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Glaube keiner Statistik

Fr, 28 Dez 2018 ... mit deutschem Akzent


Glaube keiner Statistik
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Wer die Informationen der russischen Medien in den letzten Tagen aufmerksam verfolgt hat, wird wissen, dass der Leiter der russischen Statistikbehörde seine Kündigung eingereicht hat. Umgehend wurde ein Nachfolger ernannt. Die Kritik an der Arbeit der Behörde ist laut, sehr laut.

 

Die russische Statistikbehörde existierte viele Jahre als selbständige Behörde in der russischen Regierung. Das schien dann zu irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr ratsam und es wurde der Beschluss gefasst, diese Behörde dem russischen Wirtschaftsministerium anzugliedern.

Dann begannen die Kritiken an der Behörde lauter und öffentlicher zu werden und gipfelten darin, dass der Leiter der Statistikbehörde, der seit 2009 im Amt war, seine Kündigung einreichte.

Der russische Vizepremier und Finanzminister Anton Siluanow nannte die Methoden, wie die Statistikbehörde die Einnahmen der Bevölkerung berechnet „uschastno“, also „furchtbar“. Er meinte, dass wohl nur die Statistikbehörde selber versteht, wie man zu den veröffentlichten Zahlen kommt und keiner, außer dieser Behörde versteht wohl, wie die Berechnung funktioniert. Er beschuldigte die Behörde, für ihre statistische Arbeit veraltete Formen anzuwenden. Man schickt Leute in die Supermärkte zur Preiserhebung. Die fotografieren die Ware und die Preisschilder mit dem Handy und in der Behörde wird dann alles mit der Hand wieder abgetippt.

Kurz und gut, der Vizepremier hat empfohlen, die Behörde zu reformieren. Er formulierte: „… die Mannschaft auszutauschen.“ Einen neuen Leiter gibt es bereits und der wird wohl nicht viel Zeit haben, eine neue Mannschaft qualifizierter Leute zusammenzustellen, denn wie immer sind Statistiken zum Jahresende besonders gefragt.

Und unter diesem Aspekt schauen wir nun auch auf eine Statistik der Behörde zur Bevölkerungsentwicklung. Hier meldet man, dass erstmals seit zehn Jahren die Anzahl der Bevölkerung in Russland rückläufig ist. Ist das so oder darf man diesen Zahlen auch nicht trauen?

Die Behörde informiert, dass mit Stichtag 1. November die russische Bevölkerung 146,8 Mio. Menschen betrug. Von Januar bis Oktober war somit die Bevölkerungszahl um 78.700 Menschen rückläufig.

Die Behörde begründet diese Entwicklung mit einer hohen Sterberate, die nicht mehr durch den Zuzug von Migranten ausgeglichen wird. So verzeichnete die Behörde für die ersten zehn Monate 180.500 Sterbefälle und nur 101.800 Migrantenzuzüge.

Und genauso kritisch muss man natürlich auch auf Zahlen aus den Regionen schauen, denn die föderale Behörde hat natürlich auch Vertretungen in jeder Region. So hat die Kaliningrader Statistikbehörde berechnet, dass die Einkommen der Kaliningrader Bevölkerung rückläufig sind. Es geht also um Einkommen, wozu Gehälter gehören, Renten, Sozialleistungen und andere Einnahmen. Verglichen mit den ersten zehn Monaten des Jahres 2017 sind diese im aktuellen Jahr um 0,1 Prozent rückläufig. Wobei gleichzeitig informiert wurde, dass die Gehälter um 3,4 Prozent gewachsen sind. Da es auch keine Kürzung der Renten oder sonstigen Sozialleistungen gegeben hat, müssen also die „sonstigen Einnahmen“ der Bevölkerung hier den wesentlichsten Einfluss haben.

In Ermangelung anderer Informationen, nehmen wir also vorerst die Veröffentlichungen zur Entwicklung der russischen Bevölkerung und deren Einnahmen so zur Kenntnis und warten auf die Arbeit der neuen Statistikbehörde.

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