Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Königsberger Grundstücke im Angebot

So, 12 Mai 2019 ... mit deutschem Akzent


Königsberger Grundstücke im Angebot
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Welcher Ostpreuße kennt sie nicht, die Orte Fuchsberg und Löwenhagen, nur wenige Kilometer östlich von Königsberg gelegen. Und jetzt stehen dort Grundstücke zum Verkauf.

„Königsberg-Domizil“ … äh, nein, Entschuldigung, natürlich „Kaliningrad-Domizil“ liegen insgesamt 16 Urkunden für Grundstücke vor, die sich in der Region der Ortschaften Semjonowo, dem ehemaligen Fuchsberg und Komsomolsk, dem ehemaligen Löwenhagen befinden. Beide Orte befinden sich rund 20 Kilometer östlich von Kaliningrad entfernt, unmittelbar an der ehemaligen Reichsstraße 131.

Angeblich interessieren sich Deutsche für diese Grundstücke, wollen diese aufkaufen und ein deutsches Dorf errichten. Im Rahmen von Königsberger Kaffeefahrten, die erste fand bereits vor einem Jahr statt, die zweite startet in wenigen Tagen, will man deutsche Leichtgläubige und deutsche Unerfahrene für diese Grundstücke interessieren.

Aus verschiedenen Quellen im Internet habe ich entnommen, dass die Bevölkerung beider Ortschaften, im Januar 1945 die Orte verlassen und sich auf die Flucht Richtung Westen begeben hat. In Fuchsberg lebten zu Kriegsbeginn nicht ganz 1.000 Menschen, in Löwenhagen rund 900. Von der Ortschaft Fuchsberg sind nur noch wenige Häuser und Hausreste übrig.

Komsomolsk, das ehemalige Löwenhagen, hat heute 1.250 Einwohner, Semjonowo, der Ex-Fuchsberg rund 100 Bewohner.

In Komsomolsk wurde zum Ende des Krieges ein Bunker gebaut, um die, wie Goebbels es formulierte „anstürmenden russisch-asiatischen Horden“ noch irgendwie aufzuhalten. Aber sie ließen sich nicht aufhalten. Viele verloren ihr Leben und erhielten eine letzte ehrenvolle Ruhestätte in einer memorialen Gedenkstätte in Komsomolsk. Unzählige Namen von gefallenen Sowjetsoldaten, im Kampf um diese Ortschaft, sind aufgeführt.

Wenige Schritte weiter, finden wir ein großes Betonkreuz, errichtet für die deutschen Helden, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Dieses Heldendenkmal ist heute umgeben von Gräbern sowjetischer und russischer Bürger. Und vielleicht ist das umliegende Gebiet, rund um diesen Friedhof eines der Grundstücke, auf denen die deutschen Aktivisten das deutsche Dorf errichten wollen.

Auch in Semjonowo gibt es ein Memorial, gleich am Ortseingang, wo 180 gefallene Sowjetsoldaten ihre letzte Ruhe fanden.

Ob alle Gefallenen geborgen worden sind, oder ob sich noch weitere sowjetische, vielleicht sogar deutsche Soldaten, in der Erde der umliegenden Grundstücke befinden, ist nicht bekannt. Aber da es deutsche Aktivisten gibt, die hier ein deutsches Dorf errichten wollen, wird es sicher bei den Bauarbeiten schnell bekannt werden.

Nicht ausgeschlossen ist natürlich, dass auf diesen Grundstücken auch noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg vergraben ist – immerhin wurde hier gekämpft und im Kaliningrader Gebiet wird täglich Munition gefunden. Eine Sondereinheit des russischen Katastrophenschutzministeriums befindet sich seit Jahresanfang im Gebiet, um die Unmengen an Munition zu suchen und zu entschärfen.

Die Grundstücke, auf denen die Deutschen ein neues deutsches Dorf mit deutschen Bewohnern und deutschem Bürgermeister errichten wollen, dürften noch einiges an Überraschungen bieten – nicht nur Überraschungen im Zusammenhang mit den Kriegsereignissen.  

Und eventuelle Kaufwillige, die sich in wenigen Tagen, im Rahmen einer „Königsberger Kaffeefahrt“, auf den Weg nach Kaliningrad machen, um sich in den dunklen Wäldern Ostpreußens, an den kristallenen Seen, nostalgischen Erinnerungen an längst vergangene deutsche Zeiten hinzugeben, sollten doch genau zuhören, was ihnen die Herren Bachmann und Tischer erzählen. Und man sollte auch Fragen stellen, denn Geld ist schnell ausgegeben und noch schneller geht es verloren.

Und falls die Teilnehmer an der Königsberger Kaffeefahrt nicht wissen, welche Fragen sie stellen sollen, so hat „Kaliningrad-Domizil“ schon mal 27 Fragen vorbereitet, die wir Ihnen am 14. Mai auf unserem Portal und unserem Videokanal zeigen. Selbst wenn die Herren Bachmann und Tischer keine Antwort geben, helfen diese Fragen vielleicht, Nachdenklichkeiten auszulösen und Geldverluste zu vermeiden.

Und wenn Sie glauben, liebe Leser und Zuschauer, dass nach Frage 27 der Beitrag beendet ist und das Video abschalten, dann verpassen Sie das Wichtigste.

Somit verbleibt mir nur, allen Teilnehmern der Königsberger Kaffeefahrt eine angenehme Reise zu wünschen und die Empfehlung auszusprechen: Kaufen Sie nichts, unterschreiben Sie nichts.

