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Blups: „Sie haben kein Internet“

Di, 25 Dez 2018 ... mit deutschem Akzent


Blups: „Sie haben kein Internet“
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Kennen Sie das? Sie schalten morgens den Computer ein, es blupst ein Fenster auf und meldet: „Sie haben kein Internet“. Da heißt es Ruhe bewahren und einfach mal den Router neu zu starten. In 98 Prozent aller Fälle ist das die Problemlösung. Hilft das nicht, hilft ein Anruf beim Provider, das ist in 99 Prozent aller Fälle die Problemlösung. Bleibt also noch ein Prozent Problem übrig.

Und dieses eine Prozent könnte sein, dass die USA, gemeinsam mit ihren Verbündeten, Deutschland vom Internet abgeschaltet hat. Grund ist, das Deutschland sich irgendwann mal entschlossen hatte, sich aus der Abhängigkeit der USA zu lösen und eine eigene Meinung zu haben. Und den USA gefällt dies natürlich nicht. Zuerst hat man Sanktionen ausgelöst und den Export von Coca-Cola und Hamburgern nach Deutschland verboten. Als nächstes wurde McDonalds aufgefordert, seine Filialen in Deutschland zu schließen. Als das alles nichts genützt hat, haben die USA beschlossen, eine Filiale der Lehmann-Brothers-Bank in Deutschland wieder zu aktivieren und als auch dies nicht die erwarteten Resultate brachte, holte man zum entscheidenden Schlag aus: Deutschland wurde vom Internet abgeschaltet.

So, nun beruhigen wir uns mal wieder. Die Märchenstunde für Deutschland ist beendet, denn so etwas wird nie passieren – also ich meine, dass sich Deutschland aus der Abhängigkeit der USA befreit. Deutschland wird es auch deshalb nicht versuchen, weil es natürlich sieht, was alles mit anderen Ländern passiert, wenn diese es wagen, die in mühsamer Arbeit seit Jahrzehnten geschaffene Alleinherrschaft der Superdemokratie USA anzutasten.

Natürlich spreche ich von Russland, diesem ungezogenen Land, welches sich erdreistet, zu einer Vielzahl von Alltagsproblemen eine eigene Meinung zu haben, die sich dazu auch noch von der Meinung der USA scharf unterscheidet.

Russland hat sicherlich irgendwo eine Krisen- und Sanktionsliste erarbeitet, wo draufsteht, was wohl alles passieren könnte und welche Auswirkungen es haben könnte, wenn … Und einer der Punkte, neben dem Abschalten von SWIFT, ist eben auch das generelle Abschalten des Internet. Und wenn das passiert, dann wird wohl nicht nur Iwan Iwanowitsch Iwanow keinen Internetanschluss mehr haben, sondern auch der Kaliningrader Supermarkt Viktoria, die Atomstation gleich links um die Ecke in Sibirien – kurz: Es wird dunkel in Russland.

Und so arbeitet Russland an einem eigenen Internet – oder sollte es in diesem Falle besser Natnet heißen? Nein, es scheint doch eine Art Internet zu sein, denn China und die BRICS-Staaten sind wohl auch an einer alternativen Reserve interessiert.

Aber vorerst existiert nur ein Gesetzentwurf der russischen Regierung, der am 14. Dezember zur Beratung in die Staatsduma geleitet worden ist und der bei Experten, die aufgefordert worden sind, ihre Meinung zu sagen, auf Kritik stößt. Die Experten empfehlen, den Gesetzentwurf nochmals zu überarbeiten.

Was sind die Hauptpunkte, die Fragen hervorrufen?

Man befürchtet, dass die russische Aufsichtsbehörde RosKomNadsor, der das RuNet unterstellt werden soll, zu viel Macht und Vollmachten erhält und sich dies auf die Freiheit des RuNet auswirken könne.

Weiterhin verfüge diese Behörde nicht über Spezialisten und Technik, um das RuNet hochqualitativ beaufsichtigen und betreiben zu können.

Dazu kommen hohe Kosten von 134 Mrd. Rubel jährlich, die aus dem russischen Haushalt den Providern zu zahlen sind, damit diese den Mehraufwand für ein zweites nationales Netz händeln können. Wobei einige meinen, dass diese Kosten nicht anfallen, andere wiederum sind informiert, dass diese Gelder durch die russische Regierung bereits im Rahmen des Programms für die Digitalisierung des Landes eingeplant und bereitgestellt worden sind.

Weiterhin sollen Einmal-Kosten in Höhe von 25 Mrd. Rubel anfallen, für die Schaffung und den Start des RuNet.

Weiterhin kritisieren Experten, dass man nicht verstanden habe, worin denn nun die konkrete Bedrohung der Sicherheit Russlands bestehe. Hier sollte sich die Regierung verständlicher erklären.

Experten zählen auch eine Reihe von technischen Problemen auf, die für den Verbraucher unverständlich sind, aber dazu führen sollen, dass ein eigenständiges RuNet nicht lebensfähig ist.

Anfragen zu den technischen Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Befürchtungen durch die Experten an russische Provider blieben bisher unbeantwortet oder wurden nichtssagend beantwortet.

Russische Experten weisen darauf hin, dass es wirklich eine Reihe von nicht einfachen Problemen bei der Schaffung eines RuNet gibt. Aber wenn man sich diesen Problemen nicht stellt und diese nicht löst, kann es durchaus passieren, dass Russland plötzlich vor ganz anderen Problemen steht und die werden noch viel teurer und bedrohen die Sicherheit des Landes zu einem Zeitpunkt, wo vielleicht keine Zeit bleibt, um darauf zu reagieren.

Im russischen föderalen Ministerium für Nachrichten und Massenkommunikation wurde kommentiert, dass das Internet ein globales Instrument ist. Wenn man diese Entwicklung einem Selbstlauf überlässt, besteht die Gefahr, dass das Land seine Souveränität einbüßt. Das muss man einfach wissen.

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Internet, Sanktionen

   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 27. Dezember 2018 02:57:39

Blups, ab 01.01.19 habe ich keine Informationsagentur Kaliningrad mehr. Schade, wirklich! Fratzenbuch und Zwitscher sind aber so nicht mein Ding.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. Dezember 2018 08:46:51

... der Server ist bis 16.01. bezahlt und bis dahin hängt die Seite dann auch noch im Netz, wenn sie nicht vorher abstürzt.

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