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Deutsches Engagement in Kaliningrad

So, 11 Nov 2012 ... mit deutschem Akzent


Deutsches Engagement in Kaliningrad

Jetzt haben wir in meinen letzten BLOG-Beiträgen so viel über das Geldverdienen und über geschäftliche Möglichkeiten in Kaliningrad gesprochen. Da dachte ich mir, es könnte mal ein etwas anderes Thema sein. Denn wenn Sie jetzt im Ergebnis meiner bisherigen euphorischen Informationen  den Entschluss gefasst haben nach Kaliningrad zu kommen, steht auch die Frage, ob Sie hier der einzige/die einzige Deutsche sind und vor Einsamkeit sterben oder was man denn hier so machen kann. Steppt hier in Kaliningrad nur der russische Bär oder dreht auch der deutsche Bundesadler einige Runden?

Vielleicht glauben Sie, Kaliningrad ist ein verträumtes Provinznest? Wenn dem so wäre, wäre das auch nicht schlimm – für diejenigen, die die Ruhe lieben. Aber kommen Sie nach Kaliningrad und überzeugen Sie sich, das Kaliningrad mehr internationales Flair zu bieten hat als nur fünf McDonalds-Filialen. Und wenn Sie kein internationales, sondern russisches Flair haben wollen – bitte schön, auch das können Sie haben. Kaliningrad ist irgendwie so ein Mix – von allem ein bissl …

Fangen wir mit dem Einfachsten an. Da gibt es einen wöchentlichen „Trefftisch Deutschsprachiger“ im Restaurant „Zötler“. Merken Sie schon was? Wir reden nicht über den „Deutschen Stammtisch“ sondern über eine bessere Variante. Hier treffen sich Deutsche und Russen in einem aus Bayern kopierten Restaurant mit größtenteils deutscher Küche und Bier und schwatzen deutsch und knüpfen zwanglos neue Kontakte – private oder geschäftliche. Zwei Deutsche organisieren dieses wöchentliche Treffen und unsere Teilnehmerzahl pendelt zwischen 10 – 20 Interessierten. Es kommen Touristen, Studenten, Geschäftsleute, Diplomaten – Sie merken: Die Mischung macht das ganze Treffen würzig. Übrigens, so ganz nebenbei bemerkt, haben wir den 70. Geburtstag von  Wolfgang Sauer, dem Hauptverantwortlichen für den Trefftisch vor wenigen Tagen gefeiert. Es kamen viele, sehr viele hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft speziell aus Deutschland angereist und ich habe bei meinen Gesprächen viele Meinungen gehört, wie angenehm überrascht die Gäste von unserem königlichen Kaliningrad waren. Und viele haben sicherlich den wohligen Schauer verspürt, als zwei echte Kaliningrader mit der Harmonika russische musikalische Klassik darboten. Bei manchem soll auch eine Träne im Auge gewesen sein.

Ein wenig offizieller geht es im Deutsch-Russischen-Haus zu. Es existiert seit Anfang der 90er Jahre. Der monatliche Veranstaltungsplan zeigt, dass dort nicht nur der russische Bär steppt, sondern auch der bundesdeutsche Adler fröhlich seine Runden fliegt. Die Tür des Hauses ist nicht verschlossen – kommen Sie einfach und lassen sich von der Gastfreundlichkeit des Personales überraschen und von den vielfältigen Möglichkeiten auch dort direkt vor Ort neue Kontakte zu finden. Viele wertvolle Tipps für einen guten Start in den Kaliningrader Alltag können Sie erhalten und merken schnell, was man eigentlich unter russischer Gastfreundschaft wirklich versteht. Obwohl, hier gibt es ja den interessanten Mix: Die Mehrzahl der Mitarbeiter sind RusslandDeutsche. 

Und weil wir gerade beim Deutsch-Russischen-Haus sind … Dort findet jeden Monat der Deutsche Wirtschaftskreis statt. Dr. Stephan Stein, Leiter der Hamburger Handelskammer in Kaliningrad und Organisator dieses Treffens sorgt für interessante Gäste aus der Kaliningrader Polit- oder Businessszene. Und da Herr Dr. Stein gerne das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet, lädt er auch anschließend noch zu einem kleinen Imbiss ein. Und dort hat man schon wieder die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und Grundlagen für einen erfolgreichen geschäftlichen Aufenthalt in Kaliningrad zu legen.

Wer es denn aber ganz offiziell hätte, dem steht das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad zur Verfügung. Seit 2004 sind die diplomatischen Vertreter Deutschlands hier vor Ort und sorgen für eine allseitige Betreuung – Russen erhalten Konsultationen zu Deutschland und bei Bedarf die notwendigen Visa und Deutsche erhalten Konsultationen zu Fragen Kaliningrad betreffend und konsularische Hilfe bei auftretenden Besonderheiten während ihres Aufenthaltes. Und, was ich gerade in der letzten Zeit bemerkt habe: Trotz offizieller Öffnungs- und Sprechzeiten des Generalkonsulates kann man auch außerhalb dieser Zeiten mit den Mitarbeitern locker-lustige Gespräche führen – z.B. im Deutsch-Russischen-Haus oder beim Trefftisch Deutschsprachiger, beim Fußball oder beim Bier.

