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Hermann Göring ist tot. Es lebe der Reichsjägerhof.

Do, 12 Jan 2017 ... mit deutschem Akzent


Hermann Göring ist tot. Es lebe der Reichsjägerhof.

Eine russische Unternehmerin plant den Wiederaufbau des Reichsjägerhofes – im Kaliningrader  Volksmund auch Göring-Datsche genannt – in der Rominter Heide. Man will Geld verdienen und Touristen anlocken. Dabei kann das Image eines deutschen Kriegsverbrechers hilfreich sein.

In Kaliningrad setzte sich im Jahre 2016, die im Jahre 2014 begonnene Germanisierungskampagne in einer verschärften Tonart fort. Anscheinend ist Kaliningrad, mit Beginn des neuen Jahres, auch in eine neue Phase dieser Kampagne eingetreten: der Faschisierung des Gebietes. Eine russische Unternehmerin hat sich entschlossen, den Reichsjägerhof des Reichsfeldmarschalls Hermann Göring auf seinen noch vorhandenen Fundamenten wieder aufzubauen. Ob diese Unternehmerin nur die Betonfundamente für ihr Businessobjekt nutzen will oder zukünftig auch die geistigen Fundamente des Dritten Reiches, wird die Zukunft zeigen. Zumindest hat diese Kaliningraderin zum Halali geblasen.

Beginnen wir mit der Vorgeschichte.

Im November begab sich ein junger, vom Volk geliebter Prinz … äh, Gouverneur, in den Wyschtinsker Park, zu deutschen Zeiten Rominter Heide genannt. Seit langem wurde darüber gesprochen, dass dies die touristische Zukunft des Gebietes ist und davon wollte sich der Prinz überzeugen. Er sah dort zwei Dinge: Es wird kräftig Holz geschlagen und es wird gebaut. Als erstes verbot er den Holzeinschlag – nicht nur in der Heide sondern im ganzen Kaliningrader Gebiet und forderte die Erarbeitung eines Konzeptes für die Nutzung und den Schutz des Waldbestandes. Und er wollte wissen, wer da was baut. Wenig später wurde ihm von seinem Stellvertreter Vizepremier Alexander Wladimirowitsch Jegoryschew, fleißig unterstützt durch den Tourismusminister Andrej Wiktorowitsch Jermak berichtet, dass niemand nichts baut. Hier wird nur Ordnung geschaffen und das dort lagernde Baumaterial ist nicht zum Bauen bestimmt. Anscheinend gab sich der Prinz-Gouverneur damit zufrieden, aber die Kaliningrader Oppositionspresse nicht und man begann zu graben. Man stellte einiges fest und das Oppositionsportal „newkaliningrad“ veröffentlichte am 1. Dezember einen sehr großen Artikel mit vielen Details:

Es sind so viele Details, dass Außenstehende es gar nicht verarbeiten können. Die Kollegen von „newkaliningrad“ haben aber noch eine Fotogalerie des Ist-Zustandes der „Göring-Datsche“ erstellt. Die kann man sich mal anschauen:

Aus dem Artikel erfährt man, dass in der Rominter Heide auf russischer Seite jegliche Bautätigkeit verboten ist. Bei dem Besuch vor Ort sahen aber die Journalisten anderes. Dann befragten die Journalisten den Direktor des Naturparkes. Dieser zeigte sich völlig unwissend und informierte, dass niemand etwas dort baut. Es werden nur Reinigungsarbeiten vorgenommen.

In dem Artikel wurden erstmals Namen genannt. So erfuhr der Leser, dass Olesija Safonowa - Kaliningrader Unternehmerin aus Gusew, der Heimatstadt des ehemaligen Gouverneurs Nikolai Zukanow, Besitzerin der Fundamente der „Göring-Datsche“ und auch im Besitz eines langfristigen Pachtvertrages für das Grundstück ist. Sie ist auch Generaldirektorin der GmbH „Birken-Komplex“ und „Citi-Komplex“. Zu den Gründern dieser beiden Firmen gehörte ehemals Alexander Wladimirowitsch Jegoryschew, jetziger Vizegouverneur des Kaliningrader Gebietes, der gerade erst dem Gouverneur gemeldet hatte, dass niemand nichts baut. Er ist als Gesellschafter aus diesen Firmen ausgeschieden. An seiner Stelle figuriert seit 2015 Anton Wladimirowitsch Jegoryschew. Die Namensgleichheit ist nicht zufällig!

