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Kaum zu glauben, auch in Russland gibt es Scheinehen

Fr, 21 Dez 2018 ... mit deutschem Akzent


Kaum zu glauben, auch in Russland gibt es Scheinehen
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Scheinehen in Deutschland sind allen ein Begriff und alle verstehen, warum es Scheinehen in Deutschland gibt. Deutschland ist schön, Deutschland ist reich, Deutschland ist gemütlich, Deutschland ist modern, Deutschland ist das Paradies auf Erden und um einen ständigen Aufenthaltstitel zu erhalten, ist eine Ehe der wohl einfachste Weg – glauben viele.

Aber auch Russland ist das Paradies auf Erden. Nun, nicht unbedingt für deutsche Staatsbürger, aber es gibt viele, die aus Ländern kommen, in denen man wesentlich schlechter lebt als in Russland, wo es wesentlich schwerer ist, eine unternehmerische Tätigkeit zu entwickeln oder Arbeit zu erhalten.

Anscheinend haben die sogenannten Scheinehen in Russland einen Umfang angenommen, dass sich der Gesetzgeber entschlossen hat, diese Frage neu zu regeln. Und so hat in der vergangenen Woche die russische Staatsduma in dritter und letzter Lesung ein neues Gesetz angenommen.

Hierbei geht es in erster Linie nicht darum, dass der Scheinehepartner die russische Staatsbürgerschaft erhalten will, sondern es geht um das heißbegehrte Zeitweilige Wohnrecht und die heißbegehrtere russische Aufenthaltsgenehmigung.

Eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten ist ein etwas langwieriger Prozess. Man muss sich zuerst eine gewisse Zeit auf der Visa-Basis in Russland aufhalten, beantragt dann das Zeitweilige Wohnrecht und danach die Aufenthaltsgenehmigung. Alles kann man erhalten, wenn man die Voraussetzungen hierfür erfüllt. Zu den Voraussetzungen gehört, dass man dem russischen Staat nicht auf der Tasche liegt, also Sozialfall ist. Man darf keine kriminelle Vergangenheit in seinem Heimatland haben, darf keine ansteckenden Krankheiten haben, muss die russische Sprache beherrschen und ein Mindestmaß an Kenntnissen der russischen Kultur, Geschichte und der aktuellen Gesetzlichkeit haben.

Eine weitere Hürde ist die Quotenregelung, d.h. es gibt jedes Jahr nur eine begrenzte Anzahl, gesplittet auf die 85 russischen Regionen, von Aufenthaltsgenehmigungen, die ausgereicht werden.

Somit ist die Scheinehe eine Lösungsvariante.

Das neue Gesetz sieht jetzt vor, dass das Zeitweilige Wohnrecht bzw. die Aufenthaltsgenehmigung außerhalb der Quotenregelung nur in der Region ausgegeben wird, wo auch der Ehepartner wohnt – was ja einer normalen Logik entspricht. Aber es erhöht den Schwierigkeitsgrad für diejenigen erheblich, die einen Scheinehepartner suchen, denn die Suche beschränkt sich jetzt auf eine einzige Region, wo man zukünftig leben will und somit schränkt sich auch die Zahl der Frauen oder Männer erheblich ein, die für eine Scheinehe zur Verfügung stehen.

Allerdings gibt es noch andere Möglichkeiten, das Zeitweilige Wohnrecht und die Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten – so glaubte es zumindest ein Ausländer in Kaliningrad vor einigen Tagen. Dieser beauftragte eine Kaliningraderin, die allmächtig zu sein schien, für ihn das Thema „Aufenthaltsgenehmigung“ zu lösen und übergab ihr dafür 240.000 Rubel. Die Selbstkosten für die Aufenthaltsgenehmigung – mal so nebenbei bemerkt – belaufen sich auf 3.500 Rubel, sowie einige kleinere Kosten für Dokumentenkopien, Arztuntersuchungen u.ä. Erhalten hat der Ausländer natürlich keine Aufenthaltsgenehmigung, hat aber für die Summe von 240.000 Rubel wertvolle Lebenserfahrung gesammelt.

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