Für diejenigen, die nicht nur Durst auf Bier haben (es gibt u.a. Bier „Ostmark“ und „Königsberger“) sondern auch Wissensdurst, existiert das Klaus-Mehnert-Institut – eine der KANT-Universität angeschlossene Bildungseinrichtung. Studenten, Lehrer, Deutsche, Russen - alles kunterbunt durcheinander. Des Weiteren unterrichten in ausgewählten Kaliningrader Schulen deutsche Lehrer und bereiten interessierte junge Kaliningrader auf einen möglichen Studienaufenthalt in Deutschland vor.

Dann haben wir, mal so ganz nebenbei erwähnt, noch das Schulschiff „Krusenstern“, einer der größten Segler der Welt. Ein ehemals deutsches Schiff, dient heute der russischen Marine für die Nachwuchsausbildung. Und auch auf diesem Schiff gibt es einen weiblichen deutschen Ausbildungsoffizier – ist doch interessant was in Russland so alles möglich ist – oder?

Und, weil Kaliningrad „das Gebiet der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist … Wir haben auch eine russische Frauenfußballmannschaft. Und – wen wundert´s – seit 2009 hat diese Fußballmannschaft einen deutschen Trainer, der bereits seit Anfang der 90-er Jahre sein privates und auch sein geschäftliches Glück in Kaliningrad gefunden hat. Ich glaube, wenn er jetzt noch ein paar mehr Sponsoren finden würde – er wäre wunschlos glücklich … in Kaliningrad.

Eine nicht ganz deutsche, aber dafür internationale Einrichtung ist die FIAS – Assoziation ausländischer Investoren in Kaliningrad. Wer also eine solide Basis für ein wirtschaftliches Engagement in Kaliningrad sucht – hier wäre eine Anlaufstelle. Die Assoziation zählt zurzeit rund 40 Mitglieder und hat ausgeprägte gesellschaftliche und geschäftliche Kontakte. Aufsichtsratsvorsitzender ist ein Deutscher - Dr. Stefan Stein. Im Aufsichtsrat sind alle Leiter der internationalen diplomatischen Vertretungen in Kaliningrad präsent.

Mit frischen deutschen Zeitungen zum Frühstück ist das etwas schwierig in Kaliningrad. Aber in Zeiten des Internet vielleicht auch nicht unbedingt nötig. Obwohl, in der linken Hand den Schlepptopp und rechts das Marmeladenbrötchen – auch nicht gerade bequem. Also, wer die Druckvariante haben möchte: „Königsberger Express“. Erscheint monatlich in deutscher Sprache, auch in Deutschland möglich zu bestellen. Es gibt auch die „Königsberger Allgemeine“. In der letzten Zeit scheint es dort aber wohl ein wenig zu holpern … Sie finden beide Zeitungen natürlich auch im Internet.

Bevor Zeitungen gedruckt oder neueste Nachrichten aus Kaliningrad erscheinen können, müssen erstmal die dazugehörigen Artikel geschrieben werden. Und dafür fühlt sich Th. Plath verantwortlich. Vertreter von dpa in Kaliningrad, Mitarbeiter bei Russland-Aktuell, Verfasser von Reiseführern. Auch er hat, gemeinsam mit seiner russischen Frau seit vielen Jahren Anker im Kaliningrader Gebiet geworfen. Wer Infos aus erster Hand haben will sollte in seiner Urlaubspension buchen - und hier gibt es dann druckmündlich neben dem morgendlichen Marmeladenbrötchen alles Wissenswertes.

Und, es gibt eine deutschsprachige evangelisch-lutherische Propstei in Kaliningrad. Propst Thomas Vieweg hat vor wenigen Wochen die Gemeinde übernommen und organisiert für die nächsten drei Jahre das kirchengemeinschaftliche Leben im Kaliningrader Gebiet. Ich, als ostelbisch Geborener stehe der Kirche nicht so sehr nahe. Aber Propst Vieweg ist auch für mich ein interessanter Mensch und Gesprächspartner – schließlich sind wir zwei Deutsche in Kaliningrad.

Ich könnte die Aufzählung fortsetzen. Ich könnte noch erwähnen, dass BMW und HIPP hier produzieren, dass AirBerlin Kaliningrad anfliegt, dass wir einen RusslandDeutschen haben der einige private Kindergärten organisiert, dass wir deutsche Transportfirmen haben, deutsche Solarien, einen Deutschen der Eis produziert  …

Mein Ziel mit diesem BLOG-Beitrag ist aber nur, Ihnen zu zeigen, dass Sie nicht alleine sind in Kaliningrad. Es gibt keinen Grund Angst zu haben vor einer Reise zu uns und vielleicht auch vor einem wirtschaftlichen, kulturellen oder anderem Engagement. Also, bei Fragen, nicht verzagen … Uwe Niemeier fragen.

Uwe Niemeier

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Deutsches, Gesellschaft, Kaliningrad

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