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Information ist die Währung der Demokratie

So, 14 Okt 2012 ... mit deutschem Akzent


Information ist die Währung der Demokratie

Diese Äußerung von Thomas Jefferson ist für mich der Grundgedanke für die Arbeit hier an dieser Stelle, in meinem BLOG. Mit meinen weiteren Beiträgen möchte ich zeigen, dass es überhaupt nicht schwer ist, zu allen Fragen und Problemen, Russland und Kaliningrad betreffend, Informationen und Antworten zu finden – auch für Ausländer. Vorausgesetzt, man spricht die Sprache. Viele sprechen die russische Sprache nicht. Und genau diesen möchte ich mit meinen Beiträgen und …mit deutschem Akzent zeigen, dass wir viel Demokratie in Russland haben – viel Demokratie deshalb, weil es eben viele Informationen gibt. Man muss sie nur verstehen wollen und können.

Das setzt natürlich auch eine gewisse Bereitschaft voraus, Russland nicht die westlichen Lebens- und Demokratieansichten einfach überstülpen zu wollen. Sie befinden sich in einem anderen Land. Und jedes andere Land hat seine ganz persönlichen Ansichten, Einstellungen, Charaktere. Eben wie der Mensch. Stellen Sie sich vor, alle Menschen auf der Welt würden gleich aussehen, sich gleich kleiden und alle hätten dieselbe Meinung. Und alle würden auf der Welt Currywurst mit Bier lieben – wie langweilig.

Kaliningrad pflegt seit vielen Jahrzehnten erfolgreich sein schlechtes Image. Vor 1990 war es ein geheimnisumwitterter sowjetkommunistischer Militärstützpunkt – isoliert und selbst für Russen nur mit Sondergenehmigung zu betreten. So verbreitet man es im Westen bis heute. Wenn dem denn wirklich so war, steht die Frage, warum ich als Deutscher (ostelbischer) schon 1982 (als Student) dorthin reisen konnte?

Und nach der „Isolierung“, also ab ca. 1991? Da pflegten dann die Nostalgietouristen das Negativimage der Stadt und des Gebietes. Ja, vieles sah nicht gut aus. Und von einer gemütlichen Stadt, in der es sich lohnt zu leben und zu arbeiten, konnte man wirklich nicht sprechen. Aber so war es nun mal. Der Sozialismus/Kommunismus hat einfach nicht das gehalten, was er immer versprochen hatte. Und deshalb existiert er eben heute auch nicht mehr. Die Erben mussten dann mit dem leben, was sie geerbt hatten. Und, die Russen hatten nicht das Glück wie die ostelbischen Bewohner Deutschlands nach dem 03.10.1990.

Die enorme Wirtschaftskraft der alten Bundesrepublik, gepaart mit dem politischen Willen, den Osten Deutschlands so schnell wie möglich dem allgemeinen Niveau der alten Bundesrepublik anzupassen – das sind schon andere Voraussetzungen. Russland hatte solche „Partner“ nicht. Und so kam es, wie es eben immer kommt, wenn ein Staatssystem zusammenbricht.

Und dann kam die Zeit nach dem Jahr 2000. Putin begann Ordnung zu schaffen – in seiner Art, mit seinem Verständnis. Ich als Ausländer spürte dies sehr bald. Während ich bis 2000 als Angestellter einer Firma alle Höhen und Tiefen im russischen Geschäfts- und Privatleben durchlebte, entschloss ich mich im Jahre 2001 meine eigene Firma zu gründen – mit einem, wie sich später herausstellte – nicht ganz so einfachen Geschäftsgegenstand: Immobilien. Ich hatte aber ein glückliches Händchen (einerseits) und bemerkte auch andererseits, wie Russland intensiv an der Vervollkommnung seiner rechtlichen Basis arbeitete – ein nicht unwichtiges Moment für Leute die sich in Russland niederlassen und Eigentum schaffen oder verwalten.

Es ging vorwärts, in Russland, in Kaliningrad. Wir bekamen einen neuen Gouverneur, Georgi Boos. Ein Moskauer mit Beziehungen und ökonomischem Sachverstand. Und, Sie kennen vielleicht den Spruch: „Ein Kommunist ohne Beziehungen ist dasselbe wie ein Kapitalist ohne Geld.“ Er führte die Region und die Stadt zum wichtigen Jubiläum: 750 Jahre Existenz der Stadt. Welcher Stadt? Königsberg, Kaliningrad?

Es begann eine unsägliche politische Diskussion – sie band unnötige Nerven, Kräfte, an Stellen, wo es nicht nötig war. Deshalb gelang uns auch nicht alles bis zum Jahre 2005. Da reisten Putin, Schröder und der französische Präsident zum Jubiläum an. Vieles hatten wir geschafft, aber wie gesagt nicht alles.

So haben wir ein „Ewiges Denkmal der Schande“ in unserer Stadt: das Haus der Räte, mitten in der Stadt, an der Stelle, wo einst das Königsberger Stadtschloss stand. Mit großem Aufwand wurden die Fenster in die Bauruine eingesetzt und die Fassade in einem freundlichen hellblau angestrichen. Allerdings schaffte man die letzte Seite nicht – die Seite, die bisher von den ausländischen Filmteams nie gefilmt wurde. Jetzt wurde sie gefilmt. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte: Kaliningrad darf kein gutes Image haben.

Und so setzt es sich fort. Filme die gezeigt werden, im deutschen Fernsehen, sind alt und fast immer mit gruseliger Musik hinterlegt. Aktuelle Beiträge sehr selten und natürlich auch fast immer mit negativem „Tatsch“ (bitte nicht schimpfen, ich kann kein Englisch und schreibe die Wörter einfach …mit deutschem Akzent). Es besteht, meinen Empfindungen nach, einfach kein Interesse an einer positiven Berichterstattung – aus welchen Gründen auch immer.

Ich lebe und arbeite in Kaliningrad seit 1995 und werde dies wohl auch die nächsten zwanzig Jahre noch tun. Ich bin daran interessiert, die Stadt so darzustellen wie sie ist: Eine kleine, gemütliche, unfertige, interessante, nicht problemfreie, entwicklungsfähige, chancengebende, russische Stadt an der Westgrenze zur Europäischen Union in 45 km Entfernung bis zur Grenze und 600 km bis Berlin.

Ich habe meinen Platz gefunden und verdiene Geld. Ich habe alle Entfaltungsmöglichkeiten die ich mir wünsche. Ich habe volle Bewegungsfreiheit. Ich habe ein vernünftiges, interessantes soziales Umfeld. All das können auch Sie haben, Sie persönlich, oder Sie als Firma. Kaliningrad, Ausrichterstadt der Fußball-WM2018  - warum wollen Sie der Stadt nicht einen Besuch abstatten und schauen, ob es sich lohnt, ein Stück der WM-Torte zu probieren?  

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Kaliningrad, Massenmedien, Politik

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