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Kader entscheiden alles – Neuer FSB-Chef in Kaliningrad

Di, 06 Nov 2018 ... mit deutschem Akzent


Kader entscheiden alles – Neuer FSB-Chef in Kaliningrad
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Der russische Präsident hat mit Ukas vom 17. Oktober 2018 Generalmajor Waleri Belitzki zum neuen Chef der Kaliningrader Verwaltung des russischen Sicherheitsdienstes FSB ernannt. Vor seiner Ernennung hatte der Generalmajor, in gleicher Dienststellung, im Gebiet Kemerow rund drei Jahre gedient. Waleri Belitzki begann seine Laufbahn in den Organen im Jahre 1988. Er ist verheiratet und erzieht eine Tochter.

Die Meldungen der regionalen und föderalen Medien gleichen sich wie ein Ei dem anderen und so wird die Neugier zu dieser neuen Personalie in Kaliningrad natürlich nicht befriedigt – wie üblich, bei allen Dingen, die den FSB betreffen.

Aber ab und zu findet man doch etwas. Und so werden sich die Mitarbeiter im Gebäude „S3“ – die volkstümliche Abkürzung für „Sowjetski Prospekt 3“ sicherlich freuen, dass sie jetzt ein richtiges Arbeitstier als neuen Chef erhalten haben, denn in seiner früheren Dienststellung im Kemerower Gebiet soll er jeden Tag um sieben Uhr zum Dienst erschienen sein und um zwei Uhr die Dienststelle verlassen haben. Seine dortigen Arbeitsmethoden waren wohl für einige gewöhnungsbedürftig. Nicht alle konnten sich daran gewöhnen und wurden entlassen.

Weiterhin wird kommentiert, dass er zu einem Zeitpunkt die Funktion im Kemerower Gebiet übernommen hat, wo alle dort „unter einer Decke schliefen“. Das ruft irgendwelche Kaliningrader Assoziationen hervor – obwohl diese Zeit in Kaliningrad eigentlich sich langsam dem Ende nähert und viele Sandkastenkinder schon vom Winde verweht sind.

In den Medien findet man aber auch Berichte über das Kemerower Gebiet. Es wird dort u.a. charakterisiert als besonders empfindliches Gebiet für terroristische Aktivitäten. Somit ist klar, dass man auf den Posten des dortigen FSB-Chefs einen Spezialisten setzt, der es versteht, mit Terroristen umzugehen. Nun ist dieser Spezialist nach Kaliningrad versetzt worden und man macht sich so seine Gedanken, wie es denn mit der Terrorgefahr in Kaliningrad steht.  

Vielleicht ist es ein Zufall, vielleicht aber auch nicht. Just am heutigen Dienstag wurde bekannt, dass der Kaliningrader FSB am vergangenen Sonntag einen 24jährigen Kaliningrader Anarchisten an einer Bushaltestelle festgenommen hat. U.a. hatte er den Terroranschlag gegen das Gebäude des FSB in Archangelsk Ende Oktober, bei dem es Opfer gab, medial begrüßend, kommentiert.

Waleri Belitzki löst jetzt General Leonid Michailjuk ab, der diese Funktion rund zwei Jahre innehatte. Wir erinnern uns, dass General Michailjuk zu uns nach Kaliningrad kam mit großen Erfahrungen in der Korruptionsbekämpfung, dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen und der Spionageabwehr.

Davor war Jewgeni Sinitschew der unsichtbare Chef der Kaliningrader FSB-Verwaltung. Es ist kein Geheimnis, dass er, gemeinsam mit dem jetzigen Gouverneur Anton Alichanow, nicht sichtbar für die Öffentlichkeit, die Veränderungen vorbereitete, die der russische Präsident Putin dann ab Mitte 2016 Schritt für Schritt umsetzte, begonnen mit der Versetzung des damaligen Gouverneurs Nikolai Zukanow. Ende 2016 wurde Sinitschew für seine gute Arbeit in Kaliningrad zum stellvertretenden Direktor des föderalen FSB ernannt und ist heute Minister für Katastrophenschutz.

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