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Na, na. Nu ma sachte mit de Wisente

Sa, 14 Apr 2018 ... mit deutschem Akzent


Na, na. Nu ma sachte mit de Wisente

Sie erinnern sich an die Ostertradition, Eier zu färben? In Deutschland ist dies üblich und in Kaliningrad auch. Neben den normalen Hühnereiern werden in Kaliningrad aber auch die Eier von Wisenten gefärbt.

Es geht um das Denkmal „Kämpfende Wisente“ vor der Technischen Universität im Stadtzentrum von Kaliningrad. Seit vielen Jahren machen sich jedes Jahr junge Leute den Spaß, den beiden „Herren“ die Eier zu lackieren. Jedes Jahr gibt es eine andere Farbe. 2017 war es Rot und in diesem Jahr wurde zu Ostern Gelb gespritzt.

Irgendwann, vor vielen Jahren, war man noch bemüht, dass irgendwie zu unterbinden und dann hat man es sein lassen. Es hat niemanden so richtig gestört und Aufwand und Nutzen bei der Suche nach dem Täter und der möglichen Bestrafung muss ja auch in irgendeinem vernünftigen Verhältnis stehen.

Gestört hat diese Lackiererei auch niemanden so richtig und viele Kaliningrader und die Besucher von Kaliningrad, wissen gar nichts von dieser Tradition. Und man muss schon genau hinschauen, um zu sehen … aha …

In diesem Jahr ist das etwas anders. Da wird mit einem mal ein richtiges TamTam draus gemacht.

Pech war, das die junge Frau, die lackiert hatte, anscheinend nicht wusste, dass das Denkmal videoüberwacht wird. Und so wurde sie bereits wenige Momente nach Beendigung der Arbeit, zusammen mit ihrer männlichen Begleitung, durch die Polizei festgesetzt. Die Personalien wurden festgestellt, ein Protokoll aufgenommen und danach kam sie wieder frei.

Klicken Sie auf die Grafik, um zum Überwachungsvideo zu gelangen
 
Am Freitag, während einer operativen Regierungssitzung, forderte der Beauftragte für den Kaliningrader Denkmalschutz, dass hier hart gegen dieses „Zeugnis der Schande“ vorgegangen werden muss. Man habe bereits einen Brief an die Polizei gesandt und gefordert, ein Strafverfahren gegen die Frau einzuleiten. Mit dem Besitzer des Denkmals wurde eine gemeinsame Position im weiteren Vorgehen vereinbart.

Man stelle sich vor, dass die Frau zu einer realen Strafe verurteilt werden muss. Wenn sich herumspricht, dass man für derartige Handlungen zukünftig als vorbestraft gilt, werden sich Nachahmer wohl überlegen, ob sie lackieren oder nicht – meint der Kaliningrader Denkmalschützer.

Auf alle Fälle wird es aber Schadenersatzforderungen geben. Die Farbe muss entfernt werden und danach das Denkmal wieder mit neuer Patina überzogen werden. Und das wird einige zehntausende Rubel kosten – die natürlich die Lackiererin zu bezahlen hat.

Also ich habe da so meine Zweifel, ob drastische Strafen diese Lackiererei zukünftig verhindern werden. Natürlich ist es grober Unfug und wenn man so will auch Sachbeschädigung. Aber beschädigt wird ja eigentlich nicht wirklich. Und mit ein wenig Augenzwingern und Humor, kann man da vielleicht irgendwie eine wirkliche Tradition draus machen, die Touristen anzieht, die dann davorstehen und denen man lang und breit irgendwas erklärt, warum die Eier der Wisente gestrichen sind … mein Gott, so humorlos und mit wenig Phantasie sind wir doch nicht in Kaliningrad – oder?

Kommt es allerdings zu einer Verurteilung, so glaube ich, dass dies erst recht einen Reiz darstellt, in den kommenden Jahren die Polizei, den Denkmalschutz und die Videokamera auszutricksen. Verbote Früchte schmecken ja besonders süß – das wissen wir doch.

Uwe Niemeier

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Alltägliches, Denkmalschutz

   Kommentare ( 3 )

Frank Werner Veröffentlicht: 14. April 2018 20:32:22

@UEN
Dem kann man nur zustimmen.

Herr Hoffmann Veröffentlicht: 16. April 2018 10:08:26

also sach ma - man kann doch nicht einfach irgendwelche Geschlechtsteile von Denkmälern anpinseln....
Am Ende kommt noch einer auf die Idee und malt Lenin´s Nase rot an ....
Tststs ...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 16. April 2018 10:13:59

... um Gottes willen, schnell den Kommentar löschen, sonst sind wir hier noch Ideengeber!

A. Bienenfreund Veröffentlicht: 16. April 2018 14:22:23

Seit wann ist Lenins Nase ein Geschlechtsteil? Ausserdem wird der nicht umsonst immer auf so hohe Sockel gestellt- da kann ihn niemand unter den Rock greifen. Denn die Neigung der Russen Teile von Bronzedenkmälern blankzugrabbel ist ja bekannt (man denke nur an "Йошкин кот").

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