R. „plötzlich und unerwartet“ auftreten, werden auch keine Ausländer zur Behandlung nach Kaliningrad kommen. Somit bleibt nur die Hoffnung auf russische Patienten, auf die man sich auch erst einmal konzentrieren sollte.

In Kaliningrad selber existiert seit rund zwei Jahren eines der modernsten Herzzentren der Welt. Nach Worten des Chefarztes des föderalen Herzzentrums Juri Schneider, sind bisher keine westeuropäischen Patienten behandelt worden.

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