Im Gespräch mit den Journalisten bestätigte die Unternehmerin, dass sie mit dem Vizegouverneur bekannt ist, aber nur sehr oberflächlich. Besser kennt sie den jüngeren Bruder des Vizegouverneurs, mit dem sie gemeinsam arbeite. Aber beide haben mit dem Projekt „Göring-Datsche“ nichts zu tun – sagt sie.


Foto (privat Safonowa): So schön kann Kaliningrader „unternehmern“ sein
 
Außer den schon genannten beiden Firmen, leitet diese hübsche Unternehmerin noch zwei weitere Tourismusfirmen, ebenfalls im Kreis Gusew. Auch da gab es früher irgendwelche anderen Eigentumsverhältnisse im Zusammenhang mit …, naja, Sie wissen schon.

Vielleicht haben einige unserer Leser den Namen Safonow ja schon mal gehört, insbesondere diejenigen, die sich um das Schicksal der Stadt Gusew kümmern. Dort gab es mal einen Juri Safonow. Er war Staatsanwalt der Stadt, danach Leiter einer Abteilung in der Kaliningrader Gebietsstaatsanwaltschaft und Erster Stellvertreter des Gebietsstaatsanwalts. Der Ex-Gouverneur Zukanow holte ihn dann zu sich als Leiter der Rechtsverwaltung der Kaliningrader Regierung und erst vor kurzem schied er aus der Regierung wieder aus und wurde zum Leiter des Verfassungsgerichtes des Kaliningrader Gebietes befördert. Gegenüber Journalisten bestätigte der Hohe Jurist, dass er mit Olesija verwandt ist – aber nur über sieben Ecken und Kontakte habe man so gut wie keine. Da er Jurist ist, dazu noch Leiter des Verfassungsgerichtes, muss man ihm das glauben – Juristen lügen nicht.

Dann bringt das Portal noch eine Masse von Informationen über Vorgänge mit dem Grundstück … es schwirren einem die Gedanken und es macht eigentlich auch keinen Sinn, unseren Lesern dies alles anzubieten. Wichtig ist, dass auch die Oppositionspresse zum Halali geblasen hat.

Am 6. Dezember erstattete „newkaliningrad“ eine Anzeige bei der Kaliningrader Staatsanwaltschaft und forderte, alle Vorgänge rund um das Grundstück und um die sterblichen Überreste der „Göring-Datsche“ zu untersuchen. Eine ähnliche Aufforderung wurde an die Kaliningrader Gebietsregierung gesandt, denn diese zeichnet für die Aktionen des Verkaufs und der Verpachtung verantwortlich – allerdings noch aus Zukanow-Zeiten.

Dann wurde es still in der Kaliningrader Medienlandschaft. Ich entschied für mich, dass dies die Ruhe vor dem Sturm ist und behielt Recht.

Am 4. Januar, mitten während der russischen Feiertage, veröffentlichte das Portal „rugrad.eu“, bekannt für seine intensiven Recherchen, aber auch bekannt, dass man während der Feiertage und an Wochenenden kaum mal etwas veröffentlicht, plötzlich einen sehr großen Artikel – man nannte ihn „Interview“ und titelte „Rätsel um die Göring-Datscha“.

Als ich den Artikel gelesen hatte, war ich etwas irritiert. Der Charakter des Portals „rugrad.eu“ ist mir bekannt – ein interessantes, nicht ganz einfaches Portal. Und dieser „rugrad“-Artikel erschien, nachdem „newkaliningrad“ bereits viele Dinge aufgedeckt hatte. Er las sich wie eine Werbeanzeige für den neuen Reichsjägerhof. Es gab einen geschichtlichen Abriss, einige Natur-Schwärmereien, die Sorgen und Nöte der Kaliningrader Unternehmerin wurden dargestellt und es wurde verkündet, dass sie außer Plänen nichts weiter habe – insbesondere kein Geld und man noch auf Investoren warte. Aber bei einem zweiten Lesen fand ich, dass es doch eine ganze Reihe von Informationen, durch „rugrad.eu“ gut verpackt, in den naiven Antworten von Olesija gab, die eigentlich für die russischen Rechtspflegeorgane von Interesse sein müssten – völlig egal, ob wir unter Rechtspflegeorganen die Staatsanwaltschaft oder den FSB (russischer Sicherheitsdienst) verstehen.

