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Kaliningrader Schmiergeld in gewöhnungsbedürftiger Form

Mi, 27 Feb 2019 ... mit deutschem Akzent


Kaliningrader Schmiergeld in gewöhnungsbedürftiger Form
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Wenn man in Russland das Wort Korruption hört, so wird dies sofort mit Geld assoziiert, mit Geld in besonders großen Summen. Nun stellte sich heraus, dass auch Kleinvieh Mist macht – man muss sich nur lange genug korrumpieren lassen.

Bei meinen wenigen Besuchen in Deutschland besuche ich natürlich mit deutschen Geschäftsfreunden auch mal ein Restaurant und die durchschnittliche Rechnung, die wir dort pro Person machen, überschreitet selten 20 Euro – also ein einfaches Essen, ein Bier, ein Kaffee und, um den Magen fit zu halten, noch 100 Gramm … äh, nein, in Deutschland trinkt man ja nur 20 Gramm. In russisches Geld umgerechnet sind 20 Euro zum heutigen Kurs 1.800 Rubel. Für Kaliningrader Verhältnisse eine ziemlich deftige Restaurantrechnung

Nun wurde der ehemalige Leiter der Kaliningrader Migrationsverwaltung Sergej Sawin, der sich seit 2014 in Rente befindet, durch das russische Untersuchungskomitee wegen Bestechlichkeit im besonders schweren Fall angeklagt.

Der Leiter des Migrationsdienstes hatte von einem Kaliningrader Unternehmer 819 Rubel, also etwas mehr als 11 Euro an Schmiergeld angenommen. Und dies an 22 Arbeitstagen im Monat und dies über 40 Monate, also reichlich drei Jahre. Damit kommen wir auf eine Summe von 721.000 Rubel, also 9.743 Euro. Das ist in Kaliningrad viel Geld.

Allerdings hatte Sergej Sawin dieses Geld nicht in Form von Geld erhalten, sondern in Form von kostenlosem Mittagessen. Und die durchschnittliche Summe von 819 Rubel für ein Mittagessen ist in Kaliningrad recht üppig. Da kann man schon einige Kilo zunehmen.

Da Leben Geben und Nehmen ist, erwies der Leiter des Kaliningrader Migrationsdienstes natürlich seinem Fütterer auch Gegenleistungen. Er sorgte dafür, dass keine Migrationskontrollen bei ihm stattfanden, dass man großzügige Bewilligungen für ausländische Arbeitnehmer erteilte und dass es für den Unternehmer beschleunigte Bearbeitungsverfahren für diverse Verwaltungsangelegenheiten gab.

Anscheinend erwies sich der Leiter des Migrationsdienstes ärmer als erwartet, denn der Staat konnte bisher nur Geld und ein Grundstück im Gesamtwert von 500.000 Rubel beschlagnahmen.

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Korruption, Migration

   Kommentare ( 6 )

boromeus Veröffentlicht: 27. Februar 2019 22:23:51

Боже мой.Man kann es aber auch übertreiben.Hat nicht Anton mit breiter Brust wie am 17.2.19 vermeldet ,angekündigt ,dass KGD bald der erste Oblast wird, der völlig Bestechungsfrei werden soll?Was macht da schon so ein bisschen Füllstoff ,der Leib und Seele zusammen hält?Ohne Mampf, kein Kampf.Das ist ja fast wie in MerBeRDe.Da knüpft man Oma Else auch 20 Euro ab, von ihrer Minirente ,weil ihr Fahrradrücklicht nicht funktioniert.Und den dicken Fischen,praktisch den "Verdienten des Volkes", steckt man lächelnd vor laufenden Kameras Orden an die Brust.Was sind dagegen schon 160 Millionen Rubel ,die man durch minderwertige Sandlieferung beim Bau des neuen Fußballstadions unterschlagen hat.700.000 Rubel mag für Oma Olga viel Geld sein .Was sind 700.000 Rubel für den Leiter einer Dienststelle wie dem Migrationdienst.Disziplinarverfahren,Amtsenthebung,Rückzahlung und gut.Oder mit der Erschiessung der ersten Deliquenten auf dem Platz des Sieges beginnen.Dann wird das auch schlagartig weniger.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. Februar 2019 22:58:39

