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Kaliningrader Rufe – Teil 1

So, 10 Feb 2019 ... mit deutschem Akzent


Kaliningrader Rufe – Teil 1
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Kaliningrad ruft nach Investoren, auch nach ausländischen Investoren. Da keine ausländischen Investoren kommen, fuhr der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow am 6. Februar nach Moskau, um sich dort mit Vertretern der Europäischen Union zu treffen.

Ich sage es gleich zu Anfang: Mir wäre es angenehmer gewesen, wenn sich Anton Alichanow mit Vertretern der Europäischen Union in Kaliningrad getroffen hätte, am besten im Haus der Räte, in einer der obersten Etagen, damit diese Vertreter in Beratungspausen ihren Blick über die Stadt hätten schweifen lassen können. Aber es gibt zwei Dinge, die die Vertreter der Europäischen Union daran gehindert haben:

  1. Das Haus der Räte hat den Charakter einer sogenannten Beethoven-Symphonie – unvollendet.
  2. Die Vertreter der EU wollen in ihrer Freizeit beschäftigt werden und da hat Kaliningrad für derartiges Vertreter-Niveau gegenwärtig noch wenig zu bieten.

Und so fand das Treffen in Moskau, in der EU-Vertretung statt, wo Anton Andrejewitsch den Kaliningrader Oblast präsentierte. Von Seiten der EU nahmen der EU-Botschafter Markus Ederer und 28 europäische Diplomaten teil.

Der Kaliningrader Gouverneur erzählte über die Investitionsmöglichkeiten, die Logistik, die grenzübergreifende Zusammenarbeit.

Und der EU-Botschafter kommentierte:

„Das Kaliningrader Gebiet ist wichtig für die Europäische Union. Das Gebiet befindet sich in Nachbarschaft zu einer Reihe von Ländern, mit denen eine grenzübergreifende Zusammenarbeit gepflegt wird. In Kaliningrad wird jährlich ein Forum der Teilnehmerländer an der grenzübergreifenden Zusammenarbeit durchgeführt. Ich habe im vergangenen Jahr an diesem Forum teilgenommen und gesehen, wieviel andere EU-Länder dort präsent waren...“

Und Anton Andrejewitsch erwiderte höflich, dass man in Kaliningrad dieser internationalen Zusammenarbeit große Aufmerksamkeit widme.

„Wir sind die westlichste und die kleinste Region der Russischen Föderation. Ungeachtet unseres kompakten Territoriums, wohnen hier mehr als eine Million Menschen. Das Kaliningrader Gebiet zeigt ein stabiles wirtschaftliches Wachstum. Mehr als 100 Mrd. Rubel wurden in Grundmittel investiert. Kaliningrad hat einen soliden Außenhandelsumsatz – in den ersten neun Monaten des Vorjahres 7,5 Mrd. USD. Kaliningrad ist ein idealer Platz für Investoren, denn das Gebiet zeigt hohe Wirtschaftsfaktoren bei minimalen Kosten für den Aufbau und die Führung eines Unternehmens – geringere, als in der Mehrzahl der anderen russischen Regionen.“

Der Kaliningrader Gouverneur hob die Vorteile der Seewege hervor, den eisfreien Hafen Kaliningrad, die direkten Verbindungen zu EU-Staaten, die unmittelbare Nachbarn sind, die gut entwickelte Transport- und ingenieurtechnische Infrastruktur, Produktionsstrukturen, die die Anziehungskraft Kaliningrads fördern.

Der Kaliningrader Gouverneur erinnerte die versammelten Diplomaten daran, dass Kaliningrad Sonderwirtschaftszone ist und seit kurzem auch eine Offshore-Zone auf der Oktoberinsel hat. Er informierte, dass es denkbar einfach ist, Resident der Sonderwirtschaftszone zu werden, dass die Pachtbedingungen für Grundstücke die besten in ganz Russland sind. In den letzten zwei Jahren hat sich Kaliningrad vom 71 föderalen Invest-Ratingplatz auf den 15 Platz vorgearbeitet. Hierbei handelt es sich nicht um ein staatliches Rating, sondern um ein Rating, welches durch die Unternehmer selber erstellt wird.

Die Diplomaten zeigten sich interessiert, ob es diplomatisches oder echtes Interesse war, wird die Zukunft zeigen. Aber sie stellten Fragen nach der Energiesicherheit, die ja bekanntlich jetzt, durch aktive russische Investprojekte in die Kaliningrader Energieversorgung, gewährleistet ist – ungeachtet dessen, dass die baltischen EU-Staaten aus dem Energieverbund ausscheiden werden und Kaliningrad sich isoliert vom russischen Mutterland, selber versorgen muss. Sie stellten weitere Fragen nach dem Erbe der Fußball-Weltmeisterschaft und nach der Perspektive des elektronischen Visums.

Der EU-Botschafter informierte, dass er mit dem russischen Außenminister Lawrow über dieses Visum gesprochen habe. Alle Mitgliedsländer der EU hoffen, dass sie zu den bevorzugten Ländern für dieses elektronische Visum gehören werden.

Der Kaliningrader Gouverneur wiederum hofft auf neue Investoren aus der Europäischen Union und informierte, dass man bereit ist, einen konstruktiven Dialog mit potentiellen Partnern in der EU zu führen.

In Russland gibt es ein Sprichwort: „Wer nicht wagt, wird keinen Champagner trinken.“ Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat sich getraut, nochmals daran zu erinnern, dass man in und mit Kaliningrad Geld verdienen kann. Allerdings habe ich meine Zweifel, dass er Champagner trinken wird. Natürlich haben die Diplomaten verstanden, dass man in und mit Kaliningrad Geld verdienen kann. Ob die EU-Länder dies politisch aber auch wollen – das bezweifle ich.  Es gibt für meine Zweifel verschiedene Anzeichen, worüber ich mit Ihnen in den kommenden Beiträgen sprechen möchte.

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Gouverneur, Investitionen

   Kommentare ( 1 )

Frank Werner Veröffentlicht: 10. Februar 2019 19:16:05

Stellt sich die Frage, ob dass das richtige Plenum ist. Niemand der Politker in der EU sagt den Unternehmen investiert in x oder y (u.U., kann es mal ein Bitte dahingehend geben, mehr nicht). In Deutschland könnte die Politik höchstens mit den Hermes-Bürgschaftem oder speziellen KfW-Krediten unterstützend wirken, mehr auch nicht. Der eigentliche Ansprechpartner wären die jeweiligen Vertetungen der Industrieverbände/Handelskammern ... und auch die können ihre Verbandsmitglieder auch nur informieren ... der Rest muß - wenn die Bedingungen stimmen, von selbst laufen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 10. Februar 2019 21:34:32

na, da geben Sie mir ja das richtige Vorwort für den Teil 2.

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