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Politiker-Image in Russland ist pflegebedürftig

Mo, 15 Okt 2018 ... mit deutschem Akzent


Politiker-Image in Russland ist pflegebedürftig
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Russland hat große Persönlichkeiten hervorgebracht. Und jede dieser Persönlichkeiten hat irgendwelche Sätze gesagt, die mehr oder weniger gerne, mehr oder weniger häufig, zitiert werden.

So hat Viktor Tschernomyrdin, ehemaliger russischer Premierminister, den berühmten Satz geäußert:

„Wir wollten das Beste. Es kam wie immer“.

Heute würde ich die Worte wie folgt interpretieren: Wir wollten eine neue Gesellschaft aufbauen, es ist uns bisher nicht, oder nur unvollkommen gelungen.

Und Lenin hatte mal gesagt:

„Unmittelbar nach der Geburt von etwas Neuem, ist immer noch das Alte da und wirkt eine bestimmte Zeit noch stark nach…“

Im Jahre 1991 wurde das neue Russland geboren. Und zehn Jahre später, wurde das neue neue Russland geboren. Nur haben es noch nicht alle verstanden, dass Russland nicht mehr am alten Image, schon gar nicht am alten, wenig menschenfreundlichen Image, interessiert ist.

Politiker stehen nun mal im Mittelpunkt und jedes Wort, was diese sagen, wird auf die Goldwaage gelegt.

Es sei noch an den Satz von Dmitri Medwedjew vom vergangenen Jahr erinnert, als er während eines Besuches auf der Krim einer Rentnerin auf deren Frage zur Rentenerhöhung sagte:

„Geld haben wir keins. Aber haltet durch.“

Nun, so direkt hat er es nicht gesagt, aber das Volk hat seine vier Sätze zu einem Satz zusammengefasst. Peinlich.

Ähnliches hat nun die Ministerin für Arbeit und Soziales der Region Samara gesagt – nun, in der Zwischenzeit ist sie schon keine Ministerin mehr.

Während einer Beratung mit Abgeordneten der Gebietsduma zur Anhebung des Existenzminiums wollte sie nur 288 Rubel geben, während die Abgeordneten für ihre bedürftigen Wähler 500 Rubel forderten. Und Ex-Ministerin meinte, dass, wenn man ein wenig Diät macht und die Preisnachlässe in den Supermärkten gut ausnutzt, gut und gerne mit 3.500 Rubel auskommen kann.

Es dauerte nur Stunden, bis die Frau Ministerin entlassen worden war. Aber Sie hatte mit ihren Äußerungen viel Unheil angerichtet. Nicht nur im Saratower Gebiet. Sie wird nun wohl lange als Beispiel für die völlige Gleichgültigkeit der Beamten gegenüber den Sorgen und Nöten der Bevölkerung dienen müssen.

Am Wochenende wurde noch, zu allem Überdruss bekannt, dass diese Frau Ministerin, nicht nur ein fürstliches Gehalt, sondern auch zusätzliche „Sozialhilfe“ wegen ihrer Bedürftigkeit aus dem Gebietshaushalt erhalten hat. Die Gesetze sehen vor, dass der Gouverneur und die Minister das Recht haben, jährlich zusätzliche Prämien zu erhalten – und zwar in doppelter Höhe ihres Gehaltes.

Ein Gouverneur kann somit 134.000 Rubel erhalten, ein Vizegouverneur 127.000 Rubel und ein Minister (oder eine Ministerin) 100.000 Rubel.

Die Ex-Ministerin für Arbeit und Soziales war sehr sozial eingestellt – was ihre persönlichen Interessen anbelangt. Von 2013-2017 hat sie zusätzlich zu ihrem Gehalt diese Unterstützungszahlungen erhalten. Und, wenn ich mich recht entsinne, hatten russische Medien darüber informiert, dass das monatliche Gesamtgehalt der Ministerin 191.000 Rubel betrug.

Logisch, dass derartige Informationen nicht dazu beitragen, die Popularität der russischen Politiker zu erhöhen und das es für gewisse Kreise relativ einfach ist, derartige Vorfälle auszunutzen, um …hm, sagen wir es höflich … gesellschaftliche Prozesse auszulösen.

Vor zwei, drei Jahren hat Putin angefangen, eine neue Politikergeneration in den Regionen aufzubauen. Erstes sichtbares Beispiel war der Kaliningrader Gouverneur. Ihm folgten weitere junge Russen einer neuen Generation, die es hoffentlich verstehen, sich schnell von den Beamten zu trennen, die dem angestrebten neuen russischen Image schaden.

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Föderales, Gesellschaft

   Kommentare ( 1 )

boromeus Veröffentlicht: 15. Oktober 2018 10:07:10

Überall das gleiche auf der Welt.Den Menschen Wasser predigen und selber teuren Wein saufen.Für 2500 Euro Monatsgehalt würden unsere sogenannten Volksvertreter nach nur 5 Arbeitstagen nach Hause gehen.Für russische Verhältnisse sind 191.000 Rubel viel Geld ,wenn man bedenkt, dass ein einfacher russischer Rentner nur 14.000 Rubel pro Monat zur Verfügung hat.Aber es zeigt auch die Welten ,die zwischen "gewählten des Volkes "zu denen liegen, die den ganzen Laden finanzieren.Das ist in Murkis Lummerland auch nicht anders.Völlig losgelöst von ihrem eigentlichen Auftrag,"dem Volke zu dienen und Schaden abzuwenden.."ja kennen wir ja .In der Tat würde ich mir auch wünschen ,dass solche Möglichkeiten in Germanii auch möglich wären,Ablösung auf dem Fusse.Nur fürchte ich,das innerhalb kürzester Zeit kein Mensch mehr im Reichstagsgebäude Sprechblasen erzeugen könnte.Aber die Idee wäre nicht so schlecht.Dumm "herumlabern" ,nur eigene Interessen,oder Sponsoren im Kopf ?Poka und Tschüss Towarisch...

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