Russische Banken fordern von Kunden alle Staatsbürgerschaften offen zu legen

Russische Banken fordern von Kunden alle Staatsbürgerschaften offen zu legen

Russische Banken haben damit begonnen, ihren Kunden Briefe zu senden mit der Forderung weitere Staatsbürgerschaften oder Aufenthaltsgenehmigungen für Drittstaaten offen zu legen.

Dies könnte der Anfang einer großangelegten Kampagne sein die russischen Bürger zu filtern, welche verpflichtet sind im Ausland Steuern zu bezahlen.

Briefe mit dem Inhalt, dass der Kunde informieren soll, ob er im Besitz einer zweiten Staatsbürgerschaft ist, oder eine Aufenthaltsgenehmigung für einen anderen Staat besitzt oder ob er Steuerresident in einem Drittstaat ist, verschickte die größte russische Bank „Sberbank“ seit Mitte Mai dieses Jahres. Dem Brief war ein Vordruck beigefügt, den die Kunden ausfüllen sollten. Der ausgefüllte Fragebogen soll der Bank bis zum 25. Juni rückgesandt werden.

Auf diese Art und Weise will die Sberbank die Kunden herausfiltern, die ausländische Steuerzahler sind um die Angaben den amerikanischen Steuerbehörden zu übergeben – so erklärte es ein leitender Mitarbeiter des Kreditinstitutes. Die amerikanischen Steuerbehörden erhalten die persönlichen Angaben der Kunden, die Kontoangaben, die darauf befindlichen Summen und durchgeführten Transaktionen.

Die Sberbank ist nicht die einzige russische Bank, die mit der Sammlung dieser Informationen begonnen hat. Die Banken „Absolut“, „Binbank“ und „Promzwjasbank“ haben ebenfalls bestätigt, sich in dieser Richtung zu beschäftigen. Alle Banken haben sich geweigert, die Anzahl der bisher versandten Briefe zu nennen.

Die russischen Banken sind zu einer derartigen Vorgehensweise gezwungen – Grundlage ist das amerikanische Gesetz „Über die Besteuerung ausländischer Konten“. Ziel dieses Gesetzes ist der Kampf gegen Steuerhinterziehung durch amerikanische Bürger. Deshalb sind alle Banken weltweit gezwungen, Angaben amerikanischer Bürger die über Bankkonten verfügen zu melden. Ende Juni dieses Jahres müssen die russischen Banken erstmals Ergebnisse liefern.

Anfänglich war man davon ausgegangen, dass es zwischen Russland und den USA eine Regierungsvereinbarung über die Zusammenarbeit der Steuerorgane geben wird. Aber nach Beginn der Krise in der Ukraine wurden diese Gespräche eingefroren und die russischen Banken sind nun gezwungen sich selbständig dem amerikanischen Gesetz zu unterwerfen.

Gegenwärtig sind die russischen Banken verpflichtet, nur Bürger oder Steuerresidenten der USA zu finden. Im kommenden Jahr tritt jedoch auch eine ähnliche Gesetzgebung in Europa in Kraft, welche durch fast alle Länder der Europäischen Union und weitere unterschrieben wurde (insgesamt 34 Staaten). Russland wird dann verpflichtet sein, ab 2018 auch diese Gesetzgebung zu erfüllen.

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