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Kaliningrad - Banken und Risiken

Sa, 03 Nov 2012 ... mit deutschem Akzent


Kaliningrad - Banken und Risiken

Meine letzten BLOG-Beiträge behandelten die Chancen Geld in Kaliningrad zu verdienen. Die Story vom „Tellerwäscher zum Millionär“ lässt sich nun auch in Russland/Kaliningrad nicht mehr so einfach wiederholen, aber Geld verdienen kann man. Und nun gehen wir mal davon aus, dass Sie dem Stadium des „Tellerwäschers“ entwachsen sind und die schwierige Frage beantworten müssen: Wohin nun mit dem ganzen ehrlich verdienten Geld?

Sie könnten es nach Deutschland schicken und mit ein wenig Verhandlungsgeschick ein paar Zinsen über dem Niveau „0,0nix“ verdienen. Oder Sie können das Geld in die Schweiz senden. Wenn Sie dann noch vergessen dem deutschen Finanzamt darüber eine Information zu geben, geben Sie  Schweizer Bankmitarbeitern die Chance, mit einer Copy-CD Ihre Vergesslichkeit zu kompensieren. Aber haben Sie schon mal über eine Geldanlage in Russland nachgedacht?

Natürlich nicht, denn alleine der Name „Russland“ und „leben/arbeiten in Russland“ lässt bei vielen Deutschen einen Schauer über den Rücken laufen. Bei mir läuft auch so ein Schauer über den Rücken – aber so ein wohliger. Natürlich gibt es Bedenken für Geldanlagen in Russland bei denjenigen, die nichts mit Russland zu tun haben. Ich würde mein Geld auch nicht in Amerika anlegen. Und ich will auch nicht alle Deutschen überzeugen nun ihr Geld nach Russland zu transferieren. Aber diejenigen die in Russland leben und arbeiten – denen möchte ich schon einen Gedankenanstoß geben. Bei den vielen Treffen mit Ausländern stelle ich immer wieder fest, dass nur sehr wenige Kenntnisse über das russische Bankensystem vorliegen. Und das ist schade.

Um es gleich vorwegzunehmen: Wir reden über gute und risikofreie Geldanlagen mit Zinsen im Bereich fünf bis sechs Prozent im Valutabereich und neun bis zehn Prozent im Rubelbereich. Habe ich Sie neugierig gemacht? Dann lesen Sie weiter.

In Russland existieren (Stand Mai 2012) 962 offiziell durch die russische Zentralbank registrierte in- und ausländische Banken. In Kaliningrad sind 65 dieser Banken vertreten. Fast alle diese Kaliningrader Banken befinden sich im Rating unter den TOP-100 der russischen Banken.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Russland ein Einlagensicherungssystem. Die Teilnahme der Banken am Einlagensicherungssystem ist gesetzlich geregelt und nur eine ganz geringe Anzahl von Exoten-Banken ist zu diesem System nicht zugelassen. Das Einlagensicherungssystem versichert Einlagen von Privatkunden bis zu einer Höhe von 700.000 Rubel (ca. 17.300 Euro) pro Kunde und pro Bank.

Nun habe ich mal die Anzahl der Bankenpleiten in Russland, denen in den USA gegenübergestellt, damit Sie ein Risikoverständnis bekommen:

  • 2005 Russland/USA – 1/keine Angaben
  • 2006 Russland/USA – 9/keine Angaben
  • 2007 Russland/USA – 15/keine Angaben
  • 2008 Russland/USA – 27/25
  • 2009 Russland/USA – 31/140
  • 2010 Russland/USA – 16/157
  • 2011 Russland/USA – 17/92
  • 2012 Russland/USA – 7/32 (Stand Mai 2012)

Sollte es zu einer Bankpleite kommen, so ist die Erstattung Ihrer Einlagen denkbar einfach. In der Regel wird die räumlich benachbarte Bank mit der Abwicklung beauftragt. Sie gehen dorthin, legen Ihre Dokumente vor, die Bank nimmt einen Kontoabgleich vor und am selben Tag erhalten Sie Ihr Geld oder den Vorschlag das Geld wieder bei der abwickelnden Bank anzulegen.

Es gibt, genau wie in Deutschland, eine Vielzahl von Geldanlagemöglichkeiten. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Anlagen sind in Deutschland durch Nichtfachleute schon schwer zu verstehen, umso mehr somit auch in Russland. Mein Motto ist: Jedes System funktioniert nur wenn es einfach ist. Und dies sind in diesem Falle die sogenannten „Deposite“, vergleichbar mit dem Festgeld in Deutschland. Sie schließen mit der Bank einen Depositvertrag ab. Es entstehen keine Kosten. Entsprechend den Angebotsvarianten der einzelnen Banken kann der Anlagezeitraum beginnen bei einem Monat bis hin zu vier Jahren. Danach richtet sich auch die Höhe der Zinsen. Ich empfehle einen Zeitraum von einem Jahr als optimal. Die Zinsen werden in Russland auf lange Sicht grundsätzlich höher liegen als in Deutschland und somit ist die Jahresfrist ideal. Nach Ablauf des Jahres passen Sie dann das Deposit den aktuellen Bedingungen an oder kündigen die Anlage. Eine vorzeitige Kündigung ist natürlich auch möglich. In diesem Fall verlieren Sie die Zinsvereinbarung.

Ich empfehle grundsätzlich keine längerfristige Geldanlage in der Währung „Rubel“. Alle Geldanlagen die über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten erfolgen, sollten in Euro oder USD realisiert werden. Für einen Ausländer der i.d.R. keine Rubel benötigt sondern nur an einem besseren Zinsertrag als in Deutschland interessiert ist, ist die Anlage in Euro oder USD die einzige von uns empfohlene Form (Stichwort „Kursrisiko“).

In Russland erfolgt defacto für den kleinen Privatanleger keine Besteuerung der Zinseinnahmen. Da Sie Ausländer sind, haben Sie aber Pflichten gegenüber dem Heimatland, egal ob das Geld in der Schweiz oder in Russland liegt. Alles Weitere überlasse ich nun ihren Moralauffassungen.

Wenn ich Sie ein wenig neugierig gemacht habe und Sie ausführlichere Informationen möchten fordern Sie unser Informationsmaterial an. Die Bezahlung kennen Sie schon aus vorherigen BLOG-Beiträgen: 1 Tasse Kaffee mit Zucker und Sahne bei Ihrem ersten Besuch in Kaliningrad.

Uwe Niemeier

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Finanzen, Kaliningrad

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