Die Unternehmerin informierte die Journalisten von „rugrad.eu“ darüber, dass sie die Absicht habe, den alten Reichsjägerhof praktisch im Original wieder zu errichten. Dabei will sie moderne Baumaterialien verwenden und ganz viel für die Umwelt tun. Aber das Wichtigste sei, so Olesija, dass dieser Reichsjägerhof nicht für irgendwelche hochgestellten Persönlichkeiten sein soll, so wie das zu deutschen Zeiten war, sondern hier soll ein Tourismusobjekt für die einfachen Menschen entstehen.

Als ich dies las dachte ich mir, dass also diese junge Dame, geboren weit weit weit nach der Beendigung des Großen Vaterländischen Krieges, so eine Art „Kaliningrader Obersalzberg“ bauen möchte. 

Erschreckt von dem Ausmaß des medialen Interesses an „ihrem“ Businessobjekt und der vernichtenden Beurteilung des Business-Gedankens durch die Öffentlichkeit, begann die Unternehmerin die Notbremse zu ziehen und sandte dem Portal „newkaliningrad“ ein Schreiben. Sie werde den Medien keinerlei Interviews mehr geben, man habe sich ihr gegenüber nicht korrekt verhalten und sie hatte nie die Absicht, das faschistische Erbe zu pflegen oder wieder zu errichten – schrieb sie. Sie erinnerte sogar an eigene Verwandte, die im Krieg unter den deutschen Faschisten gelitten hätten. Sie wollte einfach nur ein Gästehaus bauen, um damit Geld zu verdienen.

Es sei daran erinnert, dass 126.464 sowjetische Soldaten ihr Leben geben mussten, damit heutige Kaliningrader Unternehmer mit dem deutschen Erbe Geld verdienen können. Noch existiert weder die „Göring-Datsche“ oder der „Reichsjägerhof“. Es existiert auch nicht das Königsberger Stadtschloss, dessen Restaurierung geplant ist. Auch hier ist noch kein Investor gefunden und wenn dieser gefunden ist, bleibt abzuwarten, ob dieser – wegen der Touristen – nicht auch ein Gedenkzimmer für den Gauleiter Koch originalgetreu dort einrichten wird.

Was aber jetzt schon durchschimmert ist, obwohl noch nicht rechtskräftig bewiesen, dass es anscheinend Kaliningrader Führungspersönlichkeiten gibt, die mit der deutschen, der faschistischen Vergangenheit des Gebietes, Geschäfte machen wollen. Und da wird immer noch diskutiert, dass es keine Germanisierung des Kaliningrader Gebietes gibt – wobei, wir sind schon einen Schritt weiter.

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Deutsches, Gesellschaft, Grund und Boden, Kaliningrad

   Kommentare ( 10 )

boromeus Veröffentlicht: 11. Januar 2017 22:41:41

Wer schon einmal auf der Terasse des ehemaligen Reichsjägerhofes oder des kaiserlichen Jagdschlosses gestanden hat ,unten die Rominte fliessend, gegenüber die Brunftwiesen der Hirsche liegend, wird nachvollziehen können, welch einmaliges Naturrefugium hier in Europa liegt, mit Bäumen, die zwei Männer umfassen müssen, die nicht dem sowjetischen Kahlschĺag in den 50Jahren zum Opfer fielen.Schade, dass man es 70 Jahre nicht geschafft hat, den Menschen dieses Areal näher zu bringen ,als Naherholungsgebiet,das bis Dato von verantwortungslosen Tagesbesuchern achtlos zugemüllt wird oder dessen Erde von Altmetallsammlern umgedreht wird ,die immer noch nach Hermanns goldene Kloschüsseln suchen.Oder das man das Areal zur Forstwirtschaft ins Ausland verpachtet hat.Wer die Historie kennt weiss,um die Infrastruktur ,die bereits vorhanden war.Alles aus blinder Wut zerstoert,oder bis zur Unkenntlichkeit verfallen, wie in Nassawen/Lesistoe ,bis hin zu Grabplünderungen.
Göring Mittäterschaft an Kriegsverbrechen ist die eine Seite,die andere Seite sind Grundsaetze der deutschenJagd ,die bis heute in weiten Teilen ihre Gültigkeit haben,absolut frei von Ideologie.Schade, dass man die Chancen,die sich hier ergeben ,mit dem Kleinod Rominter Heide so wenig anzufangen weiss,ausser täglich Grenzstreifen zu harken und Vandalismus zu dulden, gegen Hinweisschilder ,die auf deutsche-russische Historie hinweisen,die von Interessierten mit Hilfe russischer Kinder aufgestellt wurden.Anstatt mal richtig anzupacken, wird nur gejammert.Jetzt ist jemand da ,der was tun will und ausser dem Thema Germanisierung hat man keine Argumente.War auch nicht anders zu erwarten.