... Anton Alichanow hat - nur mal so nebenbei erinnert - informiert, dass er das Korruptionsproblem auf der Ebene der Regionalverantwortlichkeit bis 2020 in den Griff bekommen will. Der Migrationsdienst gehört nicht in die Verantwortung der Region, sondern ist föderal ...

boromeus Veröffentlicht: 27. Februar 2019 23:34:38

Ach so ,dann soll praktisch der Oblast nur regional korruptionfrei werden.Ahaaa.Na, das muss man einem Unwissenden (Deutschen)auch erst erklären.Dann kann man ihm nur viel Erfolg wünschen für seine regionale Korrupstionfreiheit.Der Rest im förderalen Oblastbereich ,für den er nicht zuständig ist ,dann eben nicht.Da macht man dann lustig weiter.Na dann ......

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. Februar 2019 23:43:45

... vielleicht sollten Sie nicht nur ständig rumnörgeln und die Unfähigkeit der Russen aufzeigen, sondern sich auch mal ein wenig sachlich mit Strukturen, Ursache und Wirkung, Verantwortlichkeiten usw. beschäftigen? Dann käme vielleicht auch ein wenig mehr Sachlichkeit in Ihre Beiträge. Sie haben alle so den Beigeschmack des "Oberlehrers" - eben typisch Deutsch.

boromeus Veröffentlicht: 28. Februar 2019 12:48:58

Oh vielen Dank für die Blumen.So wie man in in Wald ruft,so schallt es eben wieder heraus.Man sollte nicht mit Steinen werfen ,wenn man Glashaus sitzt.Oder glauben Sie das Ihre Argumentation immer sachlich und Neutral ist, wenn es um Themen geht ,die jenseits Ihrer ostelbischen Vorstellungen und Denkweisen sind .Die Sie durch Zynismus und Sarkasmus durch den Kakao ziehen.Dann werden Sie den Lesern Ihrer verfassten geistigen Ergüsse doch wohl das gleiche zugestehen.Oder irre ich da?Nicht jeder teilt Ihren Enthusiasmus und Patriotismus.

Hauke Veröffentlicht: 28. Februar 2019 18:55:42

Da haben wir es wieder, auch in solchen Sachen kann man von den немцы noch lernen.
Da macht man das nämlich so, man macht gegenseitige Verträge die nennen sich dann Beraterverträge und so kann jeder ganz offiziell Beraterhonorare kassieren.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 28. Februar 2019 20:11:55

... verstehe ich das jetzt richtig? Sie schlagen die Germanisierung der russischen Korruption vor?

Hauke Veröffentlicht: 28. Februar 2019 22:19:39


Aber Herr Niemeier, in Germany gibt es doch keine Korruption,
die gibt es nur in Russland.
In Germany gibt es nur Berater.
Hier ein Beispiel:
Da ist die Flinten Uschi, die leitet ein Ministerium und dieses Ministerium vergibt Beratungsaufträge.
Und nun raten Sie mal wer einer dieser Berater ist?
Richtig, ein Sohn von der Uschi.
Selbstverständlich verseuert der sein Honorar, was in der Höhe des Honorars berücksichtigt wurde.
Sie sehen also alles rechtens.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 1. März 2019 01:01:44

... uffffff, vielen Dank für Ihre Erklärung. Und ich hatte schon Zweifel an der gerechtfertigten Rolle des deutschen Oberlehrers in Fragen Korruption.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 1. März 2019 04:07:04

Ja ja, Hauke, Flinten-Uschi hat´s eben drauf. Oder auch nicht, sonst hätte sie es aus irgendwelchen rechtschaffenen Gründen nicht gemacht oder hätte sich bei diesem Dilletantismus nicht erwischen lassen.
Aber nun mal "spaßeshalber" zu dem von Uwe beschriebenen Beispiel. Da hätte also der Gastronom mit dem ehemaligen Leiter der Migrationsbehörde einen Beratervertrag abschließen sollen, ob und wie das tägliche Essen noch verbessert werden könnte. Da dann das Essen eine berufliche Handlung gewesen wäre, fiele natürlich keine Bezahlung an.
Der Berater hätte dann natürlich und im Rahmen seines Beratervertrages dem Kneiper Möglichkeiten aufgezeigt, mit welchen Mitteln und Methoden die Preise für das Essen obwohl niedrig gehalten, trotzdem ordentlich Gewinn abwerfen könnten.
Nun sagen Sie mir - wo ist hier die Korruption?
Lachen und Grinsen ist erlaubt.

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