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Die drei empfindlichen „K“ in der Russischen Föderation

Fr, 16 Nov 2018 ... mit deutschem Akzent


Die drei empfindlichen „K“ in der Russischen Föderation
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Die Überschrift ist rätselhaft – nicht wahr? Aber ich will Sie nicht lange rätseln lassen. Es geht um:

  • Kaliningrad im Westen,
  • die Krim im Süden,
  • die Kurilen im Osten,

Alle drei Regionen haben mindestens drei Gemeinsamkeiten: Sie beginnen mit dem Buchstaben „K“, es sind russische Regionen und alle diese Regionen sind in irgendeiner Form Zankapfel bzw. es gibt Dritte, die Ansprüche auf diese russischen Territorien in mehr oder weniger scharfer Form angemeldet haben.

Was Kaliningrad anbelangt, so ist diese Region das Ergebnis des Zweiten Weltkrieges und der Vereinbarung der Siegermächte. Trotzdem im Rahmen des Einigungsvertrages mit Deutschland vereinbart wurde, dass Deutschland den Status Quo anerkennt und keinerlei territoriale Forderungen an niemanden stellen wird, gibt es doch in Deutschland gesellschaftliche Gruppen, die dies so nicht akzeptieren. Und irgendwie habe ich den subjektiven Eindruck, als ob diese Revanchisten anzahlmäßig seit 1990 zugenommen haben. Nun, eine gewisse Logik ist hier nicht von der Hand zu weisen, denn in der Alt-Bundesrepublik wurde niemals die Teilung Deutschlands akzeptiert und man hat 40 Jahre auf die Wiedervereinigung hingearbeitet und letztendlich das Ziel erreicht – sogar ohne Blutvergießen. Logisch, dass als nächstes der Gedanke auftaucht, dass man auch die anderen verlorengegangenen Gebiete im Osten wiederhaben will. Und dafür setzen sich eine ganze Reihe von Menschen ein.

Die Krim war ehemals russisches Territorium und wir wissen, dass man damals in der Sowjetunion viele bürokratische Probleme recht einfach gelöst hatte. Im Rahmen der Diktatur des Proletariats war das möglich und so hat Russland als Republik im Bestand der Sowjetunion, der Ukraine, ebenfalls eine Republik im Bestand der Sowjetunion die Krim geschenkt. Die Sowjetunion war eine große Familie und so kann man dieses Geschenk eben als innerfamiliäres Geschenk sehen. Aber in jeder vernünftigen Gesetzgebung gibt es einen Paragraphen der regelt, dass man Geschenke auch wieder zurückfordern kann, wenn sich der Beschenkte als undankbar erweist und Schritte unternimmt, die dem Schenkenden zum Nachteil gereichen. Man kann dann gerichtliche Schritte einleiten, um die Schenkung rückgängig zu machen. Man kann aber auch ein Referendum durchführen. Die Krim-Bewohner haben sich für ein Referendum entschieden und Russland, als ehemals Schenkender, hat natürlich mit Sorgenfalten auf der Stirn bereitgestanden und Hilfe geleistet. Und, um mit einen Slogan aus der deutschen Einheit zu argumentieren: „Es kam zusammen, was zusammen gehört.“

Die Kurilen haben eine ähnliche Geschichte wie Kaliningrad. Sie sind im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges in den Bestand der Sowjetunion aufgenommen worden und gehören heute zur Russischen Föderation. Japan fordert die Kurilen zurück und mir persönlich ist nicht so richtig klar, warum man diese zurück haben will.

Mir wäre es klar, wenn es dort Gold, Brillianten oder zumindest doch Erdöl in nennenswertem Umfang geben würde. Aber ein Blick in das deutschsprachige Wikipedia sagt folgendes:

Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange, zu Russland gehörige Inselkette mit mehr als 30 großen und kleinen Inseln vulkanischen Ursprungs in Ostasien. Sie verbinden wie eine Brücke die russische Halbinsel Kamtschatka mit der japanischen Insel Hokkaidō. Die Inselkette trennt das Ochotskische Meer vom Rest des Pazifiks.

Viele aktive Vulkane, sehr häufige Erdbeben, Schneestürme und Nebel im subarktischen Klima machen die in fischreichen Gewässern liegenden Inseln sehr unwirtlich. Die Natur auf den Inseln ist relativ unberührt.

 Also, was wollen die Japaner mit diesen Inseln, die zusammengenommen rund 5.000 Quadratkilometer groß sind? Zum Vergleich: das Gebiet Kaliningrad hat 15.000 Quadratkilometer.

