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Geheimgesellschaft Deutschland in Kaliningrad

Fr, 10 Mai 2019 ... mit deutschem Akzent


Geheimgesellschaft Deutschland in Kaliningrad
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Man hört sie nicht. Man sieht sie nicht. Gibt es überhaupt Deutsche im Kaliningrader Gebiet? Beschäftigt man sich mit diesem Thema, bekommt man den Eindruck, als ob die Deutschen in einer Geheimgesellschaft organisiert sind.

Versuchen Sie mal über Google oder einer anderen Suchmaschine den Begriff „Deutsche in Kaliningrad“, von mir aus auch „Deutsche in Königsberg“ einzugeben. Sie können auch jeden anderen Suchbegriff im Zusammenhang mit Deutschland und Deutschen verwenden, der Ihnen besser geeignet erscheint. Sie werden erstaunt sein, wie wenig Ihnen angeboten wird.

Mir geht es nicht um globale Berichterstattung über das Gebiet, sondern um konkretes Alltägliches, was sich hier so ereignet im Zusammenhang mit Deutschen, organisiert von Deutschen, betreut von Deutschen.

Aber wo kann ich mich informieren? Die Suchmaschinen finden ja auch nur das, was andere vorher veröffentlicht haben. Man muss also schon die ganz speziellen Quellen kennen, wo man direkte Informationen erhält – offizielle Informationen oder mehr private Informationen, z.B. über Sozialnetzwerke, wo dieser oder jener mal was postet.

Aber als Informationsagentur habe ich natürlich meine ständigen Quellen, die ich anklicke. Und so habe ich heute morgen, am 10. Mai 2019, so wie ich es jeden Morgen tue, die Internetseite des deutschen Generalkonsulats angeklickt und eine Information vorgefunden:

Screen Generalkonsulat einfügen

Eine doch beachtliche Leistung des deutschen Generalkonsulats, einen Tag nach dem Tag der Befreiung oder des Sieges und 18 Tage nach dem eigentlichen Ereignis.

Ich beobachte dies nun schon über viele Monate, dass man im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland, welches neun bundesdeutsche Mitarbeiter und zusätzlich Ortskräfte in unbekannter Anzahl beschäftigt, kaum Informationen veröffentlicht und wenn, dann mit erheblicher Verspätung. Ich frage mich: warum? Was tun die Diplomaten dort in dem Gebäude in der Thälmana, die wie eine Festung organisiert ist?

Dass eine Delegation der „Kant-Gesellschaft“ in Kaliningrad war, war mir natürlich bekannt. Krampfhaft suche ich seit Monaten nach Möglichkeiten, irgendetwas Optimistisches, Positives über Deutschland und Deutsches in Kaliningrad zu berichten. Es gelingt mir nicht, wie das nächste Beispiel zeigt.

Ich wandte mich an Herrn Horst, dem Verantwortlichen in der Kant-Gesellschaft und machte eine Interviewanfrage. Schnell erhielt ich Antwort. Er lehnte ein Interview ab und verwies auf die Interviews in russischen Medien, die ihn vollauf zufrieden stellen. Mehr Gesprächsbedarf habe er nicht. Mein Einwurf, dass er nur russischsprachigen Medien ein Interview gegeben hat, ich aber für Deutschsprachige berichte, blieb unbeantwortet.

Entgegen den Darlegungen von Herrn Horst, habe ich auch andere Informationen über die Berichterstattung Kaliningrader Medien zu den Aktivitäten der Kant-Gesellschaft, insbesondere, was sein Interview mit Radio Baltic-Plus anbelangt.

Gut, ich muss mich also damit zufrieden geben, dass die Kant-Gesellschaft ihre Geheimnisse für sich behalten will.

