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Meinungsfreiheit oder faschistische Ideologie? Roter Rabe unter braunen Adlern

Do, 14 Sep 2017 ... mit deutschem Akzent


Meinungsfreiheit oder faschistische Ideologie? Roter Rabe unter braunen Adlern

Jeder Mensch hat eine Meinung. Er kann sie äußern oder auch nicht. Wenn er sie äußert ist es wichtig, wann, wo und wie er sie äußert. Wie oft belehrt das demokratieverwöhnte Deutschland Russland, was Meinungsfreiheit und Demokratie ist und glaubt, dass es mit gutem Beispiel vorangeht. Aber es gibt Fraktionen in Deutschland, die meinen, das Meinungsvielfalt darin besteht, dass möglichst viele die Meinung der Fraktion verbreiten.

Zu DDR-Zeiten wurde mir erklärt, dass ich kein Westfernsehen schauen darf. Ich durfte auch mit keinem Bürger des nichtsozialistischen Wirtschaftsgebietes Kontakt haben. Das ist alles schädlich für meine ideologische Entwicklung. Alles was ich wissen muss, sagt mir die Partei und was mir die Partei nicht sagt, muss ich auch nicht wissen. 1990 sagten mir Bekannte aus den gebrauchten Bundesländern, dass das alles Quatsch ist. Man muss sich allseitig informieren, Gedanken und Ideen austauschen, anderen Meinungen zuhören, um dadurch zu neuen Erkenntnissen zu kommen.

Mir schien das 1990, nach all den Ereignissen in der ehemaligen DDR, eine durchaus vernünftige Logik und ich ging davon aus, dass alle westlich der Elbe geborenen Deutschen eine ähnliche Ansicht haben und uns demokratieentwöhnten ostzonalen Lebewesen helfen, Meinungsvielfalt a la freiheitlicher Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland zu lernen. Aber ich wurde enttäuscht.

2014 war ein Jahr, wo sich vieles in der Welt änderte. Es änderte sich auch das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland und in Kaliningrad tauchte forciert das Gespenst einer Germanisierung der Region auf. Ich hörte nur extreme Ansichten. Um im Gespräch zu bleiben, Meinungen und Ansichten möglichst vieler zu hören, entschloss ich mich, in einer Facebook-Gruppe aktiv zu werden. Wo ginge es besser auf „regionaler Ebene“ Kontakt zu halten, als hier in einem Sozialnetzwerk. Ich suchte mir die mitgliederstärkste Facebook-Gruppe, die das Thema „Ostpreußen“ behandelte, aus.

Nachdem ich mich eingewöhnt hatte, begann ich hin und wieder meine Meinung zu schreiben, hin und wieder auf Meinungen von anderen zu reagieren, merkte aber sehr bald, dass ich der „Rote Rabe“ unter vielen „Braunen Adlern“ war. Mir war schnell klar, dass in dieser Gruppe die Themenkomplexe „Heim-ins-Reich“, „Russische Verbrechen gegen Deutsche“, die „Okkupation Ostpreußens durch die Russen“ und die „Misswirtschaft der Russen in Königsberg“ eine zentrale Rolle spielten.


Screenshot: Facebook-Gruppe mit Tendenzen der Geschichtsignorierung und -fälschung

Am laufenden Band wurde ich belehrt, wie ich zu sprechen und zu schreiben habe. Es sind grundsätzlich die alten deutschen Stadt- und Straßenbezeichnungen zu verwenden. Kaliningrad existiert nicht, es existiert Königsberg und dieses Königsberg ist nicht russisch, sondern ist zeitweilig von Russland okkupiert. Ich habe mich davon nicht beeindrucken lassen und setzte mich dadurch endlosen Anfeindungen aus.

