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Elisabeth, Immanuel und ein Vizeadmiral - Die Würfel sind gefallen

Di, 04 Dez 2018 ... mit deutschem Akzent


Elisabeth, Immanuel und ein Vizeadmiral - Die Würfel sind gefallen
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Die Ausschreibung zur Suche eines Marketingnamens für 45 russische internationale Airports ist abgeschlossen. Am späten Dienstagnachmittag wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten, wird der Kaliningrader Airport zukünftig den Namen der russischen Zarin Elisabeth Petrowna tragen, zusätzlich zur Bezeichnung Chrabrowo.

Seit dem Wochenende ist nun auch klar, warum sich die Abstimmungsergebnisse in den letzten Tagen so radikal, zu Ungunsten des Deutschen Immanuel Kant, verändert hatten. 33 Prozent hatten für Elisabeth gestimmt, 29 Prozent für den sowjetischen Marschall Wassiljewski, 25 Prozent für den Deutschen Kant.

Im Internet wurde ein Videofilm veröffentlicht. Dieser zeigte den Chef des Stabes der Ostseeflotte, wie er vor angetretener Truppe eine Brandrede gegen den Landesverräter Kant hielt, dem Deutschen, der irgendetwas geschrieben hat, was kein Mensch versteht. Und er forderte die Angehörigen der Ostseeflotte auf, ihren Namen nicht diesem Kant zu geben.

Vermutlich ist damit der plötzliche Zuwachs der Stimmenanteile für die beiden Erstplatzierten zu erklären.

Erfolge müssen organisiert werden – so ein altes Sprichwort und in diesem Fall wurde der Erfolg organisiert, obwohl man durchaus ein wenig die Stirn runzeln darf, wenn man den Auftritt des Vizeadmirals hört. Journalisten hatten im Kreml nachgefragt, was man dort von dem Auftritt des Vizeadmirals halte und der Kreml fragte zurück: „Welcher Auftritt, welcher Vizeadmiral?“

Meine Meinung – sowohl „… mit deutschem, wie auch mit russischem akzent“: Niemand hatte das Recht, den Namen Kant auf diese Ausschreibungsliste zu setzen, denn er erfüllt nicht die Bedingungen für die Namensausschreibung. Aber man sollte sich auch genau überlegen, wie man diesen Verstoß kommentiert – egal ob man Bürger, Journalist oder Vizeadmiral ist.

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Airport, Gesellschaft

   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 5. Dezember 2018 02:03:00

Uwe, wenn dieser Chef des Stabes der Ostseeflotte wirklich so ein "Bildungsbürger" ist, dann sollte sich Sergej Schoigu, seines Zeichens Verteidigungsminister der RF einen "würdigen" Platz für diesen geistigen Helden einfallen lassen, der dessen Bildungsstand am nächsten kommt.
Es ist doch nicht die Frage, ob dieser Stabschef alles begreift, was Kant so alles der Welt geschenkt hat. Das ist meiner Ansicht nach auch gar nicht nötig. Aber daß er sich vor die angetretene Truppe stellt und sich diese Blöße gibt, da fühlt man sich doch in die Revolutionsfilme über die sowjetrussischen Bürgerkriege hinein versetzt. Damals wollte man aber etwas ganz anderes zum Ausdruck bringen.
Aber Seine Hochwohlgeboren, Absolvent irgendeiner russischen Offizierschule, einer Militärakademie, eventuell weiterer Militäreinrichtungen, jetzt fast oberster Kommandeur der Baltischen Flotte und zieht sich vor seinen Unterstellten geistig so aus? Ich wüßte nicht wohin mit ihm. Habe ich ein Glück!

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 5. Dezember 2018 06:05:52

... ja, schaun wir mal. ob es da noch "Nachwehen" gibt.

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