Dann höre ich ab und zu, dass sich irgendwelche Delegationen aus Deutschland in Kaliningrad aufhalten – es wird aber nichts berichtet, nichts veröffentlicht. Anfang des Jahres fand ich dann den Rechenschaftsbericht des Ausschusses für Außenpolitik der Kaliningrader Gebietsduma. Darin fand ich zwei kurze, nichtssagende Erwähnungen, dass am 20. April 2018 ein Treffen mit Vertretern des Thüringer Landtages stattgefunden hat. Worüber hat man gesprochen? Was hat man erreicht? Was wurde vereinbart? Vereinbart wurde die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit. Tja, wer hätte das gedacht!

Und der zweite Besuch fand Mitte September 2018 statt. Da kam eine Delegation vom Landtag Schleswig-Holstein nach Kaliningrad. Worüber hat man gesprochen? Was hat man erreicht? Was wurde vereinbart? Vereinbart wurde, darüber nachzudenken, wie man die Zusammenarbeit entwickeln kann.

Zwei tolle Ergebnisse von zwei tollen Polit-Tourismus-Reisen auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Da kann ich mich nur glücklich schätzen, dass ich Steuerzahler in Russland bin. Obwohl, auch Kaliningrader Delegationen reisen nach Deutschland und berichtet wird darüber nichts. Und diese Reisen bezahle ich nun schon als Steuerresident in Russland.

Aber es gibt noch andere deutsche Aktivitäten, deutsche Reisen, deutsche Besuche … das erfährt man dann nur zufällig und natürlich inoffiziell. Berichtet wird darüber nicht. Was geht also vor im russischen Kaliningrad?

Also, lange Rede, kurzer Sinn. Es ist alles sehr geheimnisvoll, was die deutschen Aktivitäten in Kaliningrad anbelangt. Ich hoffe, dass jetzt niemand kommentiert, dass ich mal wieder übertreibe und es keine deutschen Aktivitäten in Kaliningrad gibt. Tja, wenn dem denn so ist, dann können wir ja auch das deutsche Generalkonsulat schließen.

Tschüss und Poka aus Kaliningrad

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   Kommentare ( 2 )

Frank Werner Veröffentlicht: 11. Mai 2019 12:36:48

@UEN
Wäre ich Verschwörungstheoretiker - oder Praktiker - würde ich ja eine Anfrage bei den Illuminti oder dem Büro der Bilderberger empfehlen ..

Aber real dürfte die Erklärung einfach sein ... es gibt schlichtweg keine Ergebnisse und auf Grund der politischen Geschehnisse sind vorerst auch keine zu erwarten. Man bleibt halt im Gespräch auf persönlicher Ebene. Sicher könnte man einen Berg nichtssagenden Papiers erzeugen ... das wäre dann aber wie bei BMW - ...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. Mai 2019 16:15:25

... das wäre eine mögliche Erklärung. Schauen wir mal, ob die zukünftigen Ereignisse diese Erklärung bestätigen oder ob es noch andere Erklärungen gibt.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 11. Mai 2019 17:06:16

Ernsthaft, was Herr Werner schreibt, wird wohl der Realität sehr nahe kommen. Alle diese sogenannten Aktivitäten sind wohl nur dazu da, um Aktivitäten vorzutäuschen. Das wird von russischer Seite nicht anders sein als von deutscher. Erinnern Sie sich an die schwachsinnigen Äußerungen von deutscher Regierungsseite - Rußland wird weiter extrem sanktioniert und ständig unter Druck gesetzt, (damit es endlich gefügig wird) aber wir lassen keinesfalls den Gesprächsfaden abreißen. Die Russen müssen ja eine Möglichkeit haben, ihre Kapitulation vor dem Westen in Worte zu fassen.
Solche und ähnliche arroganten Darmgase aus den Mündern von eigentlich verantwortlichen, real aber oft verantwortungslosen teils recht unqualifizierten Politikern der heiligen Allianz der Natoländer sollen nun wohl nicht mehr nur das sanktionierte Rußland sondern zwischenzeitlich auch andere sanktionierte Länder als Lichtstreifen am Horizont erkennen.

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