Letztendlich verstand ich auch, dass es den „Braunen Adlern“, die den „Roten Raben“ attackierten, nicht nur um revanchistische, geschichtsnegierende Momente in ihrer Argumentation ging. Sie waren bisher in dieser „Geschlossenen Gruppe“ im wesentlichen alleine, sozusagen „unter sich“ gewesen und konnten so ungehindert sich gegenseitig mit Informationen versorgen und unwidersprochen Behauptungen zur historischen, aber auch aktuellen modernen Entwicklung des Gebietes aufstellen, über Stadt, Land, Personen herziehen und diese verunglimpfen, ohne das widersprochen wurde. Nun war plötzlich jemand da, der die schweigende Mehrheit in dieser Gruppe (geschätzte 3.000 Personen) mit aktuellen Informationen versorgt und der auch bewusst verbreitete Lügen und Falschmeldungen, Biertischparolen und ähnliches widerlegte. Das stört natürlich in dem Bemühen, schlecht zu halten, was schlecht sein muss.

In Gesprächen mit Kaliningrader Bekannten, die bereits Erfahrungen in dieser Gruppe sammeln konnten, wurde ich gewarnt, denn wer dort nicht die Meinung der „Aktivisten-Fraktion“ vertritt, wird aus der Gruppe rausgeworfen. Mir wurde erzählt, dass die Gruppe in der Vergangenheit einen Säuberungsprozess durchgeführt hatte. Ausländer wurden rausgeworfen, Mitglieder mit anderer Meinung solange drangsaliert, bis sie gegangen sind. Wer nicht gehen wollte, wurde kurzerhand rausgeworfen. Und dies durch Deutsche, in einer Facebook-Gruppe. Ausländer sind jetzt wieder in der Gruppe geduldet, aber entweder sind es stille Mitleser oder sie zeigen sich kritisch gegenüber ihrer Heimat und stimmen in das Leidlied der „Braunen Adler“ ein, die dieses Russenleiden gerne für ihre Anti-Kaliningrad-Argumentation aufgreifen. Ich muss nicht nochmal erwähnen, dass natürlich die Forderung der Abschaffung des Namens Kaliningrad an vorderster Stelle steht. Kalinin ist ein Mörder und Staatsverbrecher – so schreibt man in dieser Gruppe und eine deutsche Stadt darf dessen Namen nicht tragen – so die Meinung der Aktivistengruppe bei „Ostpreußen“. Die Gruppe negiert also die Entscheidungen der Alliierten zur Nachkriegsordnung in Europa und diskreditiert Russland als Okkupationsmacht im Kaliningrader Gebiet. Russland selber hat in Kaliningrad bereits reagiert, und russische Extremisten verhaftet, die auch Mitglied in dieser Facebook-Gruppe waren – allerdings nicht wegen dieser Gruppenmitgliedschaft, sondern weil sie den Status Quo in Kaliningrad ändern wollten und verdächtigt werden, faschistische Symbolik in der Stadt zu verbreiten.

Einige der gemobbten „Ehemaligen“ der geschlossenen Ostpreußen-Gruppe, gründeten eine neue Gruppe, eine tolerantere Gruppe, wo es zwar auch stark gefächerte Meinungsvielfalt gibt, aber eine doch akzeptable Diskussionskultur herrscht.

Im Verlaufe meiner relativ kurzen Mitgliedschaft in dieser Gruppe, gab es keine Beleidigung, die mir nicht „dargereicht“ wurde. Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich ein Russenknecht, Stasi-Schwein, Denunziant, deutsches Arschloch, der Putin-Knecht von Ostpreußen bin, das ich Minderwertigkeitskomplexe habe, blöd und hirnkrank bin und vieles mehr, was sich ein menschliches Gehirn an Beleidigungen ausdenken kann – und dies in einer Gruppe, die für sich in Anspruch nimmt, ostpreußische Kultur gepachtet zu haben.


Screenshot: Deutsche Umgangsformen in einer Ostpreußen-Gruppe. Administratoren ignorieren Fakten und schließen den Gemobbten aus der Gruppe aus.

