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Königsberger Kaffeefahrt ins russische Kaliningrad

Mo, 29 Apr 2019 ... mit deutschem Akzent


Königsberger Kaffeefahrt ins russische Kaliningrad
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Von einem deutschen Rentner habe ich mir erzählen lassen, dass es in Deutschland Kaffeefahrten gibt. Er erzählte mir Einzelheiten und ich fand das recht interessant. Und ich beschloss zu schauen, ob es denn nicht auch Kaffeefahrten nach Kaliningrad gibt.

Und was soll ich Ihnen sagen … ich bin fündig geworden. Es wird eine Kaffeefahrt, kombiniert nach Königsberg und Kaliningrad angeboten. Aus den Prospektunterlagen habe ich entnommen, dass man keine Heizdecken im Sonderangebot hat, sondern andere, ganz schön heiße Dinge.

Und ich stellte fest, dass die Veranstalter dieser Königsberger Kaffeefahrt bereits Erfahrungen haben, denn auf ihrer Internetseite teilen sie mit, dass es bereits die zweite derartige Fahrt ist.

… ups, Sie können nichts auf der Internetseite erkennen? Ich auch nicht. Alles sehr verschwommen. Aber verschwommen ist die Seite nur in Russland. In Deutschland ist alles ganz klar.

Reiseleiter ist, wie schon im vergangenen Jahr, ein gewisser Jevgenij, ein sehr gut deutschsprechender Russe aus Jantarny, oder in diesem Fall wäre wohl besser formuliert, aus Palmnicken, denn Jevgenij aus Palmnicken bevorzugt die Königsberger Lexik und ist, wie man so hört, auch sonst sehr gut informiert über die „ach so schönen Königsberger Zeiten“ und die „ach so schlimmen russischen Zeiten“. Manchmal findet man ihn auch auf den Straßen Königsbergs, wo Bürger gegen die schlimmen Zustände in Kaliningrad protestieren.

Die Veranstalter machen es spannend, wie es sich eben für ein gutes Marketing gehört, denn sie schreiben, dass Jevgenij, so wie schon beim ersten Mal, die kleinen und großen Geheimnisse dieses herrlichen Landes vermitteln wird – wer schon im vergangenen Jahr dabei war, weiß, was gemeint ist – orakeln die Veranstalter und wecken damit natürlich auch mein Interesse ungemein. Denn wenn ich den Begriff „Kleine und große Geheimnisse“ höre, dann denke ich immer gleich an die russischen Iskander-Raketen in den dunklen Wäldern Ostpreußens oder die Atom-U-Boote auf dem Fuchsberg bei Königsberg.

Elf Tage werden insgesamt die großen und kleinen Geheimnisse vermittelt und ich finde, mit 750 Euro Reisekosten, ist die Kaffeefahrt auch nicht überteuert, obwohl, in Deutschland sollen die Kaffeefahrten kostenlos sein, man soll sogar Geschenke bekommen – erzählte mir ein Rentner.

Der erste Verkaufsschlager ist ein Visum für Russland. Mit 115 Euro auch nicht überteuert – finde ich, insbesondere, wenn man alles „schlüsselfertig“ geliefert bekommt. Aber der Antragsteller sollte genau prüfen, ob das Visum auch für Königsberg ausgestellt ist. Es könnte nämlich sein, dass es trotzdem nur nach Kaliningrad geht. Und das ist kein Grund für eine Reisereklamation.

Der nächste angekündigte Verkaufsschlager während der Königsberger Kaffeefahrt ist ein russisches Bankkonto für 25 Euro. Naja, nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber bedenkt man die Exotik eines solchen Kontos, ist es auch nicht überteuert.

Nicht ganz klar ist mir, wieso hervorgehoben wird, dass diese Exoten-Konten in Russland nicht unter der Aufsicht der EU bzw. BRD stehen. Sollte es den Organisatoren der Königsberg-Kaffeefahrt nicht bekannt sein, dass seit Dezember 2015 ein internationaler elektronischer Bankenabgleich zwischen Russland und Deutschland stattfindet, also Russland automatisch alle Bankkonten nach Deutschland meldet, deren Inhaber deutsche Bürger sind? Umgekehrt ist es natürlich auch so, d.h. Deutschland meldet an Russland alle deutschen Bankkonten, deren Inhaber Russen sind. Außer Deutschland und Russland nehmen noch mindestens 98 weitere Länder an diesem elektronischen Bankenabgleich teil. Unter diesem Aspekt sind natürlich 25 Euro für ein kontrolliertes Bankkonto vielleicht doch recht viel.

Im Preis enthalten ist auch die Hoffnung, in der Elchniederung einen Elch zu sehen zu bekommen. Naja, vielleicht bekommt man ja auch noch anderes, Unerwartetes zu sehen – z.B. Füchse.

Versprochen wird den Teilnehmern der Königsberger Kaffeefahrt auch, dass sie diese Tage noch lange in Erinnerung behalten werden. Tja, das glaube ich auch. Insbesondere, wenn die Teilnehmer sich entschließen weitere Produkte zu kaufen, die als Überraschungsangebot während der elf Tage noch gezeigt werden.

Also, ich finde die Königsberger Kaffeefahrt sehr interessant. Gerne würde ich daran teilnehmen, vielleicht nicht an allen Veranstaltungen. Aber die eigentliche Verkaufsveranstaltung wäre schon von Interesse. Ob ich vielleicht eine Einladung von den Organisatoren erhalte? Bei der Gelegenheit könnte ich dann gleich noch ein paar Fragen stellen, um ganz sicher zu gehen, nicht die Katze im Sack oder den Fuchs auf dem Berg zu kaufen.

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   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 1. Mai 2019 15:45:22

Da gilt es eben zu klären, ob der Jewgwnij nur ein cleverer Geschäftsmann ist, der die ziemlich gealterten Kinder der Ex-Königsberger noch ein bischen um deren Rente erleichtert, indem er ihnen nochmals zeigt, wo die Eltern gewohnt haben und manche auch noch kurze Zeit selbst. Da werden einige ins Grübeln kommen, daß die Erinnerung eigentlich eine ganz andere war.
Oder er gehört zu dieser Gilde, die da hofft, über die ganz alten an die Jüngeren zu kommen, damit die Variante der nur unter der Verwaltung .... befindlichen deutschen Ostgebiete im Gedächtnis erhalten bleiben. Immer nach den philosophischen Gedankengängen, daß ja alles in Bewegung, alles in Fluß ist. Man weiß ja nie, was kommt. Es könnte ja jetzt und später für einen persönlich nützlich sein, daß man das Wissen um die Vergangenheit, die ja wieder Zukunft werden könnte und sollte, bewahrt hat.
Oder er trägt beides in sich. Das eine tun ohne das zu lassen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 1. Mai 2019 18:29:52

... ich könnte noch ergänzend antworten, aber aus gewissen Erwägungen heraus muss das jetzt gegenwärtig unterbleiben. Wir werden aber auf das Thema zurückkommen - da bin ich mir sicher.

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