Eckart Veröffentlicht: 12. Januar 2017 01:57:30

Über die verschleierten Bemühungen zur Wiedererrichtung eines im typischen Huldigungsbaustiel errichteten Nazibauwerks kann man sich nur wundern.

In einem Immobilienkatalog fand ich vor einige Zeit ein architektonisch vergleichbares Objekt aus dieser unseeligen Epoche in Brandenburg. Gute Bausubstanz, aber halt im Leerstand und mit ersten Zeichen des "Broken-Window-Fallacy". Versuche verschiedenste Formen einer gesellschaftlichen Nutzung sind gescheitert - weil der "Stallgeruch", der diesem Gebäude wie ein übler Schmutzfleck anhaftete, einfach keinen Projektbetreiber für längeres sinnvolles Verweilen dort festhalten konnte.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Russen derart extrem naiv sind und tatsächlich, mit der Auferstehung eines Gebäudes aus der Natziasche, normale Touristen anlocken zu können.

Das Einzige was man damit schafft, ist mit Sicherheit ein Pilgerort für ewig Gestrige - eine Huldigungsstätte für Göringverehrer. Mit einer derartig wirren Geschäftsidee auch noch Profit machen zu wollen, erfüllt den Sachverhalt totaler geistiger Unzurechnungsfähikeit.

Wenn die Kalingrader sich nicht auf den politischen Weg der Ukraine verirren will, sollte man keine Keimzellen für Unmenschen errichten lassen, die mit geölter Kreidestimme argumentieren.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 12. Januar 2017 02:45:03

Das wird ja hoffentlich ins Leere laufen. Für Jagdschlösser gibt es sicher schönere Erinnerungsbauten. Wie steht es überhaupt mit dem Wildbestand? Ich habe bei meinen Streifzügen kein Rot- oder Schwarzwild gesehen.

Radeberger Veröffentlicht: 12. Januar 2017 04:06:40

Hallo boromeus,
Ihren Zorn über den jetzigen Zustand des Gebietes und die nicht nur achtlosen Schändlichkeiten an diesem Gebiet kann ich nachvollziehen, obwohl ich noch nie dort war. Aber ich weiß aus Geschichtsbeschreibungen, daß Göring Gefallen an schönen und wertvollen Dingen hatte. Also wird auch diese Gegend sehr schön sein, sonst hätte er sich dieses Stück Land damals nicht unter den Nagel gerissen. Auch die Verpachtung des Gebietes zur forstlichen "Nutzung" des Gebietes macht mich eigentlich sprachlos. Aber in Sibirien gab es auch solche Dinge des Raubbaus an den russischen Wäldern. Ohne Korruption wird das wohl nicht möglich gewesen sein. Das leidige Spiel.
Was allerdings die Grundsätze "deutscher Jagd" in Ihrem Beitrag zu suchen hat, erschließt sich mir nicht.
Und daß nun jemand da ist, der was tun will ...(?) Was denn? Wie will denn diese Dame, wenn das Jagdschloß wieder erstehen würde, verhindern, daß es ein Wallfahrtsort alter und neuer Nazis wird? Das spricht sich doch in einschlägigen Kreisen schneller rum als die neue Grundsteinlegung passiert wäre. Das geht dann gar nicht mehr. Ich kann mir denken, daß die Dame wohl ständig ein volles Haus hätte und prächtig Profit machen würde. Das eine oder andere Stück originalen Mobilars oder Bilder würden dann schon per Schenkung oder Dauerleihgabe wieder auftauchen. Ein gewisses Klientel von Revanchisten bis Faschisten würde sich dann in der Rominter Heide in Ostpreußen wieder zu Hause fühlen. Das wäre doch der Aufhänger, dann russische Grundstücke wieder in deutsches Eigentum durch Kauf oder allerlei Tricks zurück zu verwandeln.
Mir erschließt sich sowieso nicht, wieso dieses "geschichtsträchtige" Grundstück in private Hände gelangen konnte. Das muß gründlich untersucht werden. Ich bin mir sicher, daß dabei Mauscheleien ans Tageslicht gelangen.
Nach Rückübertragung in staatliches Eigentum - würde ich - auch die Fundamente dieser Ruine bis zur letzten verrosteten Patronenhülse von Anno dunnemals ausgraben lassen und dort für die Bürger der Oblast Kaliningrad und friedliche Gäste für die Erholung, Urlaub, Kurheim usw. einen niveauvollen russischen Bau, der wunderschönen Umgebung angepaßt, errichten lassen. Und das ziemlich schnell.
Es sollte eine deutliche Antwort an die ewig Gestrigen sein, die der Meinung sind, nun wieder aktiv werden zu dürfen. Sie dürfen es nicht. Nie wieder!