Nun gibt es in dieser Gruppe eine Vielzahl von Administratoren, die sich diese Verantwortung selber ausgesucht haben. Aber keiner der Administratoren hat jemals etwas gegen derartige Ausfälle unternommen. Es wurden auch keine Diskussionen und Meinungsäußerungen unterbunden, die stark an der Grenze der Legalität lagen. Ganz im Gegenteil spielten einige der Administratoren sogar eine aktive Rolle in Diskussionen, die die Geschichte leugnen, Tatsachen verdrehen oder negieren, internationale Vereinbarungen der Alliierten in Frage stellen und diejenigen Länder in den Schmutz ziehen, denen Deutschland die Befreiung vom Faschismus zu verdanken hat.

Screenshot: Geschichtswahrnehmung durch den Administrator der Facebook-Gruppe Christian Perbrandt. Er bezeichnet die Sowjetunion als Verbrecher. Seine Äußerung bezieht sich auf die Blockade von Leningrad durch deutsche Truppen. Ihm zur Seite steht kommentierend Roger von Erlach, eine der Personen mit Multiidentität bei Facebook, neumodisch auch als Troll bezeichnet.
 
Amerikaner und Engländer werden als Verbrecher dargestellt, weil sie Königsberg bombardiert haben. Dass die deutsche Luftwaffe zuvor viele andere Städte in Europa, so auch in England, in Schutt und Asche gelegt hat und sich diese Länder nur „revanchierten“, wird ignoriert.
 

Screenshot: Deutschland als das Opfer im Zweiten Weltkrieg – Solidarität der „Braunen Adler“ untereinander und das Kollektiv der Administratoren bleibt untätig. Ein Zeichen des Einverständnisses und der Solidarität oder ein Zeichen der Unfähigkeit eine derartige Gruppe zu leiten?
 
Ignoriert wird der Fakt, dass es heute noch Königsberg und Ostpreußen geben könnte, wenn es nicht den 22. Juni 1941 (Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion ohne Kriegserklärung) gegeben hätte. Hier wird ganz einfach behauptet, dass Hitler nur den Sowjets zuvorgekommen ist, die sonst 14 Tage später Europa überrollt hätten. Kein Administrator greift in derartige Diskussionen ein. Und auch Facebook selber greift nicht ein und staatliche deutsche Stellen, die Aufsichtspflichten haben und den Paragraphen „Volksverhetzung“ ins Gesetz einfügten, tun nichts. Warum nicht? Ist dies alles mit dem Begriff „Meinungsfreiheit“ gedeckt?
 
Screenshot: Administrator Christian Perbandt verbietet Sowjetpropaganda und nutzt seine Position, um ungehindert Propaganda des faschistischen Deutschlands zu verbreiten.
 
Während der Administrator Sowjetpropaganda verbietet, lässt er Phantommitglieder ungehindert agieren:
 
Screenshot: Phantommitglied Roger von Erlach spricht von sowjetischer Mordmentalität
 
Mein nachfolgender Hinweis an den Verantwortlichen der FB-Gruppe wurde quittiert mit meinem Ausschluss aus der Gruppe.
 
Screenshot: Administrator ignoriert geschichtliche Fakten
 
Vermutlich habe ich in dieser Gruppe den Rekord der Ausschlüsse und neuerlichen Registrierung gehalten, bis man beschlossen hat, den „Roten Raben“ endgültig aus der Gruppe zu entfernen. Sämtliche von mir bekannten IP-Adressen hat man durch Facebook sperren lassen. Ausgangspunkt war ein Beitrag, den ich am Samstag der vergangenen Woche, nachdem mal wieder besonders heftig gegen die verbrecherischen Russen in Königsberg hergezogen wurde, eingestellt hatte.
 
Screenshot: Diskussionsbeitrag in der Facebook-Gruppe Ostpreußen – Der Administrator Christian Perbandt verbittet sich Sowjetpropaganda und beschuldigt die Sowjetunion, einen Vernichtungskrieg gegen Deutschland geplant zu haben.
 
