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Kleiner Irrtum – halbe Million Touristen weniger?

Mo, 11 Mär 2019 ... mit deutschem Akzent


Kleiner Irrtum – halbe Million Touristen weniger?
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Vermutlich gibt es in der Kaliningrader Gebietsregierung wissenschaftlich fundierte Analyseinstrumente für die Berechnung wirtschaftlicher Vorgänge. Mir scheint, dass diese vielleicht mal wieder geeicht werden müssten, denn die Zahlschwankungen sind mir ein wenig groß.

Was den Tourismus in Kaliningrad anbelangt, so wissen wir, dass die Nostalgiezeiten, wo die „ollen Ostpreußen“ zu Massen in das Gebiet strömten, lange vorbei sind. Und die Zahl der modernen, jungen Deutschen, die das Gebiet bereisen wollen, ist kaum noch der Rede wert. Ein ehemaliger deutscher Generalkonsul hatte einmal sinngemäß formuliert: „Die Deutschen sind verwöhnt. Sie können frei in der Welt reisen und haben eigentlich schon alles gesehen, was sehenswert ist. Hat Kaliningrad noch irgendetwas, was die Deutschen noch nicht gesehen haben?“

Umso aufregender ist es jedes Jahr zu erfahren, wie sich die Tourismuszahlen entwickelt haben. Seit Jahren suche ich in allen möglichen Quellen verlässliche, stabile Zahlen – ich finde keine wirklich solide, stabile Informationsquelle und somit bin ich auf sporadische Artikel in den Kaliningrader Medien angewiesen, die hin und wieder mal jemanden aus der Gebietsregierung zitieren, der mit irgendwelchen Zahlen an die Öffentlichkeit tritt.

Der Kaliningrader Tourismusminister Andrej Jermak, ist in den Medien besonders präsent und lässt keine Gelegenheit aus, Kaliningrad im besten Licht darzustellen. Dafür bekommt er von mir fünf Bienchen ins Muttiheft gestempelt.

Aber als er vor wenigen Wochen, während irgendeines Forums erklärte, dass im abgelaufenen Jahr 2018 zwei Millionen Touristen das Gebiet besucht haben, da war ich schon erstaunt. Im Jahre 2017 hatten wir nur 1.320.000 Touristen – ein riesiger Sprung, selbst wenn wir berücksichtigen, dass wir die Fußball-Weltmeisterschaft hatten. Aber er ergänzte, dass die Zahl noch korrigiert werde, man ist mit den Analyseprozessen noch nicht fertig.

Da war der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow schon vorsichtiger, denn er äußerte sich zu aktuellen Zahlen überhaupt nicht, sondern meinte, dass man mit ein wenig Glück im Jahre 2020 wohl zwei Millionen Touristen erreichen könnte.

Und jetzt spricht der Tourismusminister Jermak wieder von Rekordzahlen im Jahre 2018 und informiert, dass 1.520.000 Touristen Kaliningrad besucht haben. Das sind, wenn ich richtig rechne, 480.000 Touristen weniger, als noch vor wenigen Wochen berechnet. Ich finde, eine ziemlich hohe Differenz. Der Zuwachs um 200.000 Touristen, im Vergleich zum Jahre 2017, ist logisch auch nachvollziehbarer.

Und Andrej Jermak kommentierte, dass man diese neue Rekordzahl dann als gute Startzahl, für neue Rekordzahlen im Jahre 2019 nimmt. Logisch, als Tourismusminister ist er dienstlich schon zu Optimismus verpflichtet.

Und er erwartet im aktuellen Jahr acht Prozent mehr Touristen, das sind … hm, lassen Sie mich mal schnell rechnen: 1.520.000 geteilt durch 100 multipliziert mit acht – 121.600 Touristen mehr. Wir kämen dann auf rund 1,64 Mio. Touristen. Das ist toll, wirft aber für mich die Frage auf, wie wir die restlichen 350.000 Touristen bis 2020 schaffen wollen, über die der Gouverneur gesprochen hatte.

Sie merken schon, liebe Leser, liebe Zuschauer – irgendetwas mit der Tourismusmathematik stimmt hier nicht im Kaliningrader Gebiet, selbst wenn wir berücksichtigen, dass zum 1. Juni 2019 das defacto „Visafrei-Regime“, in Russland auch „Elektronisches Visum“ genannt, in Kraft tritt und natürlich dadurch die Zahl der Reisenden wächst – da gibt es für mich keinen Zweifel.

Gut, ich will natürlich nicht verschweigen, dass der Herr Minister seine Hoffnungen damit unterfüttert hat, dass im Jahre 2020 der neue Kreuzfahrt-Hafen in Pionersk seinen Betrieb aufnimmt, dass es zu neuen Fährverbindungen zwischen Baltisk und Ust-Luga, bei St. Petersburg kommt. Natürlich hilft dies alles, aber ich habe mich entschieden, mit Siegesmeldungen zu warten, denn eigentlich ist ja noch nicht mal zum Angriff geblasen worden.

