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Alichanow: Tarif-Front beginnt zu wanken

Sa, 10 Nov 2018 ... mit deutschem Akzent


Alichanow: Tarif-Front beginnt zu wanken
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Kaliningrad verfügt über mehrere Fronten. Im Krieg soll das schlecht sein, wenn man seine Kräfte nicht gebündelt an einer Stelle einsetzen kann. Und bedingt durch die geographische Lage ist es nun mal so, dass wir in Kaliningrad eine litauische und eine polnische Front haben. Bisher wird nur ökonomisch an diesen Fronten gekämpft.

Und Anton Andrejewitsch, Gouverneur des Kaliningrader Gebietes informierte, dass wohl die Litauer an ihrer Front beginnen, den Rückzug anzutreten. Ich würde allerdings die jetzige Tarifkorrektur der Litauer im Eisenbahntransport für die russischen Transitzüge um zehn Prozent doch nur als taktische Frontbegradigung bezeichnen.

Es geht darum, dass sich Kaliningrad ständigen Blockadedrohungen ausgesetzt fühlt. Transportblockade, Energieblockade, Lebensmittelblockade.

Nach 2014 gab es erste zaghafte Kaliningrader Versuche, im Bereich der Transportblockade Schritte zu unternehmen, um das Gebiet erreichbar zu machen – auch für den Fall, dass Litauen oder Polen die Grenzen schließen – ein durchaus mögliches Recht dieser beiden souveränen Staaten – egal aus welchen Gründen. Wobei man nicht unbedingt die Grenzen schließen muss. Man muss nur ein Grenzsystem einführen, welche Reisenden und Transportfirmen die Lust nimmt, diese Grenzen zu überschreiten.

Aber diese Versuche waren eben nur zaghaft. Jetzt hat Russland wohl aber endlich verstanden, dass das Problem gelöst werden muss – koste es, was es wolle. Und, mal ehrlich, Russland hat 17 Milliarden Rubel gefunden, um ein Stadion zu bauen, Russland hat 30 Milliarden Rubel gefunden, um ein museales Kulturzentrum auf der Oktoberinsel zu errichten und nun stellt man sich ein wenig zickig an bei den Kosten von 5,1 Milliarden Rubel für eine Eisenbahnfähre. Gut, das Problem ist in der Zwischenzeit ja auch gelöst, denn Gelder für zwei Eisenbahnfähren wurden gefunden: eine bezahlt der Staat, für die zweite gibt es einen Privatinvestor. Persönlich habe ich Zweifel, ob diese beiden Fähren ausreichen, denn mit Nutzungsüberführung dieser beiden Fähren, werden die beiden jetzt schwimmenden Fähren aus dem Verkehr gezogen.

Aber die Litauer haben schon mal ihre Tarife für den Transit-Eisenbahnverkehr um zehn Prozent gesenkt, nachdem sie gesehen haben, dass es jetzt wohl ernst wird.

Und Gouverneur Alichanow zeigte sich entschlossen, keine weiteren Gelder zur Subventionierung von Eisenbahntransportleistungen zur Verfügung zu stellen, denn, so Alichanow, kaum haben wir mehr Geld zur Verfügung gestellt, werden sofort wieder die Tarife angehoben und wir finanzieren mit russischem Geld die litauische Wirtschaft.

Er informierte, dass die Politik der Gebietsregierung bereits dazu geführt hat, dass die Kosten für den Transport von einem Container aus China nach Kaliningrad von ehemals 7.000 Rubel auf jetzt 4.500 Rubel gesenkt werden konnten.

Es scheint also, als ob es an der litauischen Front einen kleinen taktischen Sieg für die Kaliningrader gegeben hat.

Schauen wir nun an die polnische Front.

Viele beschweren sich über die unendlich langen Wartezeiten auf polnischer Seite, über die Unhöflichkeit der polnischen Beamten, über provozierendes Verhalten, über schikanöse Fahrzeugkontrollen. Zwei, drei Stunden für eine Grenzüberquerung, alleine auf polnischer Seite, sind Standard.

In den letzten Tagen sind die Schlangen angewachsen und es wird von Wartezeiten bis zu sieben Stunden gesprochen und über katastrophale Zustände auf polnischer Seite.

Polen ist ein souveräner Staat und gestaltet sein Grenzsystem so, wie er es für richtig hält. Dass darunter Menschen und zwischenstaatliche Beziehungen leiden – tja, das ist so.

Und die Spitze der Wartezeiten scheint wohl noch nicht erreicht zu sein, wie man aktuellen Meldungen vom heutigen Samstag entnehmen kann. Denn die polnischen Zöllner drohen ihrem Staat mit Streik – sie tun dies regelmäßig – wegen zu niedriger Löhne.

Ab Juni hatten zuerst die Polizisten in Polen gestreikt, um mehr Gehalt zu bekommen. Danach streikten die Grenzbeamten und jetzt streiken die Zöllner. Vermutlich streiken danach die Elektriker, die die Grenzübergänge mit Strom versorgen und danach die Kloofrau. Und immer führt dies dazu, dass die Grenze unpassierbarer wird. Mit anderen Worten: sie wird blockiert.

Tja, es ist nicht so einfach, wenn man sich im Kaliningrader Kessel befindet und versucht auszubrechen.

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Blockade, Litauen, Polen

   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 11. November 2018 00:32:04

Oh, Oh, Uwe Erichowitsch. Sie sind ganz bestimmt ein verkappter ganz Schlimmer. Mein Gombudor-Sicherheitsprogramm hat mir eben untersagt, Ihre Seite aufzurufen. Dann hätte ich ein groooosses Sicherheitsproblem. Mein Sicherheitsprogramm ist aber weder aus Litauen noch aus Polen. Wie Sie sehen, habe ich mich aber durchgesetzt und ihm gezeigt, wer das Sagen hat. Oder haben Sie einen kleinen FSB, der da mitliest?

Ich würde zu den beiden "freundlichen" Nachbarn von KG sagen, daß die sich echt selbst erstens lächerlich machen und zweitens sich als die dritten Sieger küren, wenn die Fähren erst einmal fahren und nicht nur ins russiche Mutterland, sondern auch nach Deutschland, finnland, Schweden und Dänemark.
Wenn die Kunden der Bahn, der LKW und der Pkw-Fahrer feststellen, daß die Fähre fährt, sicher und pünktlich und ohne Schikanen und Unwägbarkeiten, wer wohl dann die Transitgebühren einbüßt?
Man kann diese bösartigen Leute nur mit Tatsachen schocken. Die kapieren es nicht anders.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. November 2018 00:52:09

naja, das Portal ist natürlich nicht das Modernste, aber sicherheitstechnisch, sprich Viren und ähnliches ekliges Zeug, gibt es nicht, denn zum einen habe ich einen guten Serververwalter und zum anderen auch meine eigenen Sicherheitsprogramme, die über die Sauberkeit, nicht nur des Portals, wachen. Das irgendwelche staatlichen Dienste natürlich technische Möglichkeiten haben, auf die ich keinen Einfluss habe, ist unbestritten. Damit müssen wir aber alle leben.

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