Aber, wenn man weiter liest, wird schon klarer, weshalb die Japaner schon immer diese Inseln haben wollten, denn bei Wikipedia steht auch geschrieben, dass die Japaner sich schon mit mehreren russischen Zaren um diese Inseln gestritten hatten.

Und es steht geschrieben:

Während des Kalten Krieges waren die Kurilen von großer strategischer Bedeutung. Sie bildeten eine Verteidigungskette vor dem sowjetischen Festland. Neben einer Division Bodentruppen (1978 eingerichtet – 1995 reduziert) wurden dazu etwa 40 MiG-23 B-Jagdbomber stationiert, die bis Tokio fliegen konnten. Insbesondere in den 1980er-Jahren galt diese sowjetische Militäreinrichtung als Bedrohung Hokkaidōs.

Wenn also diese Inselgruppe für Russland von strategischer Bedeutung ist, um sich gegen ein Land zu verteidigen, welches schon mehrmals Russland angegriffen hat, so ist es doch aber umgekehrt auch so, dass diese Inselgruppe für Japan, als günstiges Ausgangsterritorium für einen Angriff auf Russland, von Interesse ist.

Und man muss sich nicht wundern, wenn sich die Russen als geschichtsbewusst erweisen und sich an alle kriegerischen Auseinandersetzungen mit Japan erinnern.

Nun laufen seit vielen Jahren die Gespräche zwischen Japan und Russland. Es geht um einen Friedensvertrag. Russland will ihn lieber gestern als morgen unterzeichnen, die Japaner wollen zuerst die Inseln zurück und dann den Friedensvertrag aushandeln. Ich finde das merkwürdig. Wer garantiert den Russen, dass die Japaner wirklich einen Friedensvertrag wollen. Rein theoretisch wäre es doch möglich, nach Erhalt der Kurilen, den Krieg, der 1945 aufgehalten wurde, nun einfach fortzusetzen – oder?

Aber es ist klar, dass Japan natürlich Russland heute nicht mehr angreifen wird. Dazu ist es zu schwach. Aber gemeinsam mit den Amerikanern … hm, da sieht das schon anders aus – wenn es zu einem Konflikt kommt.

Und der japanische Premier hat dem russischen Präsidenten dieser Tage versprochen, dass es auf den Kurilen keine amerikanischen Stützpunkte geben wird. Das kann man glauben, oder auch nicht.

Im Jahre 1990 hat die Sowjetunion auch den Versprechungen des Westens geglaubt, die NATO nicht auszuweiten und für diese Leichtgläubigkeit bezahlt Russland heute teuer.

Ja, es gab damals nichts Schriftliches, aber westliche Politiker der damaligen Zeit bestätigen, dass es derartige mündliche Zusicherungen gab. Aber selbst wenn es Verträge gibt, müssen diese nicht unbedingt eingehalten werden. Auch das faschistische Deutschland hatte mit Russland einen Nicht-Angriffs-Pakt abgeschlossen. Am 22. Juni 1941 war dieser Vertrag noch nicht mal als Kloopapier zu gebrauchen.

 

Ende 2016 – so erinnern sich die Russen, gab es ein Gespräch zwischen dem japanischen Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates und seinem russischen Amtskollegen. Während dieses Gespräches hatte der Japaner nicht ausgeschlossen, dass auf den Kurilen amerikanische Stützpunkte auftauchen. Zwei Jahre später erzählt der japanische Premier, dass keine amerikanischen Stützpunkte auftauchen … hm, das macht die Russen sicherlich nachdenklich. Insbesondere auch deshalb, weil in allen Gesprächen, die der japanische Premier mit Putin hatte, niemals versichert wurde, dass die Amerikaner keine Stützpunkte dort erhalten. Und plötzlich gibt der japanische Premier eine derartige Erklärung ab.

Russland erinnert daran, dass die Japaner mit den Amerikanern einen Bündnisvertrag haben. Und mehr ist dann nicht mehr zu kommentieren.

Der nächste Besuch des japanischen Premiers in Russland ist für die zweite Januarhälfte geplant. Vielleicht trifft man sich auch noch vorher, während des G20-Gipfels in Argentinien.

Am Freitag reagierte Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, auf die japanischen Versprechungen. Er bestätigte, dass es Vier-Augen-Gespräche gäbe und er darüber nichts sagen möchte. Er informierte nur, dass in diesen Gesprächen die japanischen Bündnisverpflichtungen mit den USA eine Rolle gespielt haben.

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Föderales, Kaliningrad, Krim

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