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Haus der Räte oder Haus der Röte?

Do, 07 Jun 2018 ... mit deutschem Akzent


Haus der Räte oder Haus der Röte?

Begleittext zur Videoinformation

Muss man in der Kaliningrader Gebietsregierung erröten, wenn man auf die Thematik der Nutzungsüberführung des Hauses der Räte angesprochen wird? Aufmerksame Beobachter der Angelegenheit nerven die Meldungen, die einerseits Hoffnung erwecken und sich dann doch als Luftblase herausstellen.

  • Das Haus der Räte – ein seit Jahrzehnten unvollendeter Bau der sozialistischen Gesellschaftsordnung.
  • Das Haus der Räte – ein seit Jahrzehnten existierender Spekulationsbau.
  • Das Haus der Räte – ein seit Jahrzenten existierender Beweis von Stagnation in der Stadtentwicklung.
  • Das Haus der Räte – ein potenzielles Symbol für den Eintritt Kaliningrads in eine neue Etappe der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Natürlich hat Kaliningrad auch in der modernen russischen Zeitrechnung eine Entwicklung durchlaufen. Wer die Stadt im Jahre 1992 besucht hat, wird sie heute nicht mehr wiedererkennen. Aber die Entwicklung der Stadt hat sich eingepasst in die allgemeine Entwicklung des Landes und blieb, bedingt durch die bekannten gesellschaftlichen Probleme, weit hinter den Möglichkeiten zurück. Die niemals wirklich funktionierende Sonderwirtschaftszone (von einigen hoffnungsvoll mit Hongkong verglichen) ist nur ein Beweis für die Richtigkeit des Spruchs: „Wir wollten das Beste. Es kam wie immer.“

Und das Haus der Räte ist der betonierte Beweis für Stillstand. In Deutschland gibt es das historische „Bundeslied“. Würde man eine Hymne für das Haus der Räte suchen, könnte man diese abwandeln:

    Mann des Geldes, aufgewacht!

    Und erkenne deine Macht!

    Alle Immobilien stehen still.

    Wenn dein starker Arm es will.

Nun tat sich seit Mitte 2016 einiges in Kaliningrad. Die junge Hoffnung mit Namen „Alichanow“ erhielt das Vertrauen von Putin und in einer relativ kurzen Zeit hat er einiges Sichtbares erreicht. Aber mit dem „Haus der Röte“ scheint er wohl doch so seine Probleme zu haben. Während er es seit Mitte 2016 geschafft hat, das Personal in der Regierung auszutauschen, welches nicht seinen Qualitätsvorstellungen entsprach und er gegenwärtig dabei ist, Personal in den kommunalen Einrichtungen auszutauschen, ist ihm der Austausch der Besitzer des „Hauses der Röte“ noch nicht gelungen.

Leider hat er auch mehrmals den Fehler begangen, den sich abzeichnenden Sonnenaufgang, morgens um fünf Uhr, schon als Mittagszeit zu bezeichnen und muss sich nun nicht wundern, wenn sich die Leute, die loyal auf die Probleme der Stadt Kaliningrad schauen, sich nun leicht genervt fühlen, wenn immer wieder neue Informationen in den Medien erscheinen, die die bisherigen Informationen ad absurdum führen.

Während seit Mitte 2017 mehrmals davon gesprochen wurde, dass man einen Investor für das Haus suche, man diesen (diese) gefunden habe und sich wenig später herausstellte, dass alle potenziellen Käufer aus unterschiedlichen Gründen dann doch nicht kaufen konnten oder wollten, äußerte der Kaliningrader Gouverneur Anfang dieser Woche – nach Informationen von „rugrad-eu“, dass man gar keinen Käufer suche.

„Rugrad.eu“ zitiert den Gouverneur mit den Worten, dass man in der Gebietsregierung mit niemandem Gespräche zum Kauf des „Hauses der Räte“ führe. Und der Gouverneur kennt niemanden, der bereit ist, dem bisherigen Hauptanteilseigner Geld für seine Anteile zu bezahlen, um das Haus zu übernehmen.

Also bleibt alles so wie es ist? Das Symbol der Stagnation der Stadtentwicklung bleibt der Stadt erhalten und wird nicht umgewandelt in ein Symbol des Aufbruchs? Wir werden also im Zentrum der Stadt ein Zentrum der Kontraste schaffen: Historische und moderne Ruinen in friedlicher Eintracht nebeneinander?

Warten wir es ab, wie die ausländischen Journalisten die Gelegenheit im Monat Juni nutzen werden, um das mit Baugerüsten und Bannern verkleidete Symbol der Stagnation in ihre Berichterstattung mit einzubinden.

Uwe Niemeier

 

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Immobilien, Stadtentwicklung

   Kommentare ( 1 )

boromeus Veröffentlicht: 7. Juni 2018 14:14:11

Wenn wir schon bei Hymnen sind,ein' hab ich auch ich noch.

Heute so morgen so.....
einmal traurig, einmal froh....
und mit etwas Glück
(abgewandelt)beginnt man dann von vorn.

In Deutschland sagen wir: Reden ist silber,Schweigen ist Gold
und
Es gibt nichts Gutes ,ausser man tut es !

In diesem Sinne...."weitermachen"....

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