Kaum erschienen, kommentierte ein Mitglied umgehend:
 
Screenshot: Ein Mitglied der Gruppe Ostpreußen bezeichnet eine Schilderung des Völkermords durch deutsche Truppen an der Leningrader Zivilbevölkerung als Volksverhetzung und die Administratoren unternehmen nichts.
 
Die Teilnahme an der Diskussion in dieser Gruppe ist relativ leicht, insbesondere wenn man Extremismus-Meinungen vertreten will, denn man muss sich in dieser Gruppe nicht unter seinem wirklichen Namen registrieren. Mehrfachregistrierungen unter Phantasienamen sind möglich, niemand unternimmt etwas dagegen. Und gerade diejenigen, die mit Multiidentitäten in der Gruppe anwesend sind, agieren besonders aggressiv gegen Andersdenkende und trollen ungehindert. Sie werden sogar noch von Administratoren in ihrem Mitgliedermobbing unterstützt.
 
Die Gruppe selber hat für neue Gruppenmitglieder eine Gewissensprüfung vorgesehen. Wenn man sich anmelden will, muss man zwei Fragen beantworten. Die erste Frage wird zur Motivation gestellt, weshalb man Mitglied der Gruppe werden will. Die zweite Frage, die man beantworten muss ist, ob man die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten für ein Verbrechen hält. Wer die Fragen nicht richtig beantwortet, für den gilt nicht die vielgepriesene Meinungsfreiheit, nein, der kommt nicht rein in die Gruppe.
 


Screenshot: Gewissensprüfung durch die Administratoren der FB-Gruppe „Ostpreußen“

 

Screenshot: Erfahrungen anderer FB-Nutzer in toleranteren Ostpreußen-Gruppen
 
Die Begleitumstände meines Rauswurfs aus der Gruppe wurden im Internet aktiv diskutiert. Mich erreichten eine Vielzahl von persönlichen Nachrichten, die mich aufforderten, an anderer Stelle weiterzuarbeiten und mich nicht abschrecken zu lassen. Öffentlich im FB äußerten sich u.a.:
  • Herr G.P. schreibt: Nachdem ich mal eine kurze Zeit in der FB Gruppe "Ostpreußen" war, bin ich froh als Alternative diese Gruppe zu haben. Denn in der anderen Gruppe scheinen einige Mitglieder Probleme mit der Anerkennung aktueller Staatsgrenzen zu haben und das Wort "tolerant" findet sich dort nicht mal im Fremdwörterlexikon wieder.
  • A.R. formuliert: Ja, und das finde ich sehr bedauerlich. Dort wird streckenweise übelster Revanchismus und Geschichtsleugnung betrieben, wenn beispielsweise von den ANGEBLICHEN Verbrechen der Deutschen Wehrmacht in Leningrad geschrieben wird. Unfassbar, und das von der administrativen Leitung dieser Gruppe persönlich. Durch solche Äußerungen eines Administrators ist die andere Gruppe für mich nicht mehr tragbar.

Ich informierte Administratoren der Gruppe darüber, dass „Kaliningrad-Domizil“ gegen die Facebook-Gruppe Untersuchungen einleiten wird.

Sehr geehrter Herr Tessendorf,
Die Informationsagentur „Kaliningrad-Domizil“ hat sich entschlossen, gegen die geschlossene Facebook-Gruppe „Ostpreußen“ vorzugehen, mit dem Ziel, feststellen zu lassen, ob die Gruppe der Administratoren und ein Teil der Mitglieder der Gruppe, mit ihren Äußerungen sich im Rahmen der Meinungsfreiheit bewegen oder den Verdacht der Volksverhetzung und des Extremismus erfüllen. „Kaliningrad-Domizil“ wird dies sowohl in Deutschland wie auch in Russland prüfen lassen. Ich mache darauf aufmerksam, dass geplant ist, im Verlaufe dieser Woche unsere medialen Möglichkeiten zu nutzen, um die Öffentlichkeit über die Existenz der Gruppe zu informieren. Sollte es Gesprächsbedarf geben, so können wir in einen schriftlichen Gedanken- und Meinungsaustausch treten. Mit freundlichen Grüßen Uwe Niemeier
 