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Tourismus

   Kommentare ( 6 )

Hauke Veröffentlicht: 11. März 2019 13:47:18

Ja, der liebe Tourismus im Kaliningrader Gebiet.
Wie man, nach meiner Meinung, Touristen ins Gebiet holen kann habe ich hier schon des Öfteren geschrieben.
Gestern Abend gab’s im TV ein Bericht über die ITB und da wurde berichtet dass es eine rasant steigende Nachfrage an Campingreisen nach Russland gibt.
Na sowas aber auch.
Und zu der Frage:
„Hat Kaliningrad noch irgendetwas, was die Deutschen noch nicht gesehen haben?“
Ja hat es, eine einzigartig schöne Natur, wenn man die nicht vermüllt.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. März 2019 14:16:24

... immer diese Zuckerbrot- und Peitsche - Kommentare.

Georg Veröffentlicht: 11. März 2019 13:51:54

Es stellt sich für mich die Frage, wie diese Zahlen zustandekommen und nach welchen Auswahlkriterien ein Touristenbesuch gezählt wird. KGD ist numal eine Stadt, die weder ein Tagungs- oder Kongressstandort ist, über kein Messezentrum verfügt und eine malerische Altstadt mit Fußgängerbereichen ist auch nicht vorhanden.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. März 2019 14:15:01

... wie ich bereits geschrieben, bzw. gesprochen habe: Das ist das Geheimnis der Kaliningrader Regierung.

boromeus Veröffentlicht: 11. März 2019 16:06:55

Eine starke Behauptung ist besser als ein schlechter Beweis.Ich schließe mich Hauke an. In den letzten 12 Jahren habe ich so wunderbare Flecken Erde in Kaliningrader Oblast gesehen.Naturrefugien,wie Krasno Lesje,Matrosowo,Mysowka.Kleinode von dem manche Kommune nur zu träumen wagt.Nur in KGD nicht.Man weiß nicht,welchen Schatz man dort direkt vor der Tür hat.
Stumpfe Gleichgültigkeit,mit der alles,was nur einen Hohlraum besitzt,mit Müll "verziert"wird,nach dem Motto"ist ja nicht meins".Irgendjemand wird das schon wegräumen.Da wo man steht,da läßt man seinen Müll liegen.Da es im Oblast nur einen oder zwei sog.Campingplätze gibt,die weit meilenweit entfernt sind vom Standart bleiben die Leute eben weg.Aus welchem Grund sollen die Leute kommen?Ich will eine intakte Natur und Ruhe,in sauberer Umwelt erleben,und mich nicht mit dem Dreck anderer Leute,die zu faul sind, ihre eigenen Hinterlassenschaften zu bereinigen,herum ärgern.Und das kriegt man anderswo wesentlich besser hin .

Hauke Veröffentlicht: 11. März 2019 16:34:20

Ich möchte halt nicht dass man sich im Gebiet blamiert.
So wie mit dem Stand auf der auf der Grünen Woche.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 11. März 2019 20:30:06

Hallo Hauke,
"Gestern Abend gab’s im TV ein Bericht über die ITB und da wurde berichtet dass es eine rasant steigende Nachfrage an Campingreisen nach Russland gibt."
Bitte um Konkretisierung Ihrer Andeutung. Bei welchem Sender kam das. Wurde da wirklich etwas über "Camping" in Rußland erzählt?

Hallo Uwe Erichowitsch, wo gibt es in Kaliningrad Campingplätze? Ich meine, so richtig erschlossene Plätze mit Sanitärgebäude und Elektranschluß. Nicht bloß so eine Wiese, wo man Zelt auf Ameisenautobahn stellen kann und mit dem Feldspaten im Busch verschwindet.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. März 2019 20:57:05

... nirgendwo. Im vergangenen Jahr wurde über die Eröffnung eines Platzes gesprochen, idyllisch gelegen, mit Holzhäusern usw. Aber mit Camping hat dies eigentlich nichts zu tun. Also so, wie man einen Campingplatz in Deutschland kennt, gibt es keinen im Kaliningrader Gebiet. Und, bevor jemand fragt ... ich habe nicht die Absicht das zu ändern - also andere können damit Geld verdienen.

Hauke Veröffentlicht: 11. März 2019 21:43:22

Hallo Herr Radeberger
Das kam im RBB und ja es ging um Campingreisen nach Russland deshalb wurde ich hellhörig.
Es gibt in Kaliningrad 1 Campingplatz am Hotel Baltic oder so.
Sanitäreinrichtungen kann man im Hotel nutzen Strom ist vorhanden Abwaschtisch auch.
Auch die Chemieabwässer kann man auch ordentlich entsorgen.
Und Herr Niemeier
Es verlangt Niemand dass Sie einen Campingplatz errichten.
Aber vielleicht können Sie das mal an entsprechende Stellen zur Sprache bringen.
Aber bitte nicht gleich mit einen Riesenplatz anfangen.
Sollte mein Rat gewünscht werden bitte melden.
Nein das kostet nix.

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