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Endlich bekommt Russland eine „Zukunft“

So, 20 Mai 2018 ... mit deutschem Akzent


Endlich bekommt Russland eine „Zukunft“

Russland hat eine tausendjährige Vergangenheit. Russland hat eine ziemlich aktive Gegenwart. Und nun bekommt Russland auch eine „Zukunft“.

In der jüngsten Vergangenheit hat sich eine ganze Reihe von internationalen Kräften hervorgetan, die versuchten, eine russische Zukunft zu verhindern. Das ist wohl noch nicht ganz so gelungen, wie man das mal geplant hatte. Somit hat man sich entschlossen, doch an einer russischen „Zukunft“ zu arbeiten. Und man hat Alexej Nawalny damit beauftragt, die „Russische Zukunft“ aufzubauen. Vorerst soll dies in Form einer Partei geschehen.

Zum Glück kommt dieser Gedanke noch rechtzeitig, denn die russische Parteienlandschaft wird schon seit Monaten weniger vielfältig – es hat ein Parteiensterben eingesetzt, nachdem nach 2011/12 die Parteien wie Pilze aus dem Boden schossen. Im Verlaufe der Jahre hat man dann festgestellt, dass so eine frisch gebackene Partei, neben Geld, auch aktive Mitglieder braucht. Und wenn weder das Eine, noch das Andere vorhanden ist, ist es doch besser, wieder auf den Boden der Realitäten zurückzukommen.

Und so gibt es in Russland gegenwärtig nur noch 67 Parteien und da kommt die Gründung einer neuen Partei gerade zur rechten Zeit.

In Moskau hat der Gründungsparteitag stattgefunden. Alexej Nawalny konnte nicht daran teilnehmen, denn er sitzt mal wieder im Gefängnis, da er am 5. Mai nichtgenehmigte Demonstrationen organisiert hatte und der russische Staat, dem er jetzt eine Zukunft organisieren will, meinte, man solle doch die Gesetze einhalten.

Am Gründungsparteitag haben 124 Delegierte aus 60 Regionen teilgenommen.

Übrigens hat Nawalny schon im Jahre 2013 versucht, eine neue Partei zu gründen. Das russische Justizministerium hatte ein paar Unzulänglichkeiten in den eingereichten Dokumenten gefunden und in der Zeit, wo Nawalny die Dokumente überarbeitet hatte, hatte bereits ein anderer Russe eine Partei unter dem Namen gegründet, den Nawalny für seine Partei vorgesehen hatte: „Volksallianz“. Ein Jahr später registrierte Nawalny dann eine neue Partei unter der Bezeichnung „Zukunftspartei“. Zwei Monate später war die Partei schon wieder aus dem Register verschwunden, weil es Nawalny versäumt hatte, seine Filialen in den Regionen rechtzeitig zu registrieren. Das wirft die Frage auf, wie er ein so großes Land wie Russland in die Zukunft führen will, wenn er es noch nicht mal schafft, eine Partei in die Zukunft zu führen.

Vier Jahre hat Nawalny gebraucht, um sich einen neuen Namen für eine Partei einfallen zu lassen. Bleibt für ihn zu hoffen, dass nicht andere „Russlands Zukunft“ in die Hände nehmen.

Uwe Niemeier

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Opposition, Parteien

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