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Kaliningrad ist eine deutsche Stadt

Mo, 08 Okt 2018 ... mit deutschem Akzent


Kaliningrad ist eine deutsche Stadt
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

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Also ich war heute früh erschrocken, als ich die Nachricht erhielt. Ich hatte wunderbar geschlafen und bevor ich aufstehe, nehme ich immer mein Planschet (so heißt das Tablet auf Russisch) vom Nachtschrank und schaue, ob mir jemand in der Nacht geschrieben hat und was es sonst noch so Neues gibt.

Und mir teilte Nikolai Dolgaschow, der ehemalige Generaldirektor des Kaliningrader TV-Senders „WESTI“ und jetziger Generaldirektor desselben Senders auf der russischen Krim mit, das Kaliningrad eine deutsche Stadt ist.

Man war ich erschrocken. Da verschläft man die großen Weltereignisse. Abends schaut man noch die „Lindenstraße“ bei ARD und am nächsten Tag ist Kaliningrad schon eine deutsche Stadt. Dabei hatte ich gar keine Panzerketten rasseln gehört und auch kein Heulen von Ju-Jagdbombern und auch im Fernsehen hatte niemand erklärt:

Einspieler

Aber dann erklärte mir Nikolai, dass es sich um eine Auskunft des russischsprachigen Wikipedia handelt. Da hatten kluge Leute (bei Wikipedia schreiben nur kluge Leute) anderen, weniger wissenden Leuten folgendes mitgeteilt:

Einspieler

„Kaliningrad, bis 4. Juli 1946 Königsberg, bis 1255 Twangste, deutsche Stadt. Durch Beschluss der Potsdamer Konferenz wurde der nördliche Teil der Provinz Ostpreußen, gemeinsam mit der Hauptstadt Königsberg, zeitweilig an die UdSSR übergeben. Sie ist bis heute im Bestand Russlands und wurde nicht an Deutschland zurückgegeben.“

Nikolai hatte dann diese Information im beliebten Sozialnetzwerk „Facebook“ eingestellt, wo, erwartungsgemäß sofort eine intensive Diskussion stattfand.

Ehrlich gesagt, mich wunderte diese emotionale Diskussion etwas, denn derartige Geschichtsirrtümer von Wikipedia sind eine Kleinigkeit, im Vergleich zu dem, was in manchen Gruppen bei Facebook zu diesem Thema so vom Stapel gelassen wird.

Ich hatte deshalb Nikolai Dolgaschow empfohlen:

Einspieler

„Nikolai, ich empfehle Ihnen Mitglied der geschlossenen Gruppe „Ostpreußen“ zu werden. Dort diskutieren Deutsche über Königsberg und Ostpreußen. Wikipedia ist nichts, im Vergleich zu dem, was dort gesprochen wird.“

Keine Sorge, liebe Administratoren der geschlossenen Gruppe „Ostpreußen“. Nikolai wird bestimmt keinen Aufnahmeantrag stellen – er spricht kein Deutsch und so können Sie weiterhin unter sich bleiben.

Und dann schwappte natürlich die Diskussion auch über auf die regulären russischen Medien.

So schrieb am Montagabend ea-daily für all diejenigen, die geschichtlich nicht ganz sicher sind:

Woher kommen diese Gerüchte, dass Ostpreußen und Königsberg nur zeitweilig an die Sowjetunion übergeben worden sind?

Im Protokoll der Berliner Konferenz der drei Siegermächte vom 1. August 1945, Paragraph V steht geschrieben, dass der Präsident der USA und der Premierminister Großbritanniens erklären, dass sie den Vorschlag der Übergabe Königsbergs und des umliegenden Territoriums an die UdSSR unterstützen, bis es zu einer Friedenskonferenz kommt.

Wie bekannt, gab es aber keine Friedenskonferenz. Die Potsdamer Konferenz war das letzte Treffen der Siegermächte. Und danach begann der Kalte Krieg.

Dann aber kam das Jahr 1990 – das Jahr, in dem sich Deutschland vereinte. Und das bereits vereinte Deutschland unterschrieb mit der Sowjetunion einen „Vertrag über die endgültige Regelung des Verhältnisses zu Deutschland“. Und in diesem Vertrag wurden endgültig die europäischen Grenzen geregelt. Das Dokument formuliert:

„Das vereinte Deutschland hat keinerlei territoriale Ansprüche an andere Staaten und wird auch zukünftig keinerlei Ansprüche stellen.“

Tja, gibt es noch etwas zu ergänzen? Meinerseits nicht. Ich weiß, dass ich mich heute Abend wieder in mein Bett legen kann, welches im russischen Kaliningrad steht und morgen werde ich auch wieder darin aufwachen – aber vielleicht gibt es dann schon wieder eine neue Meldung, die für aufregende Abwechslung im Ex-Königsberg sorgt.

Ach so, ehe ich es vergesse: Wikipedia hat den Artikel bereit korrigiert und nun ist auch Wikipedia-Kaliningrad wieder eine ständige russische Stadt.

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Germanisierung

   Kommentare ( 1 )

ru-moto Veröffentlicht: 10. Oktober 2018 00:55:01

Wikipedia - ja, dort lebt und funktioniert die wertewestliche Propaganda.

„Das vereinte Deutschland hat keinerlei territoriale Ansprüche an andere Staaten und wird auch zukünftig keinerlei Ansprüche stellen.“

Schreiben kann man alles, aber es auch glauben ist eine andere Sache.

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"...Viele Erkenntnisse haben wir gewonnen. In tiefer Ehrfurcht gedenken wir all derer, die für uns starben... Ihr Andenken verpflichtet uns, in Zukunft für das Wohl unseres Volkes, den Frieden und füreinander einzutreten.
...Aber die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit lehren uns ebenso, dass wir alle eine hohe Verantwortung zu erkennen und zu tragen bereit sein müssen."

VIGILIA PRETIUM LIBERTATIS
Frei bleibt nur, wer auf der Hut ist.

[Generalleutnant Paul Klatt, ehem. Kommandeur der 3. G.D.
im Buch "3. Gebirgs-Division 1939-1945]

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Die Wachsamkeit ist also der Preis der Freiheit - und es schlafen heute schon wieder so viele!

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