Russischer Anti-Monopoldienst zum Duty-Free-System

Russischer Anti-Monopoldienst zum Duty-Free-System

Der russische Anti-Monopoldienst hat festgestellt, dass das System Duty-Free in Russland sich abschottet. Der Markt ist aufgeteilt und bietet neuen Anbietern kaum Chancen auf dem Markt Fuß zu fassen und den Wettbewerb zu entwickeln.

Der Anti-Monopol-Dienst der Russischen Föderation hat in den Jahren 2012/13 eine Analyse des russischen Duty-Free-Marktes durchgeführt. Analysiert wurde das Business an 89 Grenzübergängen.

Bei der Analyse wurde festgestellt, dass es an 67 Grenzübergängen nur einen Duty-Free-Operator gibt. An weiteren 14 Punkten bieten zwei Firmen ihre Dienstleistungen an. An drei Übergangsstellen teilen sich drei Anbieter die Kunden und an fünf Grenzübergängen gibt es vier oder mehr Anbieter von zollfreier Ware.

Weiterhin wurde im Detail festgestellt, dass nur am Grenzübergang „Airport Scheremetjewo“ eine ausgeglichene Konzentration von Anbietern alkoholischer Getränke besteht, also ausreichend viele Anbieter sich den Umsatz in dieser Produktgruppe teilen. An allen anderen Grenzübergängen ist der Verkauf von alkoholischen Getränken sehr stark monopolisiert. Wobei betont wurde, dass die Zone Duty-Free in Scheremetjewo, mit 11.000 Quadratmetern Verkaufsfläche insgesamt einer der größten zollfreien Zonen in Osteuropa ist.

Im weiteren stellte die Anti-Monopolbehörde fest, dass einige Duty-Free-Operatoren an mehreren Grenzübergängen aktiv sind. Insgesamt gibt es 40 Firmen, die an den genannten Übergängen tätig sind.

Diese hohe Konzentration und Monopolisierung erklärt sich einfach damit, dass ein Eintritt in diesen Markt mit sehr vielen Schwierigkeiten verbunden ist. Die zu erfüllenden gesetzlichen Voraussetzungen sind um ein Vielfaches komplizierter, im Vergleich zum gleichen Business im Domestik-Markt. Dazu kommt, dass der zur Verfügung stehende Platz für die Einrichtnung von Verkaufseinrichtungen oftmals sehr begrenzt ist und einfach keinerlei Möglichkeiten für mehrere Shops oder mehrere Anbieter bietet.

Da es sich um eine besondere Art der Handelstätigkeit unter besonderen Bedingungen handelt, ist es auch sehr schwer möglich, die Tätigkeit mit einer einheitlichen Gesetzgebung zu regeln – so wie dies auf dem Domestik-Markt geschieht.

Insgesamt teilen sich die analysierten Übergänge in 44 Airports, 33 Landübergänge, 9 Hafenzonen und zwei Eisenbahnübergänge sowie ein Fluss-Grenzpunkt auf.

Quelle: http://itar-tass.com/ekonomika/1224715

Anmerkung UN: In  der Exklave Kaliningrad wurde das System Duty-Free bereits ab dem Jahre 1993 organisiert. Die Firma „Königsberg-Trading“ begann die operative Tätigkeit an den Übergängen „Mamonowa“ und „Bagrationowsk“. Im Mai 1995 begann die operative Tätigkeit der Firma „Philipp“ im Kaliningrader Gebiet. Der erste Shop wurde in „Sowjetsk“ eröffnet, gefolgt von neuen Shops am Airport und auf Kurskaja Kosa im gleichen Jahr. Im Jahre 1996 eröffnete die Firma die Shops in Tschernyschewskoje und Goldap und im Jahre darauf in Krasnosnamensk. In den Folgejahren kamen Shops in Mamonowa, Mamonowa-2, Bagrationowsk, Baltisk hinzu. Im Jahre 1998 wurde durch die Firma „Philipp“ eine Tochtergesellschaft gegründet, die in Adler, Psou, Sotchi, Rostow am Don, Krasnodar Duty-Free-Shops eröffnete. Die Kaliningrader Duty-Free-Firma „Philipp“ gehört somit zu den größten Anbietern in Russland. Die konkrete Situation an den Grenzübergängen im Kaliningrader Gebiet ist dergestalt, dass es nicht möglich ist, weitere Shops anderer Anbieter zu eröffnen. Dazu kann man zweifeln, ob ein weiterer Anbieter seine Gewinnerwartungen in Kaliningrad realisieren kann.

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