Schon wenige Momente später erhielt ich eine interessante Information. Man ist sich anscheinend bewusst, was sich in der Gruppe abspielt und hat geahnt, dass das Treiben in dieser Gruppe Folgen haben könnte, denn es wurde durch die Administratoren begonnen, Beweise zu vernichten, wie folgende Information beweist (Orthografie unverändert):

Guten Tag Herr Niemeier. Ich finde es wirklich traurig, dass es dazu kommt. Volksverhetzung und Extremismus, wiegen wirklich schwer. Da in der Kürze der Zeit etliche Ihrer Beiträge gelöscht worden sind, kann ich Vieles nicht mehr nachvollziehen. Informationen diesbezüglich  wären für mich sehr interessant.

Dann erreichte mich ein bekennendes email eines anderen Administrators (Orthografie unverändert):

Ich habe die Beträge, die ich Streitigkeiten ausarteten komplett gelöscht.

Ein Administrator vernichtet Beweise und maskiert dies damit, dass er meint, Streitigkeiten zwischen Mitgliedern gelöscht zu haben. Und das, nachdem fast zwei Jahre nichts passiert ist und ihn die Streitigkeiten nicht interessiert haben. Ein sehr merkwürdiges Verhalten der Verantwortlichen dieser Gruppe, denen man wohl vorwerfen muss, dass sie der Aufgabe zur Führung einer Facebook-Gruppe nicht gewachsen sind.

Im weiteren Briefverkehr mit den Administratoren legte ich einige ausgewählte Überlegungen meinerseits dar und man merkte wohl, dass die Situation zu entgleisen drohte. Und wen wundert´s, das mich folgender Vorschlag erreichte (Orthografie unverändert):

Herr Niemeier, wenn ich Kenntnis über Beleidigungen oder strafbare Äußerungen erhalte lösche ich diese. Ich kann diese aber nur löschen, wenn ich darüber informiert werde. Ich hann Ihnen etwas anbieten: Sie können wieder in die Gruppe hinein und informieren mich oder Herrn Tessendorf über aus Ihrer sicht fragwürdige Inhalte. Stimmen wir mit Ihnen überein löschen wir diese. Sie bemühen sich im Gegenzug die Gruppenmitglieder nicht zu provozieren (...)

Sehr merkwürdige Ansichten eines lebenserfahrenen Administrators und ehemaligen leitenden Parteimitgliedes der REP. Deshalb lautete meine Antwort:

Vielen Dank für Ihr Angebot. Ich werde es nicht annehmen. Mitglied in der Gruppe Ostpreussen kann ich nur werden, wenn ich der Ansicht bin, dass diese Gruppe meinem Ansehen und Ruf nicht mehr schadet (…)

Foto: (Links) Facebook-Titelseite von Christian Perbandt. Deutschland ist unteilbar. Eine Aufforderung Königsberg heim ins Reich zu holen? (Rechts) Seine politische Heimat waren die Republikaner
 
Aber es geht gar nicht um mich selber. Ich kann gut ohne die Gruppe „Ostpreußen“ leben, von deren geistiger Durchdringung ich mich überzeugen konnte. Ziel dieses Artikels, neben anderen Aktivitäten die ich einleiten werde, ist die Entfachung einer gesellschaftlichen Kritik an dieser Gruppe, an den Verantwortlichen dieser Gruppe und an einem Teil der Mitglieder dieser Gruppe, die ich hier als „Braune Adler“ umschrieben habe.  Es muss etwas gegen derartige Tendenzen unternommen werden. Weder Facebook als Unternehmen, noch die Gesellschaft dürfen zulassen, dass geschichtliche Ereignisse umbewertet werden, die Schuldfrage für den Zweiten Weltkrieg um 180 Grad gedreht wird, die Sowjetunion und Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion diskreditiert, beleidigt und herabgewürdigt wird, dass die Millionen Opfer durch verbale Äußerungen nachträglich geschändet werden, dass die Verdienste der Alliierten zur Befreiung Europas und Deutschlands vom faschistischen Terror, in den Schmutz gezogen werden.
 
