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Licht und Schatten - Steuern in Kaliningrad

Fr, 26 Okt 2012 ... mit deutschem Akzent


Licht und Schatten - Steuern in Kaliningrad

Im vorangegangenen Beitrag hatte ich über Möglichkeiten des Geldverdienens in Kaliningrad geschrieben. Das war das Licht! Nun reden wir über die unangenehmen Momente der Zusammenarbeit mit dem russischen Staat: der Zahlung von Steuern. Obwohl, so unangenehm ist es nun auch wieder nicht. Zum einen ist Steuern zahlen keine Besonderheit des russischen Staates und zum anderen bin ich persönlich sehr zufrieden mit dem System.

Es gab da mal einen Politiker in Deutschland, der war bemüht, eine Steuererklärung auf Bierdeckelgröße zu komprimieren. Das soll in Deutschland nicht gelungen sein. Auch in Russland reicht ein Bierdeckel nicht aus. Aber ich benötige als Unternehmer in Russland für meine jährliche Steuererklärung genau 15 Minuten: Fünf Minuten Kaffee kochen, fünf Minuten Steuererklärung ausfüllen und fünf Minuten Kaffee trinken.

Bei der Gründung einer Firma habe ich die „Wahl der Qual“ in Russland. Die am meisten genutzte Rechtsform ist, wie kann es anders sein, die GmbH (russisch: „OOO“). Hier ist vom rechtlichen Rahmen her alles sehr ähnlich wie in Deutschland. Als Ausländer, können Sie in Russland eine GmbH innerhalb von 10 Tagen schlüsselfertig gründen. Entgegen weitverbreiteter Informationen brauchen Sie hierzu keinen russischen Partner. Sie machen genau das, was Sie wollen: also z.B. russische GmbH mit 100Prozent ausländischem Kapital. Alleiniger Inhaber: „SIE“.

In Deutschland brauchen Sie ein Stammkapital. Auch in Russland ist das erforderlich. Genau 10.000 Rubel (250 Euro). Damit Sie sich finanziell nicht übernehmen, kann dieses Geld in Etappen eingezahlt werden. Sie können es aber auch in Form von materiellen Mitteln (Büroausstattung usw.) einzahlen.

Und dann kommt noch eine schwierige Frage: Wie viel Steuern  wollen Sie zahlen? Ja, natürlich, Sie wollen gar keine Steuern zahlen. Aber das klappt auch in Russland nicht mehr. Aber Sie können bei einer GmbH wählen ob Sie das allgemeine Steuerverfahren anwenden, oder das vereinfachte. Vereinfachtes Steuerverfahren bedeutet, das Sie wieder wählen müssen: 15 Prozent Steuern auf den Gewinn oder sechs Prozent auf den Umsatz. Nein, keine Sorge, ich habe mich nicht verschrieben. Das sind doch keine schlechten Aussichten, oder? Habe ich Sie schon ein wenig neidisch gemacht? Na, es kommt noch besser.

Bei mir sieht es noch etwas anders aus. Ich habe mich für die Form „Einzelunternehmer“ entschieden. Grundvoraussetzung dafür ist, dass man Resident ist, d.h. sich mindestens 183 Tage im Jahr in Russland aufhält. Dazu benötigen Sie das „Zeitweilige Wohnrecht“ oder die „Aufenthaltsgenehmigung“. Erschrecken Sie nicht. Auch hier wird nicht alles so heiß gegessen, wie es von „Kundigen“ verbreitet wird. Es ist nicht schwer diese heißgeliebten Dokumente zu erhalten. Man muss nur wissen: wann, wie, wo, warum, weshalb … Wenn Sie wollen, sende ich Ihnen dazu ein Informationsmaterial zu (kostenlos natürlich).

Gut, wenn Sie Resident sind gründen Sie Ihr Einzelunternehmen. Das schlägt mit ca. 100 Euro kräftig in die Geldbörse. Dann beantworten Sie die Frage nach den sechs oder 15 Prozent und auf geht’s. Die Firma kann nach einer Woche voll arbeiten und Sie dürfen, einmal im Quartal, eine Steuer-Abschlagszahlung, die Sie selber berechnen, der Steuerinspektion überweisen. Ach, auch das wollen Sie nicht? Sie wollen sich das Leben in Kaliningrad noch einfacher machen? Na, dann schaun wir mal.

Da wird es ab Januar 2013 das sogenannte Steuerpatent geben. Da handeln Sie mit der Steuerinspektion aus, wie viel Sie einmal im Jahr zahlen wollen. Sie schwatzen mit der für Sie zuständigen Mitarbeiterin, erklären kurz was Sie geschäftlich machen wollen und die Dame/der Herr schaut in eine Tabelle mit statistischen Werten und schlägt Ihnen eine Pauschalsumme für die Steuer vor. Die überweisen Sie, erhalten das Patent und dem grenzenlosen Geldverdienen sind keine Grenzen gesetzt. Sie müssen nur aufpassen, dass Sie nicht so viel Geld verdienen, dass Sie in die Kategorie „Oligarch“ kommen, denn dann dürfen Sie weder das Patentsystem nutzen noch ein Einzelunternehmen betreiben. Hier gibt es gewisse Grenzen. Ich habe diese Grenzen nie erreicht und das verdiente Geld reicht für Brot und Butter (manchmal auch für eine Scheibe Wurst …).

Ich vergaß noch zu erwähnen, dass das vereinfachte Steuerverfahren mit sechs Prozent Steuern auf den Umsatz ein Steuerverfahren für die ganz Faulen ist (ich bin ganz faul). Man braucht keine Quittungen sammeln, keine Buchführung – rein nichts. Nur drei Seiten Steuererklärung am Jahresende – wie schon erwähnt, 15 Minuten …

Meinen etwas flapsigen Ton in diesem BLOG-Beitrag werden Sie mir hoffentlich verzeihen, denn bei Geldangelegenheiten oder Steuern sollte man an sich Flapsigkeiten vermeiden. Ich habe den Stil trotzdem gewählt um damit auszudrücken, dass es keinen Grund gibt Angst zu haben, vor einem wirtschaftlichen Engagement in Kaliningrad. Es ist bei weitem nicht so kompliziert wie es immer irgendwo geschrieben oder erzählt wird. Und alles ist erlernbar. Und wenn ich das konnte, dann können Sie das erst recht.

Nun kann man natürlich in einem BLOG auch unendlich lange schwatzen. Ob das dann noch jemand lesen will ist eine andere Frage. Um Sie und ihre Geduld nicht zu strapazieren habe ich eine ganze Reihe von Informationsmaterial erarbeitet und bin bereit dieses als „Schnuppermaterial“ zur Verfügung zu stellen. Ich benötige nur eine email-Adresse von Ihnen.

Ach so, die Kosten für das Informationsmaterial: Mindestens eine Tasse Kaffee mit Zucker und Sahne bei Ihrem ersten Aufenthalt in Kaliningrad.

Uwe Niemeier

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Finanzen, Kaliningrad

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