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Debile Votzen und Schwänze ficken nicht mehr - herber Verlust für Kaliningrad?

So, 10 Dez 2017 ... mit deutschem Akzent


Debile Votzen und Schwänze ficken nicht mehr  - herber Verlust für Kaliningrad?

Noch vor zwei Jahren hätte ich am Ende der Überschrift kein Fragezeichen gesetzt, sondern ein Ausrufezeichen. Das heutige Fragezeichen ist nur ein Ausdruck von sachlicher, distanzierter Höflichkeit einem Mann gegenüber, dem ich persönlich für meine Entwicklung als Blogger in Kaliningrad doch einiges zu verdanken habe.

Viele meiner Leser werden sich am Samstag über ein merkwürdiges Foto und einen merkwürdigen Kommentar zu diesem Foto im Format „Kaliningrader Wochenblatt“ gewundert haben. Nicht Eingeweihte konnten wohl wenig damit anfangen. Ja, ich mag diese Art der Ankündigung von Neuigkeiten, insbesondere, wenn Informationen noch nicht offiziell sind, aber es einem unter den Nägeln brennt, sie anderen mitzuteilen. Und dann war Redaktionsschluss und ich begann die „Server“ runterzufahren.

Und dann platzte die „mediale Bombe“, die zwar alle irgendwann erwartet hatten, aber eben doch nicht am Freitagabend. Und diese „Bombe“ hatte auch nur indirekt etwas mit dem Foto und der noch nicht offiziellen Information zu tun, die ich vermutlich am Montag veröffentlichen kann.

Alexej Milowanow, Chefredakteur von „newkaliningrad“ schrieb auf Facebook:  

Screenshot: Chefredakteur Alexej Milowanow verlässt „newkaliningrad“
 
Persönlich kenne ich Alexej Milowanow seit 2012. Wir trafen uns regelmäßig mal hier, mal dort, tauschten Gedanken und Meinungen aus. Und bis Mitte 2016 war ich eigentlich oft seiner Meinung, die er zu Kaliningrad, der Kaliningrader Regierung, dem Gouverneur äußerte. Dabei verdrängte ich andere Dinge und meinte, dass eine so bekannte (journalistische) Persönlichkeit wie Alexej, einfach ein bestimmtes Image braucht – Künstlerimage eben. Aber was ist das für ein Image, wenn er auf seiner Facebook-Seite im Titelfoto (gestern geändert) verkündet: „Rundum Debile“? Und was ist das für ein Image, wenn er Personen und Handlungen von Personen mit Worten qualifiziert, die Mediziner in lateinischer Sprache nutzen, um Körperteile dezenter zu umschreiben? Und was ist es für ein Image, wenn er als Chefredakteur mit seinen Redaktionsmitarbeitern etwas „stressig“ umgeht – formulieren wir es so, um nicht zu sehr nachzutreten.
 
Iwan Markow, ein von mir geschätzter junger Journalist der „Komsomolskaja Prawda“ formulierte bei Facebook ziemlich treffend:
 

Und Wadim Chlebnikow, Chefredakteur des „liberalen“ „rugrad.eu“, dessen Meinung ich ebenfalls seit 2012 schätze, formuliert:

Es gibt Unmengen von Kommentaren zu dieser Neuigkeit. Viele, sehr viele Kommentare zeigen, dass man Milowanow als Journalist geschätzt habe, aber als Mensch erntete er weniger Wertschätzung. Kurz: Alexej war etwas selbstverliebt. Ich machte mit ihm im vergangenen Jahr ein Interview. Mir gefiel überhaupt nicht, wie er nach dem Weggang des, von uns allen sehr geschätzten Gouverneurs Nikolai Nikolajewitsch Zukanow, dem jetzigen (noch)Bevollmächtigten Vertreter des russischen Präsidenten für die NordWest-Region, gegen den neuen Gouverneur Anton Alichanow vorging und bis gestern auch noch vorgegangen ist. Ich fand sein Verhalten, in dieser neuen Entwicklungsperiode für das Kaliningrader Gebiet, „unterste Schublade“ und wollte etwas mehr wissen. Er gab mir das Interview und wir einigten uns letztendlich, dass ich es nicht veröffentliche. Er fand sich wohl nicht so widergegeben, wie es seine Eigenliebe erforderte. Nein, keine Sorge Alexej, ich habe Prinzipien. Ich missbrauche nicht das Vertrauen meiner Gesprächspartner. Das Interview wird auch heute nicht veröffentlicht.

Das Alexej nicht ewig seine gesellschaftliche Stellung als Chefredakteur eines sehr erfolgreichen Mediums (das er aufgebaut hat) missbrauchen kann, um die Entwicklung des Gebietes, … hm, in einem nicht passenden Licht darzustellen, war nur eine Frage der Zeit. In Kaliningrad wird jetzt, GOTT sei es gedankt, auf vielen Gebieten Ordnung geschaffen und die Fronten geklärt. Und das passiert auch bei den Medien. Nein, es geht nicht um Zensur und niemand hat etwas gegen kritische Medien – es existieren davon viele in Kaliningrad. Aber Kritik muss sachlich sein, muss helfen und darf nicht dazu dienen, sich selber ein persönliches Image in der Stadt zu verschaffen, welches dann auch noch missbraucht wird (ich kenne nicht das Schicksal einiger Restaurants in Kaliningrad, nachdem Alexej mit einigen kurzen vernichtenden Sätzen in sozialen Netzwerken, seinen Eindruck über ein Essen dort kundgetan hat).