Es steht für mich die Frage, ob man diesen Leuten Gastrechte gewähren darf in einem Land, dessen Würde sie mit Füßen treten – und sei es auch nur im Rahmen eines Tourismusvisums. Wir benötigen alle Kräfte in Kaliningrad, um uns der Entwicklung der Stadt und Region zu widmen und nicht noch auf „Braune Adler“ aufzupassen, die ihren Aufenthalt nutzen, um die Region zu germanisieren und zu destabilisieren.
 
Die Informationsagentur „Kaliningrad-Domizil“ hat sich entschlossen, gegen einen Teil der Verantwortlichen der Facebook-Gruppe „Ostpreußen“ und ausgewählte Mitglieder der Gruppe Untersuchungen auf Verdacht der Volksverhetzung einleiten zu lassen. Wir fordern die Verantwortlichen der Facebook-Gruppe „Ostpreußen“ im Interesse des Weiterbestandes der Gruppe auf, von ihren Funktionen als Administratoren zurückzutreten, eine neue Gruppe Administratoren zu benennen und die Gruppe zu verlassen. Wir fordern weiterhin, sämtliche Beiträge in der Gruppe zu löschen, die Staaten und Personengruppen oder Einzelpersonen diskreditieren, beleidigen, herabwürdigen oder nicht den geschichtlichen Tatsachen entsprechen und bewiesen sind. Wir fordern, dass Personen aus der Gruppe ausgeschlossen werden, die sich mehrfach unter falscher Identität registriert haben oder deren Profil und Chronik Zweifel an einer wirklichen Existenz der Person aufkommen lassen. Sollte dies nicht erfolgen, fordern wir die Mitglieder auf, die Gruppe zu verlassen, um nicht in den Verdacht zu geraten, die in dieser Gruppe vertretenen Ansichten zu unterstützen.

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Deutsches, Facebook

   Kommentare ( 4 )

Dieter Deicke Veröffentlicht: 15. September 2017 21:40:44

Guten Tag Herr Niemeier,
mit großem Interesse habe ich ihren Artikel über diese ominöse Facebookgruppe gelesen.Leider ist das was sie hier schildern langsam tägliche Realität.Ob die braune Verstrickung der Justiz und der Polizei in Sachsen oder die Vertuschungen und Lügen im Zuge des NSU Prozesses.Der Beispiele könnte man noch viele anführen,um mit Brecht zu sprechen:"Der Schoß ist fruchtbar noch...." und leider ist es seitens der führenden politischen Parteien und ihrer Politiker nicht gewollt daran etwas zu ändern.
Deshalb meine Hochachtung für ihr Auftreten gegen solche Entartungen.
Was die Verunglimpfungen und ins persönliche gehende Beleidigungen betrifft kann ich ihre Erfahrungen aus eigenem Erleben bestätigen.
Was die politische Meinungsbildung in der DDR betrifft gab es sicher verschiedene Erfahrungen und es wäre bestimmt interessant einmal darüber zu disputieren.
Mit freundlichem Gruß
Dieter Deicke

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 15. September 2017 22:17:37

... wenn Sie mal in Kaliningrad sind, können wir gerne bei einer Tasse Tee/Kaffee Gedanken austauschen.