griepswoolder Veröffentlicht: 12. Januar 2017 10:12:31

Kriegsverbrecher ? Nun, so ein »Demokrat« wie Stalin, oder wie der Kriegsheld Michail Iwanowitsch Kalinin, der die Erlaubnis für das Massaker von Katyn und andere Hinrichtungen unterzeichnete, oder wie der »liebe« Lawrentij P. Berija, oder der Chefpropagandist Ilja Ehrenburg, der mit seinen Haßaufrufen gegen die Deutschen für viele Gewalttaten (Vergewaltigungen, Plünderungen und dgl.) gesorgt hat, war er natürlich nicht, das ist wahr. Ansonsten bestimmen in einem Krieg natürlich die Sieger, wer Kriegsverbrecher ist. Das taten sie in seinem Fall natürlich auch. Echte Beweise für seine Schuld waren daher auch nicht erforderlich.

Die Verantwortlichen für die Bombardieriungen der deutschen Städte, wie z.B. Dresden, wo sich Tausende Flüchtlinge befanden, mit Napalmbomben waren daher keine Kriegsverbrecher. Kriegsverbrechen konnten nur die Deutschen begehen und echte Beweise für eine Schuld waren natürlich auch nicht erforderlich - ebenso wie gegenwärtig bei den Vorwürfen gegen Russland.

Bei aller Symphatie für die Russen - bei dem Thema Kriegsverbrecher oder Kriegsverbrechen sollten sie nicht auf andere zeigen und besser schweigen - wenn sie schon die Wahrheit über damals verschweigen. Da gäbe es unzähliges zu berichten, wie man sich in den eroberten Gebieten benommen hat. Auch im Westen war das damals bekannt, wurde aber verschwiegen, da man Verbündeter war. .

Nach 1945 hat jede Besatzungsmacht in ihrem Bereich eine Umerziehung in ihrem eigenen Interesse vorgenommen. Im Osten wurden die »Roten« Helden, im Westen die anderen. Nur darin das die Deutschen fast alle Verbrecher waren, waren sie sich einig, was natürlich nicht verwunderlich ist. Wenn man von der eigenen Schuld ablenken will, zeigt man auf Andere. Das machen die Amerikaner immer noch so, im Bezug auf die Vergangenheit leider auch die Russen....

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Januar 2017 11:34:01

... Sie bewegen sich mit einigen Passagen Ihres Kommentars an der Grenze meiner Toleranz. Ich glaube mir ist das in der jüngsten Vergangenheit schon mal aufgefallen.

boromeus Veröffentlicht: 12. Januar 2017 13:45:20

@Karsten-Wilhelm Paulsen.Was ist mit dem Wildbestand?Durch die Öffnung der Wildzäune;(ursprünglich incl polnischem Teil, um die 40.000 Hektar),zerfiel der Bestand und dezemierte sich in den Jahren 1945-1950 auf 0 ,bedingt durch Hungersnot im Oblast.Bevölkerung,die vorrangig nach essbarem jagde.Die Rotwildbestände setzten gegen Ende 45 trotz massiver Fütterungen(angeordnet durch H.G ) in der Geweihbildung zurück.Das Waidwerk endete 1945 und wurde nicht wieder forciert..
Heute herrscht Lizenssystem ,d.h Berufsjäger bringen zahlungskräftige Kunden mit ihrem Tross zum Schuss.Jagd auf europäischem Elch macht aus Waidgerechtigkeitsgründen keinen Sinn, bei einem Bestand von etwa 800 Kreaturen.(In Kanada werden in einem Jahr 10.000 Stck.gestreckt).Der Schwarzkittel(Wildsau) ist reichlich vorhanden, auch in sehr starker Version.Wenn man Flächen sieht, so gross wie 4 Fussballfelder,die durch eine Rotte umgedreht wurden ,stockt einem der Atem.Bleiben aber oft verschont,weil man keinen Sinn darin sieht ,sie zu bejagen.Zu alt!Weibliches Rehwild ist stärker im Gebäude und um die 20 und mehr Kilo, schwer.Starke Trophaenträger nicht vorhanden.
Reviereinrichtung gibt es sporadisch,aber in ganz einfachem teilweise unsicheren Baustil.
Hundewesen ,das heisst brauchbare Jagdhunde ,zur Nachsuche auf angeschossenes Wild,ist ein Fremdwort.Gefährtet haben wir schon Wölfe auf dem Fuchsweg,die am Tage auch in der ehemaligen Elchniederung anzutreffen sind.Krasno Lesje/Rominten ist und bleibt Mythos,aber ein wunderbares Flecken Erde...........