Der angekündigte Wechsel eines der beiden Eigentümer von „newkaliningrad“ vor wenigen Monaten, schien mir ein erstes Signal zu sein, dass Veränderungen anstehen. Ein neuer Besitzer – wer immer es auch sein mag – bringt auch immer neue Vorstellungen mit.

Ein weiteres Signal, allerdings ein denkbar schlechtes, war, dass vor wenigen Wochen, sein, von ihm über alles geliebte Motorrad, in der Nacht abgefackelt wurde. Eine dumme Aktion seiner Kritiker, die nicht dazu beigetragen hat, das „Problem Milowanow“ in vernünftiger Weise zu lösen.

Dann wurde es in den letzten Tagen im sozialen Netzwerk irgendwie verdächtig ruhig. Während Alexej sonst täglich …zig Mal irgendwelche Dinge postet (selbst wenn er in Urlaub ist und quer durch das demokratische Europa reist), kam jetzt so gut wie nichts. Das macht nachdenklich. Aber dann postete er am Freitagnachmittag wieder eine Restaurantkritik und ich dachte: Na, es ist alles in „bester“ Ordnung.

Screenshot: Letzte Restaurantkritik vor der Entlassung
 
Vor wenigen Wochen wurde der kriminelle Chefredakteur und Verleger, der moralisch zweifelhafte Igor Rudnikow verhaftet. Er hatte versucht, föderale Beamte zu erpressen und war als Duma-Abgeordneter im (verbotenen) Besitz einer amerikanischen Aufenthaltsgenehmigung. Jetzt sitzt er in einem Moskauer Gefängnis und wartet – genau wie ich – auf weitere Enthüllungen (ich verspreche, die werden kommen). Jahrzehnte hatte er die Kaliningrader Gesellschaft mit Skandalen versorgt, sicher in vielen Fällen auch berechtigt. Aber man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt.
 
Milowanow ist der zweite „liberale“ Chefredakteur, der seinen Hut in Kaliningrad nehmen muss. Auch er hat nicht verstanden, dass Kaliningrad jetzt andere Medienvertreter benötigt, deren kritischer Stil den neuen Erfordernissen angepasst werden muss. Der Gouverneur Anton Alichanow hatte vor rund zwei Jahren, unmittelbar nach seinem Eintreffen in Kaliningrad, versucht, Milowanow für die neue Zeit zu gewinnen und, … hm, wie sage ich das jetzt diplomatisch … ist enttäuscht, ist getäuscht worden.
 
Andere, die sich unsachlich und destruktiv in der Kaliningrader Medienwelt bewegen, sollten spätestens jetzt anfangen nachzudenken, ob es nicht angebracht ist, die dringend benötigte begleitende Kritik an der Entwicklung des Kaliningrader Gebietes auf eine neue, qualitativ höhere Stufe zu stellen.
 
Kommen wir langsam zum Schluss und zitieren noch einen User aus Facebook, der sich zu Alexej Milowanow äußerte und dem sicherlich viele, die sich in der Kaliningrader Medienwelt auskennen, zustimmen:
 


Screenshot Facebook: Man wird noch von Milowanow hören

Also, wenn Sie mich fragen, hat Alexej Milowanow im Kaliningrader Gebiet weder eine Zukunft als Chefredakteur und auch nicht als Journalist. Er hat sich selber menschlich zu sehr diskreditiert, als das sich irgendjemand, dessen Mediengeschäft jetzt funktioniert, mit dem „Problem Milowanow“ zusätzliche Sorgen auf den Hals holt. Wenn er unbedingt in Kaliningrad bleiben will, dann könnte er sich vielleicht in die niederen Sphären eines Bloggers begeben (oh, mein Gott, was für ein sozialer Abstieg) und über Reklame „liberal“ eingestellter Unternehmer sein Leben fristen.

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Gesellschaft, Massenmedien

   Kommentare ( 1 )

.g Radeberger Veröffentlicht: 10. Dezember 2017 02:12:17

Ich kann m ich noch "dunkel" daran erinnern,Uwe, daß wir damals einen kurzen Disput zu diesem Herrn hatten, wo ich, meiner Erinnerung nach, mein Unbehagen zu diesem Journalisten zum Ausdruck brachte. Man kann es nicht immer objektiv beschreiben, aber ich hatte so ein Bauchgefühl, irgend etwas störte mich an dieser Person, was ich so erfahren hatte.
Ich erinnere mich, wenn ich mich jetzt nicht irre, daß ich damals das Problem der von NGOs "kreditierten" Regionalzeitungen mit ins Spiel brachte. In diesem Zusammenhang wäre es wohl auch wichtig, daß die neuen Eigentümer von newkaliningrad bekannt werden. Schon aus dem genannten Grund, daß nicht die eventuellen Kreditgeber die Redaktion übernommen haben und nur eine vorgeschobene Person den Chefredakteurs-Hampelmann abgibt. Mir sind jegliche "Verschwörungstheorien" eigentlich fremd. Aber wissen ist Macht, hat schon Lenin gesagt. Manche meinen aber, nichts wissen, macht auch nichts.

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