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Die Zeit sowjetischer Naivität ist in Russland vorbei

Mo, 28 Jan 2019 ... mit deutschem Akzent


Die Zeit sowjetischer Naivität ist in Russland vorbei
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Das Verhältnis zwischen Japan und Russland ist friedlich, aber einen Friedensvertrag gibt es nicht. Und wenn jemand in den letzten Monaten geglaubt hat, dass er nun bald unterzeichnet wird, wird mit dem heutigen Tag wissen, dass es wohl noch ein längerer Weg ist, bis zu einem Vertrag in Frieden.

Japan zeigte sich in der letzten Zeit großzügig gegenüber Russland. Man versprach, bei Rückübergabe der Kurilen an Japan, die dort lebenden Russen nicht auszuweisen. Das lässt für Kaliningrad hoffen, wenn die Gespräche über eine Rückübergabe des Ex-Ostpreußens mit Deutschland beginnen. Dann wird Deutschland wohl auch versprechen, die hier lebende eine Million Russen nicht auszuweisen.

Und Japan hat versprochen, dass es auf den Kurilen keine militärischen Strukturen geben wird, zumindest keine amerikanischen militärischen Strukturen. Auch das lässt für zukünftige Gespräche mit Deutschland hoffen, dass nach Rückübergabe des Ex-Ostpreußens an Deutschland, im instandgesetzten Haus der Räte im Stadtzentrum Königsbergs, nicht das Führungs-Hauptquartier Ost der NATO untergebracht wird.

Bis dahin gibt es aber noch einige Hürden zu überwinden.

Einerseits hat der russische Präsident Putin im Jahre 2016 erklärt:

„… mit russischen Territorien handeln wir nicht.“ (Videobeitrag Bloomberg)

Und zum anderen wird Russland keine erfolgreichen Gespräche mit Japan führen, sofern Japan weiterhin an den Sanktionen gegen Russland, deren Initiator die USA und eine Reihe anderer westlicher Staaten waren, weiter teilnimmt.

Screenshot Peskow

Da auch Deutschland eines der aktivsten Länder in der Fortsetzung der Sanktionspolitik gegen Russland ist, ist wohl auch kaum damit zu rechnen, dass irgendwelche, von einer Reihe von Deutschen inbrünstig erwarteter Gespräche, über eine Rückübergabe des „zeitweilig okkupierten Territoriums Ostpreußens“ an Deutschland, durch die „russischen Besatzer“ beginnen.

Wie Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten weiter kommentierte, wird sich wohl kaum einer ein zweites Mal auf irgendeinen Kuhhandel einlassen und irgendwelchen verbalen Versprechungen Glauben schenken. Er erinnerte daran, wie man den ehemaligen sowjetischen Präsidenten Gorbatschow über die Erweiterungspläne der NATO und andere Momente der Sicherheit getäuscht habe.

Wenn Japan einen Friedensvertrag mit Russland benötigt, so kann man diesen sofort unterschreiben. Darin braucht nicht viel zu stehen:

Wir wollen Frieden. Wir wollen keinen Krieg.

Und alles weitere wird sich dann, Schritt für Schritt entwickeln und im Rahmen dieser Entwicklung, werden sich auch viele alltägliche Fragen, rund um die Kurilen, lösen lassen.

Allerdings fanden diese russischen Vorstellungen kein Verständnis bei den Japanern und dies wiederum löst sicherlich auch ein gewisses Misstrauen bei der russischen Seite aus. Peskow kommentierte, das man sich gegenwärtig noch nicht in einer Sackgasse befinde. Die Hauptaufgabe beider Seiten bestehe nicht darin, irgendetwas zu erhalten oder irgendetwas abzugeben. Die Hauptaufgabe besteht in der Unterzeichnung eines Friedensvertrages.

In den russischen Medien werden die Gespräche des russischen Präsidenten Putin mit dem japanischen Premier Abe in Moskau am 22. Januar 2019 erwähnt und der Fakt, dass beide Seiten über den Punkt „Sicherheit“ nachdenken werden. Immerhin hat Japan auch die Bedingungen eines Bündnisvertrages mit den USA zu beachten.