.g Radeberger Veröffentlicht: 17. September 2017 19:28:47

Wenn man sich mal "alte" Landkarten bundesdeutscher Herausgeber nach 1945 anschaut, dann sieht man ganz genau die Ländergrenzen von 1937 oder gar auch später mit den entsprechenden Bezeichnungen. Da wurde nicht von der DDR geschrieben. Aber die Trizone wurde schon BRD genannt. Die DDR blieb viele Jahre, bei manchen Verlagen bis 1990, die sowjetisch besetzte Zone. Und Ostpreußen war jeweils polnisch oder sowjetisch besetzt. Und alle Jahre wieder gab es die Revanchistentreffen mit hochrangigen BRD-Politikern, die die Rückgabe der "geraubten" Gebiete forderten. Polen und Litauen husten als heutige EU-Nato-Mitglieder diesen Heimholern etwas. So ist es diesen Zündlern mit bundesdeutschem Wohlwollen geblieben, gegen das halbe Ostpreußen unter "russischer" Verwaltung zu schießen. Das bettet sich in viele andere bekannte Maßnahmen der versuchten Herausbrechung von KG aus der RF ein. Aber die RF ist nicht die Ukraine, wo die "Banderas" mit Nato-Hilfe in vielen Jahren einiges geschafft haben.

Link Veröffentlicht: 21. September 2017 00:06:43

Über Geschichte lässt sich trefflich streiten und das ist auch sinnvoll. Es gibt nun einmal ganz unterschiedliche Wahrnehmungen. Aber als Kaliningrader und russischer Staatsbürger würde ich mich entschieden dagegen wehren, wenn mein Existenzrecht im ehemaligen Ostpreußen in Frage gestellt wird.
Eine gedeihliche grenzüberschreitende Entwicklung im dreigeteilten Land kann nur auf der Grundlage der Realitäten erfolgen, wie sie seit 1945 entstanden sind. Nicht nationalistische Hetze, sondern Völkerverständigung ist gefragt. Für alle Heutigen ist es dabei durchaus hilfreich in den Blick zu nehmen, dass sie vom Land der "Prusen" sprechen, der Heimat eines untergegangenen Baltenvolkes.

.g Radeberger Veröffentlicht: 23. September 2017 21:01:01

Da wäre es doch wohl interessant, jedenfalls für mich, zu wissen, wie es mit dieser "Geschichte" nun weiter gegangen ist. Ich vermute mal, daß die revanchistischen Internet-Königsberger einen ziemlichen Groll gegen Uwe hegen, der ihnen ja die Tour vermasselt hat. Ich meine, das Schlimmste was diesen ewig Gestrigen passieren konnte, daß ihnen die Leute weg gelaufen sind.
Wenn sonst inen hnichts weiter passieren sollte, was ich eigentlich nicht hoffe, können sie in ihrem Blog nur noch in der eigenen braunen Soße so langsam gar werden.
Also Uwe, halten Sie uns bitte auf dem Laufenden!
Schönen Sonntag, auch für den abgelehnten deutschen Staatsangehörigen ohne Wahlrecht.
Ist deutsches Recht nicht auch ein bischen rechts?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 24. September 2017 09:20:41

... ich glaube, es ist noch viel zu früh, um eine Bilanz zu diesem Thema zu ziehen. Allerdings scheint es so, dass Facebook den Begriff "Meinungsfreiheit" und "Volksverhetzung" sehr großzügig auslegt, denn die Gruppe existiert heute noch. Ein massenhaftes Weglaufen aus der Gruppe hat auch nicht stattgefunden. Man könnte davon ausgehen, dass von den registrierten 3.400 Mitgliedern ein Großteil vielleicht gar nicht mehr aktiv ist, also "Tote Seelen" sind. Der kleine, aggressive Teil dieser extremistischen FB-Gruppe, ist etwas vorsichtiger geworden. Viele Beiträge in der Gruppe wurden gelöscht.

Natürlich ist das Thema nicht beendet. Wichtig ist, dass das Problem erkannt ist und "betreut" wird. Das, was ich tun kann, damit gewisse Personen aus dieser Gruppe so wenig Schaden wie irgendmöglich anrichten können, werde ich weiter tun, jedoch nicht immer darüber berichten.

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