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Januar 2017 13:56:22

Könnten wir uns einigen, dass derartige Dinge in einem darauf spezialisierten Forum diskutiert werden? Hier handelt es sich um ein hochbrisantes politisches Thema, in dem der "Halali"-Ruf nur bedingt zur Argumentation benutzt wurde. Ich schlage also vor "Sau tot" zum Jagdthema zu blasen ...

bienenfreund Veröffentlicht: 12. Januar 2017 18:18:03

der Filz-Pilz aus Gusew kommt langsam ans Licht - das er nicht mag. Find ich gut! Und hoffe die "zuständigen Organe" sammeln eifrig die Fakten. Wenn der Bernsteinkönig aussagt und diese Geschichte richtig Fahrt (da gibt es sicher noch mehr) aufnimmt wird es eng für die Selbstbediener. In diesemSinne Halali! und immer drauf!

Dietrich Völker Veröffentlicht: 12. Januar 2017 22:14:10

Mir zeigen diese Betrebungen mit diesem Bau nur, dass es in Kaliningrad eben russische Unternehmer und Unternehmerinnen gibt, die ihr wirtschaftliches Heil im Wiederausgraben oder auch Wiederaufbauen alter Strukturen suchen. Im Falle von Goerings Huette koennte man das auch als eine Form von Katastrophentourismus bezeichnen, denn mit Greuel und Schrecken scheint man nicht nur mit blutspritzenden Autounfaellen, sondern auch mit deratigen Sachen immer wieder einen geeigneten Koeder fuer das Volk auslegen zu koennen. Ob der gute Kyrill dagegen helfen kann? - Fraglich.
Da die ganze Germanisierungsgeschichte ja von Buergern der RF betrieben wird, sehe ich eine Diskussion hierueber als muessig an.
Etwas Off-Topic, was das Thema Kriegsverbrecher betrifft: Ich denke, dass etliche, auch der Betreiber dieser Seite schon das Thema "Siegerjustiz" erleben durfte. Vor allem, wenn ich an Ihren Bericht denke, mit dem Sie, Herr Niemeier, das Ende Ihrer militaerischen Laufbahn in Ostelbien beschreiben.
Schoen, wenn Sie Heute solche Wertungen und Bewertungen mit der gebotenen Toleranz betrachten koennen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Januar 2017 22:44:32

... mit zunehmendem Alter wird man auch ruhiger und abgeklärter. Im Jahre 1989/90 war ich voller Emotionen und Enttäuschungen. Aber auch jetzt noch kann ich, allerdings schon mit wesentlich weniger Emotionen, die Verhaltensweisen meines angeblichen Vaterlandes "Deutschland" damals und insbesondere heute nicht verstehen. Deshalb lebe ich ja auch in Russland.

Eckart Veröffentlicht: 13. Januar 2017 14:07:06

Habe ich gerade bei Sputnik gefunden. Mal googlen mit den Stichworten: Kinerma – das schönste Dorf Russlands.

Dort steht zu lesen : Die Einwohner des Dorfes Kinerma haben erklärt, dass sie dem Touristenansturm nicht gewachsen seien. Das sagte der Kulturminister der Teilrepublik Karelien, Alexej Lesonen. Ihm zufolge ist dies „ein Problem im guten Sinne“ geworden

Radeberger Veröffentlicht: 14. Januar 2017 02:55:54

Dietrich Völker
Veröffentlicht: 12. Januar 2017 22:14:10
"Da die ganze Germanisierungsgeschichte ja von Buergern der RF betrieben wird, sehe ich eine Diskussion hierueber als muessig an."

Da haben Sie wohl bestimmte Eingangsaktivitäten nichtrussischer Seite nicht mitbekommen oder nicht zur Kenntnis genommen. Die derzeitige Situation ist nicht die Ausgangssituation. Diese liegt schon einige Zeit zurück, hat aber wohl Früchte getragen.

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