Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Die Ära des Baubetruges in Russland nähert sich ihrem Ende

Fr, 04 Jan 2019 ... mit deutschem Akzent


Die Ära des Baubetruges in Russland nähert sich ihrem Ende
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Baubetrug ist ein Tagesproblem in Russland. Viele Maßnahmen der Vergangenheit haben nicht den Effekt gebracht, wie der Gesetzgeber sich dies eigentlich gewünscht hat. Um was geht es?

 

In Russland wird intensiv gebaut. Kaum eine Baufirma verfügt über Eigenkapital für die Errichtung von Häusern. Deshalb holt man sich das Geld von den zukünftigen Besitzern der Eigentumswohnungen. Wer sich noch im Stadium der Überlegungen zum Bau des Hauses für den Kauf einer Wohnung in diesem vorerst virtuellen Haus entscheidet, bekommt den Quadratmeter preiswert. Sind die Baudokumente fertig, muss schon mehr bezahlt werden. Und so wie der Baufortschritt ist, wird der Quadratmeter teurer und teurer.

Niemand garantiert aber, dass das Haus auch wirklich in Nutzung überführt wird. Zum einen kann die Firma wirklich bewusst betrügen. Zum anderen kann der Betrug darin bestehen, dass man die eingenommenen Gelder noch für andere Bauprojekte verwendet und somit das Geld nicht ausreicht, um begonnene Projekte zu beenden. Dann kann die staatliche Abnahmekommission die Abnahme verweigern, weil es Baumängel gibt oder Abweichungen vom genehmigten Bauprojekt. Dies sind nur einige Gründe, weswegen ein Investor oder ein Bauanteilseigner zwar Geld ausgegeben, die Wohnung bezahlt, aber trotzdem keine Wohnung hat.

Nun gibt es zum Glück bereits ein Gesetz, welches die Baufirmen verpflichtet, ihr Objekt gegen Bankrott oder ähnliche Risiken zu versichern. Ohne diese Versicherung gibt es keine Baugenehmigung. Aber es gibt kaum Versicherungen, die bereit sind, derartige Versicherungen abzuschließen. Es liegen keinerlei Erfahrungswerte vor und das Risiko ist wohl hoch.

Dazu kommt, dass eine derartige Versicherung natürlich auf den zukünftigen Käufer einer Immobilie umgelegt und somit der Quadratmeter teurer wird. Das führt dann wohl dazu, dass die Nachfrage nach Neubauwohnungen nachlässt und sich der Zweitwohnungsmarkt wieder belebt.

Nun hat der russische Präsident Putin kurz vor Jahresschluss angewiesen, eine neue Bank zu schaffen, deren Aufgabe es ist, die Finanzierung des Wohnungsbaus für Mehrfamilienhäuser, aber auch andere Bauprojekte, finanziell zu begleiten.

Die Gründung der Bank geht einher mit der Schaffung eines Datenzentrums, in dem alle Immobilien erfasst sind, die als sogenannte „Problemimmobilien“, also als Immobilien der betrogenen Bauanteilseigner, eingestuft sind.

Weiterhin hat der Präsident angeordnet, bis zum 15. April 2019 ihm einen Plan vorzulegen, wie alle bisher bekannten Betrugsfälle gelöst werden können. Dieser Plan soll auch die Quellen enthalten, aus denen der Endausbau der Immobilie bezahlt werden soll.

Gleichzeitig sollen die Rechte der Regionalregierungen gestärkt werden, um betroffene Baufirmen per Gerichtsbeschluss bankrott erklären zu lassen. Hier geht es um ein beschleunigtes Bankrottverfahren, mit dem Ziel, das betroffene Immobilienobjekt so schnell wie möglich einer anderen Baufirma zu übergeben.

Reklame

Bauwesen

   Kommentare ( 2 )

boromeus Veröffentlicht: 4. Januar 2019 13:25:53

Das ist für mich als Ausländer auch ein großes Problem.Bei uns werden Abschläge bezahlt,je nach Baufortschritt.Im ungünstigsten Falle ist der dann weg.Bezahle ich aber eine große Bausumme und der Auftragnehmer fängst gar nicht erst an,oder meldet nach Erhalt des Geldes Konkurs an,dann ist die Kohle ganz weg.Vor ein paar Tagen berichtete mir in KGD Jemand,dass in seinem Bekanntenkreis Leute mit Firmen gebaut haben,der Bauträger dabei einen riesigen Fundamenteschaden durch Pfusch erzeugt hat,dessen Summe sich im Bereich vieler hunderttausend Rubel bewegt,dem Bauherren nichts anderes übrigblieb,zur Wahrung seiner Rechte den Dienstleister zu verklagen,vor Gericht Recht bekam,die Firma zur Rückzahlung der Schadensumme verdonnerte und während der ganze Phase Konkurs anmeldete.Hat das wirklich geholfen?Letzten Endes ist das dann auch ein Verlust für die Wirtschaft,wenn Leute zu Hauf in die "Bauzentr(en)" rennen,Material kaufen ,selber "herumpfuschen"und der Handwerker geht dann leer aus.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 5. Januar 2019 03:57:47

"Bei uns werden Abschläge bezahlt,je nach Baufortschritt."

Der Bagger fährt aufs Grundstück, hebt zwei Stunden lang ein Loch aus und verschwindet wieder - auf Nimmerwiedersehen. Mußte angeblich auf einer anderen Baustelle gaaaanz wichtige Arbeit erledigen.
Drei Tage später erfolgt schriftlich per Einschreiben die Aufforderung, lt. Vertrag die Summe sound so, also 30% der Gesamtbausumme bis zum ohne Abschläge oder Zurückhaltungen zu überweisen.
Das ist deutsche Gesetzlichkeit.
Sollte der Betrag nicht bis zum eingegangen sein, wird sich um die Beitreibung der Schuldsumme das Inkassobüro xxxx kümmern. Diese Kosten würden dann Ihre Schuldsumme natürlich erhöhen.Nach mehreren Monaten enormen Streß wird die Insolvenz des Bauunternehmens angezeigt. Insolvenzverwalter ist die Ehefrau des GmbH-Bauunternehmers und fordert frecherweise die zweite Rate lt. Baufortschritt.
Gibt´s nicht nur in Rußland.

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an