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Orthodoxe Russen und ihre unorthodoxen Ideen

Mo, 12 Nov 2018 ... mit deutschem Akzent


Orthodoxe Russen und ihre unorthodoxen Ideen
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

In der Regel ist es so, dass, wenn ein Staat irgendetwas nicht möchte, dann gibt es ein neues Gesetz, welches Verbote ausspricht. Und wer diese Verbote nicht einhält, wird bestraft. Der Strafenkatalog, der dem Staat zur Verfügung steht, ist ausreichend umfangreich.

 

Seit Monaten spricht man in Russland davon, dass man sich von dem Dollar trennen will, denn die Bindung der russischen Wirtschaft an den Dollar ist einer der Gründe, weswegen Russland von Zeit zu Zeit unter den amerikanischen Sanktionen zusammenzuckt. In der Schmerzphase wird schnell nach einer Medizin gesucht, sie wird eingenommen und der Schmerz lässt schnell nach. Aber wir wissen, dass eine Medizin immer nur zeitweise lindert, aber niemals heilt, sofern die eigentliche Ursache nicht bekämpft wird.

Und in Vorbereitung der neuen Sanktionen der USA, die Russland im Verlaufe des Novembers erwartet und von denen insbesondere der Finanzsektor betroffen sein soll – so fürchten die Russen, hat man eben die Kampagne „Ent-Dollarisierung“ eingeleitet.

Natürlich tauchten sofort alle möglichen Gerüchte auf, aber diesmal ist in Russland keine Panik ausgebrochen. Sowohl die verantwortlichen Politiker, wie auch die Zentralbank haben alles unter Kontrolle. Es wurde verkündet, dass niemand gezwungen wird, sich vom ungeliebten Dollar zu trennen. Wer weiter mit ihm arbeiten will – bitte. Und es wird auch keinen Zwangsumtausch des USD auf Bankguthaben geben.

Aber nun stellt sich heraus, dass es doch eine Zwangsmaßnahme gibt.

Diejenigen Firmen, Organisationen, Einrichtungen, die bisher auf Dollarbasis gearbeitet haben und nun davon Abstand nehmen, werden vom russischen Staat gezwungen, weniger Steuern zu zahlen. Ich finde, das ist mal eine angenehme Art der Bestrafung, die hoffentlich möglichst viele und möglichst schnell in Anspruch nehmen.

„The Wall Street Journal“ informiert dann auch, dass man im Westen bemerkt habe, wie Russland sich auf mögliche neue Schmerzen vorbereitet.

So hat Russland seine Goldreserven erheblich aufgestockt und setzt dies auch weiterhin fort.

So hat Russland sich von einem Großteil der US-Schuldscheine getrennt.

Und Russland prüft alle Möglichkeiten, Handelsvereinbarungen über nationale Valuten abzuwickeln. Und für die Exportfirmen, die dies tun, werden die Steuern gesenkt.

Gegenwärtig ist es so, dass von zehn Transaktionen neun in US-Dollar abgewickelt werden. Und auch die Auslandsverschuldung Russlands besteht zum überwiegenden Teil in USD.

Ein Problem ist nach wie vor, dass die Preise für Öl, Gas und Stahl auf dem Weltmarkt an den Dollar gebunden sind. Und Russland unternimmt alles, um auch diese Waren in nationaler Valuta zu handeln. Die Zeitung erinnert an das enge Verhältnis zu China, erinnert daran, dass auch Europa versucht, sich vom USD zu lösen und den Euro zu stärken. Und man denkt in Europa über ein eigenes Zahlungssystem nach, insbesondere, um die US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Venezuela und Pakistan wollen auch vom Dollar wegkommen.

Damit dürfte dann der Anfang vom Ende der Hegemonie des US-Dollars in der Welt eingeläutet sein.

Russische Medien zitieren dann auch „Financial Times“, die zu der Ansicht gekommen ist, dass die US-Sanktionen gegen Russland auf ganzer Linie zusammengebrochen sind und sich eigentlich als völlig wirkungslos gezeigt haben.

Russland hat sich mit China zusammengetan und entwickelt aktiv die Beziehungen zur Türkei, zu Israel, zu Saudi-Arabien, zum Iran. Die europäischen führenden Politiker stehen Schlange, um sich mit Putin zu treffen und Probleme zu bereden. Firmen der Europäischen Union haben sich nicht aus Russland zurückgezogen und arbeiten weiter mit Russland zusammen. Die Gaslieferungen Russlands nach Europa wachsen zusehens. Die britische „BP“ ist, ungeachtet der Sanktionen, zum größten Investor bei „RosNeft“ geworden, die französische „Total“ hat ein 10-prozentiges Aktienpaket am Projekt „Arktik-2“ gekauft und die deutsche Firma „Daimler“ baut ein Werk bei Moskau.

Tja, wenn das die Financial Times so schreibt – was soll man da noch diskutieren? Bleibt zu hoffen, dass die US-Sanktionen noch lange anhalten, damit Russland die Chance erhält, weiter über schmerzstillende Mittel gegen alle möglichen US-Krankheiten nachzudenken.

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Sanktionen, USA

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