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Erster Offshore-Resident in Kaliningrad und Putins Geduld mit Auslandskapital

Do, 07 Feb 2019 ... mit deutschem Akzent


Erster Offshore-Resident in Kaliningrad und Putins Geduld mit Auslandskapital
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informiert per Instagram über die Registrierung des ersten Residenten in der Offshore-Zone „Oktoberinsel“ im Kaliningrader Gebiet.

Es handelt sich um die Firma „Adanimov traiding limited“. Betreut wird dieser erste Resident durch die „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes“. Diese hatte Mitte Januar alle Verwaltungsfunktionen für das Sondergebiet durch die Kaliningrader Gebietsregierung übergeben bekommen.

Der neue Resident erhält nun eine ganze Reihe von Steuervergünstigungen, muss jedoch im Verlaufe von sechs Monaten 50 Mio. Rubel in die Wirtschaft des Kaliningrader Gebietes investieren.

Im weiteren zeigte der russische Präsident Putin mal wieder eine unendliche Geduld mit denjenigen Russen, die mit Russland und in Russland viel Geld verdient haben und dieses Geld vor längerer oder kürzerer Zeit in irgendeinen, angeblich sicheren westlichen Staat, verlagert hatten.

Gab es noch eine Zeit, wo es wirklich angebracht schien, erwirtschaftetes Geld nicht in russischen Banken zu lagern oder auch in die russische Wirtschaft zu investieren, um damit weiteres Geld zu verdienen, so hat sich doch in der letzten Zeit sehr viel getan, welches eigentlich sogenanntes russisches Auslandskapital zur Rückkehr hätte bewegen müssen.

Es ist auch, im Rahmen von mehreren Kapitalamnestien, ich glaube es waren bisher drei in den letzten vier Jahren, sehr viel Kapital nach Russland zurückgeflossen, aber wohl bei weitem nicht die Geldmenge, wie vom Staat erhofft und erwartet.

Trotz aller westlichen Sanktionen gegen russisches Geld, gegen russische Oligarchen, gegen russische Bürger, scheint der Westen doch immer noch der größere Magnet für Geld zu sein – vermutlich für Geld, welches nicht immer legal erarbeitet wurde.

Aber hier zeigte sich der Staat großzügig, denn diejenigen, die ihr Kapital nach Russland umlagern, brauchen die Herkunft nicht zu erklären, sondern nur zu deklarieren – unter Wahrung des Steuergeheimnisses. Die Erkenntnisse, die die Steuerbehörde durch die Deklarierung erhält, werden an keine weiteren russischen Strukturen weitergeleitet. Und wer sein Geld nicht nur überweist, sondern auch in die Wirtschaft investiert, braucht noch nicht mal Steuern zu zahlen.

Vergleicht man dies mit der Vorgehensweise der deutschen Steuerbehörden gegen vaterländische Steueroptimierer, so befindet sich Russland im Steuerparadies und Deutschland in der Steuerhölle.

Und nun will Putin die Kapitalamnestie nochmal verlängern. Allerdings nur für diejenigen, die sich in den neuen Offshore-Zonen in Kaliningrad und Wladiwostok als Residenten registrieren. Die bisherige Amnestie läuft am 1. März 2019 aus.

Putin formulierte während eines Forums „Geschäft und Russland“ wie folgt:

„Wir müssen anerkennen, dass die bisherige nationale Jurisdiktion viele Unternehmer gezwungen hat, ihr Eigentum im Ausland zu registrieren, weil wir es nicht schützen konnten. Noch gilt eine Amnestie für Kapital bis zum 1. März und im Rahmen dieser Amnestie werden Privatpersonen von einer ganzen Reihe möglicher strafrechtlicher Verantwortlichkeiten befreit. Wir haben uns mit Kollegen beratschlagt und beschlossen, die Amnestie um ein weiteres Jahr zu verlängern – und zwar für diejenigen Bürger, die ihre Gelder nach Russland zurückholen und sich in den Offshore-Zonen registrieren.“

Weiterhin hat der russische Präsident vorgeschlagen, ein Jahr die Bürger von Einkommenssteuern (Gewinnsteuer) zu befreien, wenn diese ihre Firma nach Russland umregistrieren und russische Steuerresidenten werden.

Ein weiteres, gegenwärtig nach wie vor aktuelles Thema, ist der Zustand des russischen Bankensektors. Viel wurde hier schon getan, um diesen Sektor von umqualifizierten und kriminellen Aktivisten zu säubern. Aber dieser Prozess wird endgültig erst im Jahre 2020 abgeschlossen sein. Bis dahin weiß niemand, welche Bank morgen möglicherweise die Lizenz verliert. Natürlich kann man Verluste vermeiden, wenn man sich an den vorgegebenen Einlagensicherungsfond hält und bei einer Bank nicht mehr als 1,4 Mio. Rubel anlegt, die im Falle eines Lizenzentzuges erstattet werden. Aber viele Russen haben wesentlich mehr Geld, als es Banken in Russland gibt und wer möchte schon sein Vermögen auf rund 700 Banken zu je 1,4 Mio. Rubel aufsplitten? Ein Ausweg aus dieser Situation – zumindest ab 2020, wäre eine erhebliche Anhebung der Versicherungssumme von 1,4 Mio. Rubel auf wünschenswerte acht oder mehr Millionen Rubel.

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