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Japan

   Kommentare ( 5 )

Georg Veröffentlicht: 28. Januar 2019 13:05:34

Vielleicht sollten sich die Japaner ein Beispiel an der Krim nehmen, hat ja gut funktioniert.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 28. Januar 2019 14:00:32

... mit dem kleinen Unterschied, dass auf den Kurilen kein einziger Japaner wohnt. Und ich habe meine Zweifel, dass die auf den Kurilen lebenden Russen ein Referendum organisieren und um Anschluss an Japan bitten.

Hauke Veröffentlicht: 28. Januar 2019 13:12:59

Mit dem Ausweisen ist das so eine Sache.
1919 hatte sich Polen verpflichtet keine Deutschen aus dem sogenannten Korridor auszuweisen.
Schon 1920 begann man mit dem Vertreiben.

boromeus Veröffentlicht: 28. Januar 2019 20:07:07

Oh Hauke ,nicht so laut.Alles was sich der offiziell verordnete BRD-USRAEL Meinung entgegenstellt, ist schon im Ansatz Volksverhetzung und wird nicht unter drei grosse Terrinen Wackelpudding bestraft ,oder einem wird die Ehre zur Ernennung als Reichsbürger zuteil,oder Geschichtsleugner,weil ja bei uns in der in Murkels DDR 2 natürlich Meinungsfreiheit herrscht.Die Frage ist ,für wen sie gilt?Wie einfach doch manche Dinge sind,oder?

Frank Werner Veröffentlicht: 28. Januar 2019 20:55:12

@UEN
* Niemand von Bedeutung und politischen Mandat will Ost-Preußen zurückhaben. Irgendwelche Dödel, welche irgendwas erzählen gibt es überall. Einfach mal 500 Grundstücke ausweisen, welche in 5 Jahren bezogen werden müssen und wer will soll aus D'land kommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Anzahl kaum zweistellig wäre.
* "Er erinnerte daran, wie man den ehemaligen sowjetischen Präsidenten Gorbatschow über die Erweiterungspläne der NATO und andere Momente der Sicherheit getäuscht habe." Vielfaches wiederholen ändert nichts daran, dass es nie solche Versprechen/Abmachungen gegeben hat - bestätigt von allen Beteiligten ... Und fremde NATO-Truppen sind in Ost-Deutschland nicht stationiert - das war zugesagt. Was anderes wäre auch Unfug, da damals noch der Warschauer Pakt existierte.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 28. Januar 2019 23:12:56

... tschuldigung, diese Argumentation, dass niemand Ostpreußen zurückhaben will, höre und lese ich jeden Tag. Allerdings der Glaube fehlt mir ... und von "ein paar Dödeln" zu sprechen ... nee, das ist mir zu einfach ...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 30. Januar 2019 03:06:48

"Niemand von Bedeutung und politischen Mandat will Ost-Preußen zurückhaben. "

Entweder Sie wollen es, aus welchen Gründen auch immer, einfach nicht wahrhaben - oder - Sie sind einfach schlecht informiert. Wobei ich von letzterem nicht so überzeugt bin.
Das hat nichts direkt mit "zurück haben" zu tun, sondern mehr damit, den Russen dieses externe Territorium, welches für die Interessen der Nato von militärischer strategischer Bedeutung ist, weg zu nehmen. Die Hauptsache, es gehört nicht mehr zu Rußland. Alles andere ist dabei mehr oder minder nebensächlich.
Ich nehme mal an, daß sich Polen mit kräftiger Unterstützung der USA diesem dann "verlassenen" Landstrich erbarmen und ihn in seinen Staat aufnehmen würde. Bei diesem Land- und Bedeutungshunger dieses Regimes.
Und die USA würden sich wohl sehr stark für die dann ehemaligen russischen Flottenstützpunkte interessieren, einnisten und die russische baltische Flotte einschnüren wöllte..
Man braucht sich nur mal die Karte ansehen.

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