Tschüss und Poka aus Kaliningrad

 

Reklame

   Kommentare ( 5 )

Frank Werner Veröffentlicht: 12. Mai 2019 10:07:50

@UEN
Hätte da noch eine Idee. Man kann ja auch an die Teilnehmer der Kaffefahrt herantreten und eine andere Offerte unterbreiten. In Mecklenburg Vorpommern oder Brandenburg gibt es eine Menge verlassener oder nahezu verlassener Dörfer. Man braucht keine neue Sprache lernen und die Grundstücke / Häuser sind wahrschenlich günstiger als in Kaliningrad.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Mai 2019 10:22:35

... hm, gute Idee. Ich fürchte nur, dass das hüpfende Komma ist, des MV eben MV und nicht OP - also Ostpreußen ist.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 12. Mai 2019 15:48:15

Ihre Idee, Herr Werner, hat etwas für normal denkende Menschen und ich sehe dies auch so.

Aber Meck-Pomm ist eben nicht Ostpreußen. Aber für eine verletzte ostpreußische Seele der Eltern oder Großeltern oder bereits Urgroßeltern und/ oder Urgroßtanten usw. kann dieses Meck-Pomm für deren Nachkommen, obwohl die vermutlich noch nie dagewesen sind, kann doch keine Meck-Pomm-Salbe Schmerzlinderung oder Wundheilung schaffen. Erst wenn man wieder dort ist, wo die eigentlichen angeblichen Wurzeln waren, dann sind dem Unrecht der Vertreibung, nicht deren Ursachen, Abhilfe geschaffen und die Seele geheilt.
Man kann ja dann auch gleich einen Landsmannschaftlichen Verein gründen und noch mehr solche verletzte Seelen wieder auf den "heimatlichen" Boden holen, obwohl man in NRW, Hamburg oder Gießen selbst geboren wurde und eine "Deutsche Staatsangehörigkeit" hat. Irgendwo auf dem Speicher hat doch so ein Altvorderer noch eine Schwarz-Weiß-Rote vorsorglich aufgehoben.
Sarkasmus aus!

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Mai 2019 16:56:52

... nun, eine "Landsmannschaft Ostpreußen" existiert bereits und gehört zu den aktivsten Landsmannschaften in Deutschland. Ich bin gerade dabei, eine weitere Reportage vorzubereiten und lese u.a. auch intensiv die Kommentare unter Video-Beiträgen ... mir stehen die Haare zu Berge, insbesondere wenn ich mir Meinungen einiger anhöre, die auch hier kommentieren, dass keiner die Absicht habe, "Königsberg" heim ins Reich zu holen.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 12. Mai 2019 20:46:15

Eigentlich bin ich guter Dinge, daß das Ganze eine wunderschöne Luftnummer an sich wird.
Vielleicht gibt es dabei wie bei vielen Kaffee-Fahrten immer eine/n oder mehrere, die sich haben beschwatzen lassen und ihr Geld zum Fenster hinaus geworfen haben.
Das hat aber nichts damit zu tun, daß da in der Oblast Kaliningrad ein "Deutsches Dorf" entsteht.
Für so einfältig halte ich die russischen Behörden eigentlich nicht. Sie werden wohl abwarten, bis die Organisatoren sich und ihr Vorhaben in allen Enzelheiten öffentlich machen. Man muß ja schließlich genau wissen, wogegen man letztendlich ist und wen man sich zukünftig vom Halse hält. Kein Normaldenkender nimmt doch eine Giftschlange mit ins Bett, wenn er weiß, daß die eben auch zubeißen kann.
Ob dann bei einigen Überedeten das große Jammern und die Prozesse wegen des vermutlich verlorenen Geldes in Germanien anfangen, ist dann wohl nicht die Angelegenheit der RF.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Mai 2019 21:35:36

... das Problem, welches ich sehe ist, dass diejenigen, die auf dieser Kaffeefahrt Geld verlieren, nicht die deutschen Akteure verantwortlich machen, sondern mal wieder Russland der Schwarze Peter zugeschoben wird.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 13. Mai 2019 02:38:25

"Mehr Bewegungsfreiheit für Demenzkranke: Schweden plant Dorf für Betroffene
Die Länder Dänemark und die Niederlande haben es vorgemacht: Orte speziell für Menschen, die an Demenz erkrankt sind."

Vielleicht sucht der Kaffeefahrer dafür ein ganzes Dorf. Damit die Demenzkranken mit dem Rollstuhl sich auch richtig austoben können braucht er so viele km² und einen deutschen Bürgermeister ? ? ?

Hauke Veröffentlicht: 13. Mai 2019 12:23:52

Och, ich finde man sollte das Ganze gelassen sehen.
Nicht nur in Germany wachen jeden Morgen neue Dumme auf.
Menschen aus der ehemaligen DDR kennen doch solche Machenschaften und sollten gewarnt sein.
Übrigens, das Kliningrader Gebiet ist doch nur ein kleiner Teil Ostpreußens.
Im Übrigen, dem größeren Teil, kann man als Deutscher sehr wohl Grundstücke kaufen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 13. Mai 2019 13:13:58

... welche gesetzlichen Regelungen Polen und Litauen geschaffen haben, im Zusammenhang mit dem Kauf von Grund und Boden durch Ausländer, ist für Russland völlig belanglos. Warten Sie die nächsten drei Beiträge ab, die ab morgen im Tagesabstand freigeschaltet werden. Dann korrigieren Sie vielleicht Ihre Ansichten noch ein klein wenig - denn die Zusammenhänge sind komplexer ...

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an